Die Blaufrau

Mein Bild
Malen, Zeichnen und Textilkunst haben mich mein Leben lang begleitet, je länger, desto intensiver. Ich bin gespannt, wo es noch hingeht!
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Donnerstag, 12. November 2020

Vom Stich zum Strich

 Die Stickerei nimmt durch die ständigen Anregungen im Stitch Club so viel Raum ein, daß mir meine Stifte ganz verwaist vorkommen ... Ich hatte richtig Sehnsucht danach, wieder einen Stift in der Hand zu haben. Und beim letzten Künstlertreff-Nachmittag bei Eva war es dann soweit - und aus lauter Vorfreude auch schon am Morgen ...

Frühstückstee mit Bunt- und Grafitstift (das wäre doch mal ein Bildtitel ;-)). In Gedanken bei dem Bachbett in Schottland mit den gestreiften Steinen, ohne es nachzeichnen zu wollen. Hat was Landschaftsartiges, als würde man mit den Strichen ein Höhenprofil nachziehen. A4. Drängt über den Rand hinaus. Ich mag das Schillernde, das könnte man auch mal mit anderen Farben probieren.


 

Und am Nachmittag auf A2 mit den dicken Grafitblöcken und Buntstiften, eine schöne Kombination aus Fein und Breit mit allen Varianten dazwischen. Fast war mir A2 noch zu klein! Auch das möchte über den Rand hinaus.


 

Gezeichnet ist es in der Waagrechten, aber wir haben es beim Betrachten um und um gedreht, und so gefällt es mir derzeit am Besten. Ich weiß noch nicht, ob ich es so lasse, fixiert ist noch nichts. In meinem Bilder-Sammelsurium fällt es aus dem Rahmen, und ich glaube, ich muß es ein Weilchen ruhen lassen.

Auf Pastellpapier probieren, mit Pastell und den dicken Kohleblöcken! 

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Ein paar Tage später eine Tagebuchzeichnung mit Öl- und Wachspastell über Tusche. Nachdem ich mir den kleinen Ausstellungskatalog von Cy Twombly-Zeichnungen aus den 70er Jahren angeschaut hatte. (Der scheint jetzt dran zu sein. Habe mir einen dicken Kunstband über ihn gegönnt und freue mich aus Schmökern und Gucken und Nachdenken.)

Dienstag, 16. Juni 2020

Der blaue Teller

Nur um mal anzufangen. Die Stitch Club Workshops mit ihrer ständigen Arbeit in den letzten drei Wochen wirken sich nicht nur auf die Textilien aus, sondern beleben auch gehörig die Lust am Zeichnen. Dazu noch ein Buch über Mary Fedden lesen, und ich sehe Inspiration auf jedem Quadratmeter.

Vielleicht gibt es sogar Hoffnung, daß mein Skizzenbuch sich füllt.

 


 Kleine Sammlung auf dem Unterteller. Ein von Tieger erlegter Junikäfer, eine tote Wespe, wahrscheinlich aus dem Wespennest über meinem Rolladenkasten, und Reste von dem Kornblumen- und Gräserstrauß aus Dedenbach. Buntstife und drumherum Grafit. Vielleicht war es keine gute Idee, den Schatten mit Wasser zu vermalen. Ok. Aber trotz der Draufsicht hat der Teller einen Ansatz von Tiefe.





Mein Abendessen vorhin, ganz schnell - Ölpastell. Ich hatte Hunger, aber das mußte unbedingt vorher noch sein. Deshalb wahrscheinlich auch die schräge graue Linie von der Paprika zur Gabel, statt schöner Kurve eine Abkürzung. Ölpastell, besonders die weichen Stifte von Sennelier, sind wunderbar für schnelle Sachen. Da bleibt gar keine Zeit für Unentschiedenheit.


Dieser blaue Teller - nein, hat ja nur einen blauen Rand - ist eigentlich ein hübscher Rahmen für alles Mögliche. Könnte man eine Serie draus machen. Was könnte alles da drauf?

Sonntag, 1. September 2019

Kann Spuren von Zeichnungen enthalten

Tagebuch: Manchmal schwappt das Schreiben ins Zeichnen über, doodeln zu Musik oder zu einem Hörbuch, um einen Fetzen Papier herum oder mit dem Rosa des Himmels früh morgens als Hintergrund. Manchmal mit einem Bild vor dem äußeren oder dem Erinnerungsauge als Anhaltspunkt. Manchmal nur, weil ich jetzt unbedingt diesen oder jenen Stift oder was anderes in die Hand nehmen möchte.



 Zur Musik: Sinikka Langeland, The half-finished heaven
(meine Kopfmusik in Kirgistan)



 Schlafsack und Stablampe in der Karlskopf-Hütte - wo man nicht übernachten darf



 Zum Hörbuch The House of Silk von Anthony Horowitz - den Rapidographen wieder ans Laufen bekommen über den Gouachespuren auf dem Blatt




 Der Kräuterstrauß von der Wanderung an Maria Himmelfahrt





St. Johann über dem Steinbruch, vom Förstersteig aus gesehen und erinnert - zwei Blicke zu einem zusammengefaßt

 

 Fensterbrett-Notiz, 9B-Bleistift auf fettem Sennelier-Ölpastell



Und manchmal, wenn ich mich aufraffen kann, schwappt es über auf ein Blatt. - Tinte und Graphitint

Samstag, 12. Mai 2018

An -stöße -fang - regung

Wie fange ich wieder an nach langer Pause, nach Holz, Kunststoff und Metall? Stückchen. Sehen lernen, das alte Thema, immer wieder.



Erster Anstoß: Gepreßte Blätter von irgendwann, fielen mir aus dem Boesner-Katalog in den Schoß. Schöne Blattstruktur, mit Kohle und Rötel durchgerieben. Muster könnten damit entstehen. (Die Chunky Charcoal sooooo viel schwärzer als die dünnen Kohlestücke!) 

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Ein Geschenk in Vorbereitung. Schön, wie die Farben passen und die zwei sehr unterschiedlich gemusterten Stoffe verbinden. Das Mittelstück mit der Rückseite nach oben, weicher, die etwas zerknitterte Stoffstruktur gibt den Flächen Bewegung.







Ein Blumenmädchen mit wildem Feuerhaar und blauen Flügeln
 
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 Wie lange ist dieses Bildchen schon in Arbeit und guckt mich vorwurfsvoll an! Ich kann es nicht aufgeben. Mit Ölpastell die Farben verändert. Mehr Tiefe. Die Farbe der Bäume stimmt noch nicht, und die weißen Stämme und Zweige sind mir zu hell. Etwas mehr Wärme in die Brücke? Rosa Ocker? Könnte mit Pastellkreide weitermachen.

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Ausprobieren im großen Skizzenbuch: Der Chunky Charcoal Stift über Kritzelei mit dem Rapidographen, Pastell. Dieses tiefe Schwarz! Die Linien erscheinen noch unter der Pastellkreide, und ich kann vorsichtig auch auf dem Pastell mit dem Rapidographen Linien ziehen, ohne Druck, damit die Spitze nicht verstopft. - Das Blau ist blöd. Die gestrichelte Linie: ein Weg. 




Ganz viele Fäden wiedergefunden, schön. Beruhigend. Keine Panik, alles ist noch da und zugänglich. Anregung: Dawn Emerson, Pastell Rebell
 

Freitag, 29. September 2017

Form des Erzählens

Mein Tagebuch: Etwas verschiebt sich. Die Worte sind nicht mehr das Haupt-Medium, sondern Anker für die Zeichnungen. Früher hab ich mir was mit Worten erzählt, jetzt zeichne ich. Und werde überrascht: zum Beispiel von meinem alten Traum, eine Ballonfahrt zu machen - hatte ich komplett vergessen, und auch beim Auftauchen der beiden Ballons neulich am Nachmittag ist er mir nicht eingefallen, erst beim Zeichnen und bei den Worten, die ich dazu aufgeschrieben habe. Archäologie der Wünsche. Die Momente des Erlebens und des Zeichnens, beides sehr sinnliche Vorgänge, verschränken sich.  
 

 

Montag, 4. September 2017

Leise, nebenbei

Meine Hauptbeschäftigung dieser Tage ist Spanisch Lernen. Ich habe noch ein Jahr Zeit bis zu meiner geplanten Pyrenäenwanderung, aber ich bereite sie vor, als würde ich in zwei Monaten losgehen ... Und die Kunscht? Liegt brach. So wie die Stifte auf dem Küchentisch ...



 Ein tanzendes Zwiebelchen, eins aus dem Garten
Die Goldfaber-Ölpastellkreiden von Petra



Nah und fern ... Tieger an der Küchentür und die Erinnerung an einen Eifelblick bei Monreal. Aber die ist nur der Auslöser für diese kurze Notiz, die Baumform links hat sich aus der Erinnerung an ein Buchcover eingemogelt. (Und warum nicht.) Sennelier-Ölpastell (wie schön lassen sich diese Farben miteinander verschmieren!), auf der Rückseite des Blatts ist das Rechteck fett durchgeschlagen. 
Die Umrandung ist nötig, die Strichelei ergibt sowas wie einen Vordergrund.

Sonntag, 20. August 2017

Kruusch-Ecken

Gemischtes, Verschiedenes, Sonstiges. In den Bibliotheken die Bücher, die sich in keine Gruppe einordnen ließen. In den Ordnern auf unseren Institutsservern treibt das mit der Freiheit der IT seltsame Blüten: "Kann dann weg". Unsere Kruusch-Ecken in den Wohnungen. Und je mehr wir versuchen, unsere Systematik zu verfeinern, um das alles in den Griff zu kriegen, desto unhandlicher und zwanghafter wird das System.  Es scheint, wir brauchen diese Kruusch-Ecken. Auch wenn es gut ist, sie ab und zu anzugucken und auszuräumen. Wie Kompost.





Eine kleine Pastellskizze. Ich möchte mit dem Baum etwas bekannter werden, bevor er auf die große Leinwand kommt. - Auswahl der Stifte: immer einen heller oder dunkler oder kräftiger. Kontrast ist alles. Das Blau im Vordergrund ist nur ein Krümel Blau, den ich dort verwischt habe. Zu schade zum Wegwerfen.
 





Beim Kochen





Smartphones und Bluetooth verändern so vieles. Eine Frau kommt mir auf dem Bürgersteig entgegen und breitet plötzlich ihre Arme aus. Ich traue mich, aus der Erinnerung zu zeichnen. Geste mit rotem Pullover.





Auf dem Spaziergang letzten Sonntag hab ich tatsächlich unterwegs mal mein Skizzenbuch gezückt. Stehend auf dem Waldweg im Bachemer Tal. Ich habe sogar weitergezeichnet, als zwei Wanderinnen vorbeikamen. Stop zu dem Impuls, das Buch schnell wegzupacken. Darauf bin ich mehr stolz als auf die Zeichnung.

Samstag, 19. August 2017

The art of failing

Wasser: immer wieder der Versuch, den Eindruck einzufangen. Das Mißlingen ist mir (fast) schon egal, ich probiere einfach weiter und hoffe auf das, was entsteht, während ich auf etwas anderes ganz Anderes abziele.(Allein für diese Einsicht lohnt sich die Arbeit mit dem Blog schon!)






Im Skizzenbuch. Es ist zu klein, aber ich kann die Technik ausprobieren. Die Abdeckflüssigkeit läßt sich flüssiger auftragen als der Rubbelkrepp, aber eine gewisse Dicke muß sein, sonst klappt es nicht. Die Flüssigkeit des Strichs ist wichtiger als die Form. Auf größerem Format mit freier Bewegung. 



Abdruck der feuchten Seite, ein bißhen übermalt. Da kann noch mehr drauf. Gut trocknen lasssen. - Bei den Stoffen und der Stickerei erinnert mich die Schichtung an den Prozeß der Sedimentierung. Entsprechend würden sich hier die Aufträge immer wieder überspülen. Oder umgekehrt: Dick Farbe drauf und runterspülen. 




Mit Ölpastell über Tintenlinien, mit weißem Stift drüber verwischt und geglättet. Ausgehend von der Bewegung der Lichtlinien auf dem Wasser. Hat nichts Wässriges. Sondern?
















Montag, 7. August 2017

Vorrat

Manchmal frage ich mich schon, wozu ich so viele Fotos mache. Ein riesiger Vorrat an Ansichten, Bildideen. Auch ein Festhalten, das versuche ich ja gerade abzulegen. Aber ab und zu mach ich was damit. 

Anstoß: ich hab in das Buch über Egon Schieles Landschaften geschaut. 


 



Es sollte eigentlich gar nicht so detailliert werden. Während des Zeichnens kam die Frage: welche Teile gehören nach vorn und welche nach hinten, wie ist das konstruiert. Es wird dann, was es will, keine Beschränkung durch eine Regel, wenn es erstmal um das Abtasten und Erforschen geht. 

Überraschend, wie dunkel der Bleistiftstrich im Ölpastell wird. 

Als nächster Schritt schwebt mir Pastell vor. Mit vielen Schichten und Strukturen. Und von dem Haus hab ich noch viele andere Ansichten, noch mehr zu Erforschen. Mehr Vorrat.

Dienstag, 27. Dezember 2016

Lowry und Haring

Der freie Blick ist etwas untergegangen über die Weihnachtstage und die Woche davor, aber zu etwas Kursarbeit hat es doch gereicht. Nicht zum Posten.
Hilfreiche Aufgaben: sie geben mir etwas vor, mit dem ich anfangen kann, erstmal auch ohne eigene Ideen. Leit-Fäden zum leichteren Einstieg.  Also, wenn mir mal nichts einfällt: einen Künstler kopieren, der mich interessiert. Nur ein Detail, zum Beispiel Fenster aus Egon Schieles Häusern, oder die Röcke von Balletttänzerinnen von Degas ... 

Diesmal also die Gestalten von S. Lowry. Menschen in Industriestädten in Nordengland, aus den 40er Jahren. Als ich oberflächlich auf die Bilder guckte, erschienen die Figuren mir eher uniform, Wimmelbilder. 




Während ich einzelne Figuren abgemalt habe, fand ich sie zunehmend interessant. Worüber reden sie grade? Was machen sie mit ihren Händen? Warum haben sie alle so klobige Füße/Schuhe? Jeder Rock, jede Hose ist ein bißchen anders.




 Große Sorgfalt bei den Hosen- und Ärmelaufschlägen.



 Ich habe leider kein Buch, geschweige denn ein Original in Sicht-Entfernung. Die englischen Künstler sind hier nicht gut vertreten. Es ist mühsam, vom Bildschirm abzumalen. Aber ich möchte gern noch ein paar mehr machen. 

Wie wärs, wenn ich mich dieser Tage in ein Café setze und die Menschen skizziere? Das müßte doch ausreichend Material für solche Figuren geben. Sie würden bestimmt ganz anders aussehen mit ihren Anoraks und Hoodies, Pelzmänteln und Skinny Jeans und Rucksäcken. Die Haltungen anders, viele über ihren Smartphones zusammengeringelt.


 Keith Harings Figuren waren nicht so schwierig vom Bildschirm abzuzeichnen. Ich hab lange überlegt, was für ein Medium ich nehme. Klare leuchtende Farben, deutlich abgesetzt. Mir fiel zuerst Filzstift ein, aber ich mag keine Filzstifte und hab auch kaum welche. Hab schließlich die Ölpastellstifte genommen. Der Strich ist zwar ein bißchen weicher, aber ich kann ihn mit der Gummispitze schärfen. 
 


Die Striche um die Männchen herum deuten Bewegung und Richtung an. Bei dem kleinen Hund ganz unten links auch ein Bellen. Fast alle Figuren haben die Schultern hochgezogen, Hieroglyphe für Kraft, Anstrengung, Aktion.  

 Ich mag dieses Engelmännchen! Oder ist es Batman?




Ein bißchen Binnenstruktur entsteht doch durch das Ölpastell. Ist nicht Haring-entsprechend, aber ich mag das.



Manchmal frage ich mich, was ich sehe, wenn ich es nicht abzeichne. Gar nichts, scheint mir. Die Entdeckungen, die durch das Zeichnen und den dazugehörigen Blick passieren, machen mich immer wieder sprachlos.


In Heimersheim gestern, mit dem Fahrrad zur Tierärztin.





Ein weiteres, bisher kaum bemerktes Kreuz an der Idienstraße, mit den Symbolen der Passion. Die 5 ist so eigenartig gezeichnet. Beim näheren Hingucken wundere ich mich, daß ich die Zahl so leicht erkannt habe.