Die Blaufrau

Mein Bild
Malen, Zeichnen und Textilkunst haben mich mein Leben lang begleitet, je länger, desto intensiver. Ich bin gespannt, wo es noch hingeht!
Posts mit dem Label Zeichnung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Zeichnung werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 4. April 2021

Was da ist


 Ein schöner Künstlerinnen-Nachmittag im Atelier. Stricheln, schauen, reden. Die Blätter füllen sich sozusagen von allein als Reaktion auf das, was ich um mich herum sehe. 

Blinde Kontur mit Kohlestäbchen und den dicken Kohlechunks (wie wäre es, mit einer Kohle zu zeichnen? Wüßte allerdings nicht, wo ich eine hernehmen sollte, nur Grillkohle ist überall). A2 ist kaum groß genug, wie gut, daß ich mir diesen Block gekauft habe. 

 

 

 

Fensterbank im Atelier - ich liebe immer wieder diese Zusammenstellungen; ob zufällig oder arrangiert

 


Schwarz ist schwarz ist schwarz. Wieviel Kraft man damit ausdrücken kann. Der Klotz über dem Schwarz verwischt und tönt ab, deckt aber nicht zu, merken. Schichten ... auf Pastellpapier ...





Ein Porträt über den Tisch hinweg - Hilfe! Uuuuhhh! Hohe Kunst=hoher Druck! - Oder auch nicht. Loszeichnen und gucken, was rauskommt. Ich habe auf die Proportionen geachtet, nicht auf Ähnlichkeit. Eine Übung. Und bei den Händen hat es sich aufgelöst, da Bewegung. 

Nebenbei im kleinen Skizzenbuch

 




Ein Zwergenhut aus feinem Silberdraht mit ein paar Plastikperlen, Deko bei einer Geschenkverpackung

Papier eingefärbt mit dem Tuch, an dem ich mir meine kohlebeschmierten Finger abgewischt habe

mit hartem Bleistift
 




Einüben ins Sehen, immer mehr, immer kleiner ...



Sonntag, 22. November 2020

Weitere Striche

Mein geliebter Blick aus dem Fenster jeden Morgen: flach fallendes rötliches Morgenlicht auf den Weinbergen mit den rostroten Blättern, die mehr und mehr abfallen ... Ich pausiere mit dem Stitch Club, habe wieder mehr Lust auf Zeichnen.

Auf A4 und A3 mit den Buntstiften



 
Striche in verschiedene Richtungen, unruhiger; die letzte Lage mit Grafit. 

 
Ich bin erstaunt, wie die Farben sich beim Übereinanderlegen mischen, was da durchschimmert. Es bleiben kleine Lichtflecken stehen - die Technik ist vielleicht was für die Wasserbilder.

---------------------

Und: Geburtstagskarte für Petra ;-)))


 

Donnerstag, 12. November 2020

Vom Stich zum Strich

 Die Stickerei nimmt durch die ständigen Anregungen im Stitch Club so viel Raum ein, daß mir meine Stifte ganz verwaist vorkommen ... Ich hatte richtig Sehnsucht danach, wieder einen Stift in der Hand zu haben. Und beim letzten Künstlertreff-Nachmittag bei Eva war es dann soweit - und aus lauter Vorfreude auch schon am Morgen ...

Frühstückstee mit Bunt- und Grafitstift (das wäre doch mal ein Bildtitel ;-)). In Gedanken bei dem Bachbett in Schottland mit den gestreiften Steinen, ohne es nachzeichnen zu wollen. Hat was Landschaftsartiges, als würde man mit den Strichen ein Höhenprofil nachziehen. A4. Drängt über den Rand hinaus. Ich mag das Schillernde, das könnte man auch mal mit anderen Farben probieren.


 

Und am Nachmittag auf A2 mit den dicken Grafitblöcken und Buntstiften, eine schöne Kombination aus Fein und Breit mit allen Varianten dazwischen. Fast war mir A2 noch zu klein! Auch das möchte über den Rand hinaus.


 

Gezeichnet ist es in der Waagrechten, aber wir haben es beim Betrachten um und um gedreht, und so gefällt es mir derzeit am Besten. Ich weiß noch nicht, ob ich es so lasse, fixiert ist noch nichts. In meinem Bilder-Sammelsurium fällt es aus dem Rahmen, und ich glaube, ich muß es ein Weilchen ruhen lassen.

Auf Pastellpapier probieren, mit Pastell und den dicken Kohleblöcken! 

--------------------------------------



Ein paar Tage später eine Tagebuchzeichnung mit Öl- und Wachspastell über Tusche. Nachdem ich mir den kleinen Ausstellungskatalog von Cy Twombly-Zeichnungen aus den 70er Jahren angeschaut hatte. (Der scheint jetzt dran zu sein. Habe mir einen dicken Kunstband über ihn gegönnt und freue mich aus Schmökern und Gucken und Nachdenken.)

Samstag, 17. Oktober 2020

(Andere) Wege in die Abstraktion

 Ich hatte mich auf den Online-Kurs am letzten Wochenende gefreut, aber es haben sich leider zu Wenige angemeldet. Zufällig, wenn es sowas gibt, geht es im aktuellen Stitch Club-Workshop auch um eine abstrakte Aufgabe. 

Der Startpunkt sind leicht geknüllte Blätter und die Formen, die durch die Knicke entstehen. 

 


 

Mir kamen die Lederstücke in den Sinn, die schon lange in meinem Vorrat herumliegen, und ich habe fröhlich angefangen, die aufzunähen. Dazwischen soll dann Stickerei. 


Sabine Kaner, die Kursleiterin, hatte als Anregung gegeben, die Formen auf dem Stoff erstmal farbig zu malen. Hab ich mit Inktense-Stiften und etwas Wasser gemacht, damit die Farben nicht zu sehr verschwimmen. Aber es war zu früh, ich hätte es erstmal auf dem Papier mit Grautönen versuchen sollen. Hab ich heute, also nachträglich, gemacht. Nutzt mir für dieses Stück nichts mehr, aber ich wollte es zumindest ausprobieren.

 



 Ein anderes Blatt gefällt mir damit auch viel besser.

 

Weil ich mit der Applikation nicht so recht weiterkam, habe ich einen anderen Ansatz dazwischen probiert, in der Hoffnung, daß sich die Arbeit an zwei Stücken gegenseitig anregt: die Linien des gleichen Blatts mit einem dicken Faden wie eine Zeichnung auf den Stoff nähen und dann sticken. Habe mich auf schwarze Garne beschränkt.





Auch da stecke ich etwas fest. Wenn ich eine Orientierung an einem Bild habe oder auch an der Vorstellung von etwas Organischem wie bei der transparenten Stickerei von der Melde, fließt es anders. Hier taste ich im Leeren herum. Ich vermisse das Gefühl des Findens, das sich sonst einstellt, wenn ich verschiedene Möglichkeiten überlege, was zu machen, und es dann sagt: ja, genau das ist es. Das bleibt bisher völlig aus. Vielleicht liegt es nur an einem Mangel an Übung, an Training im Sehen von abstrakten Formen, Farben, Tonwerten, Linien - ob das nun Striche sind oder Fäden, Farben oder Stoffe. 

Der Weg in die Abstraktion führt im Moment steil bergauf.

 

Freitag, 9. Oktober 2020

Transparenz

 im letzten Stitch Club-Kurs mit Vinny Stapley. Leider hab ich nicht viele transparente Stoffreste - meine Stoff-Vorräte kommen ja mehr aus dem Bereich Kleidung, und ich trage selten Chiffon, Organza usw. 😉

Dafür hab ich unterwegs am Feld ein paar Stücke halbtransparentes Gewebe gefunden, schön faserig, den mit Textilfarben eingefärbt und verarbeitet mit Schnipseln von Gisela aus Berlin, mit einem Abschnitt eines Seidenschals, mit einem Stück alter Spitze. Mit Vorstich, Kreuzstich und sehr offenem Knopflochstich verbunden; schön, wie die Fäden durchscheinen. Die Zeichnung der Melde, in drei Stoffen ausgeschnitten, darauf verteilt und mit Stichen befestigt.

 

 

Details:



 

Vor dem Fenster sieht es besonders schön aus:

 

Ich hätte die Pflanzenformen ein bißchen besser verteilen können - war froh, als sie heil gelandet waren. Vor allem der dunkelgrüne Futterstoff, der mir unter den Händen zerfaserte. Die Blüten der Spitze setzen die Bewegung schön fort. 

Eine Variante ganz in weiß mit noch mehr Stickerei wäre auch schön. Und unterschiedliche Stärken von Fäden - hier ist Nähgarn und einfädiger Sticktwist.


 Die Zeichnungen der Melde (aus dem Garten):




  

 


Ein Morgen

in schlechter Stimmung mit Resten vom Vortag. Eine Spirale, zwei, mit Achtsamkeit. Es war, als würde ich meine Gedanken mit jeder Kurve tiefer in das Blatt hineinziehen, tiefer in eine Ruhe, die dann den ganzen Tag anhielt. Unbeabsichtige Kunst-Therapie.

 


 

Wie wäre es, einen ganzen Nachmittag auf einem richtig großen Blatt weiterzumachen? Ich hab ja jetzt ein paar nach dem letzten Gerstäcker-Einkauf ...

Urlaubsspeicher

Rückblick auf einige Momente der Ruhe, des Wartens, des Innehaltens während der Wandertour. Manchmal ging es darum, die Zeit auf gute Weise zu füllen, wenn mir ein Zug vor der Nase weggefahren war, manchmal darum, ein bestimmtes Detail wiederzugeben, was mit der Kamera nicht so gut möglich war. Wie immer bin ich erstaunt über die "Speicherfähigkeit" der Zeichnungen, wie sehr der Moment des Zeichnens darin enthalten ist, auch wenn ich diesen Moment in der Konzentration auf das Schauen und den Strich gar nicht so erlebt habe. Er ist woanders abgelegt.

 





































Freitag, 21. August 2020

Striche ...

 Zeichnungen nach dem Kompositionskurs: sind mir plötzlich leichter gefallen. Als hätte mir das mehr Sicherheit gegeben, oder mehr Mut. Ein Nachlese.

Erstmal (endlich wieder) ein Künstlertreff! Zeichnungen aus Evas Atelier, wo es, wie überall im Haus, viel zu sehen und viel zu zeichnen gibt. Und Atelierbilder haben Tradition ...

Vor- bzw. Probezeichnung zur Orientierung - wie groß soll die Lampe sein, wo läuft das Kabel entlang. Im kleinen Skizzenbuch mit Zeichenfüller.

 

 

Auf A3 mit Tuschestift - ich brauche immer ein bißchen Mut für diesen Stift, denn es gibt keine Möglichkeit zur Korrektur. Ich hab mir Mühe gegeben, den Lampenschirm groß zu machen; könnte noch größer sein.

 

 

Nochmal mit Zeichenfüller im kleinen Skizzenbuch ein Blick ins Regal mit den schönen Apothekerfächern

 

 

 

Tagebuchzeichnung am Morgen (beste Zeit für spontane Zeichnunge!), Schatten an der Wand über der Spüle, Füller und Buntstift

 

 
 
Für Mini-Zeichnungen hab ich Blätter aus dem Stellfeld-Heften, die ich fürs Buchbinden mit Gesso übermalt hatte, klein geschnitten, ungefähr A7 (schön, daß diese Hefte nicht der DIN Norm entsprechen ;-)) 
 
Spülkram, mit Inktense-Stift, vermalt. 
 
 
Und eine Zug-Zeichnung aus dem Gedächtnis mit Bleistift und Buntstift. Ich hab seitdem noch mal geguckt, das Haus und der Garten sehen natürlich anders aus. Egal.









Sonntag, 26. Juli 2020

Alles immer da ...

Nachlese vom Zoom-Kurs gestern, Zeichnerische Kompositionsübungen an der Alanus-Akademie. Eine Nacht späte, ein paar Stunden im Wald später, eine Eichelhäherfeder und einen Juli-Strauß aus Wilder Möhre und Rainfarn später ... nun ist der Kopf wieder freier.

In letzter Zeit scheint alles zusammen zu kommen. Und auch der Kurs paßte gut in diese Re-Vision. In der Besprechung der Kompositions-Prinzipien und -Möglichkeiten und in der Betrachtung der entstandenen Arbeiten bin ich auf so vieles gestoßen, was ich "irgendwie" schon wußte und schon sah, aber diesmal in einen Zusammenhang gebracht. Sehr reichhaltig!

Aufgabe 1: 5 Alltagsgegenstände auf einem A2 Format anordnen, die Variationen fotografieren, drei aussuchen und sagen, welche einem am besten gefällt. 









Das war meine Wahl. Ich mag die kompakte Form gegen die Linien, die durch die Schatten nochmal variiert werden. 


2. Aufgabe: aus gerissenem Papier Formen legen auf A3, dabei Kompositionskontraste beachten; mit vorgegebenen Begriffen assoziieren
 



 Flüstern


Stau


Geisterspiel



 Transzendenz


 Gefunden

Obwohl wir ausführlich über die Arbeiten sprachen, fällt mir erst jetzt auf, daß die letzten drei alle die Diagonale von unten links nach oben rechts betonen. Wie Martin sagen würde: Nicht falsch, aber nicht bewußt. Wie bei der Alexander-Technik: mir bewußt machen, was ich tue.


Aufgabe 3: Lineare Zeichnung der 5 Gegenstände auf A2 mit Aufmerksamkeit auf die Kontraste (Richtung, Größe, Form, Anordnung - ich kriege die Begriffe schon nicht mehr zusammen)  



 Mit Zeichenfüller, weil ich ja brav ein Medium mit gleichbleibendem Strich genommen habe, wie in der Versuchsanordnung vorgesehen - keine ausdrucksvollen Striche, keine Schraffierung oder Schummern oder sonstwas. Nur Linien. Das fiel schwer! Und die Größe war auch schwer hinzukriegen, ich hab alles etwas kleiner gemacht, als ich eigentlich vorgehabt hatte, die Gliederpuppe und der Krug sollten kräftig angeschnitten sein. Ich hätte die Gliederpuppe viiiiiiiel größer machen können, sehe ich jetzt, das wäre gut gekommen. Abstand bringt einiges.


4. Aufgabe: Blatt halbieren und eine Hälfte weiter bearbeiten und intensivieren, mit gleichem Mittel.




Auch hier hätte ich einen Teil der Gliederpuppe nehmen können. Das ist mir gar nicht eingefallen. Wollte den Krug einbauen, weil ich den so gern mag - habe dann überlegt, was das mit dem Bildganzen macht und dachte, ok. 
So könnte es gehen: die Ideen kommen lassen und dann gucken, wie ich sie einbauen kann, und dabei an die Komposition, an die ganzen Kontraste denken und was sich damit ausdrücken läßt. Kombination von Intuition und Nachdenken, wobei die Intuition zuerst kommen muß. Das allein ist schon ein wertvolles Ergebnis für mich. 

Wie schön es ist, sich mit anderen über das auszutauschen, was man gemacht hat, und die Arbeit der anderen zu sehen. Martin sagte, man lernt mehr aus den Arbeiten der anderen als aus den eigenen, weil man für die eigenen so betriebsblind ist. Das sei auch der Sinn von Kursen und Kunststudium. (Dieser Blog ist ja mein Versuch, meine Betriebsblindheit etwas auszugleichen.) Seine Aussprüche während des Tages haben bei mir jedes Mal Aha-Momente bewirkt. 

Welche gab es noch? Daß das beste Mittel bei der Arbeit an einem Bild das Reduzieren ist. Daß wir uns so gern auf ein Objekt stürzen und das liebevoll malen oder zeichnen, daß wir das Bildganze darüber vergessen. Daß wir unbewußt immer und sehr stark den Drang zum Harmonisieren haben - mittige Anordnung, gleiche Größe, Ausgewogenheit - und daß es gut sein kann, bewußt Spannung zu schaffen, um das auszudrücken, was wir wollen. - Das sind nur einige, mir fallen bestimmt noch ein paar ein ...

------------------------ 

Videokonferenz ist was Anstrengendes! Wir hatten nicht nur einen strammen Zeitplan (was essen und einen Tee trinken mußten wir zwischendurch einbauen), sondern es fehlt auch was Wichtiges, wenn man sich mitteilt, aber nicht zusammen im Raum ist. Und ich habe den Eindruck, daß wir ständig versuchen, dieses fehlende Element auszugleichen, vergeblich. Nach dem Kurs war ich so fertig wie lange nicht. Bereichert und erfüllt, aber total hinüber. 

Und jetzt ein Bild ... ich habe so lange nur Skizzen gemacht oder Studien, aber kein Bild (außer mit Textilien). Und ich denke, es sollte was Jetziges sein, keins der Urlaubsbilder, obwohl es da reichlich Anregung gibt.