Die Blaufrau

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Malen, Zeichnen und Textilkunst haben mich mein Leben lang begleitet, je länger, desto intensiver. Ich bin gespannt, wo es noch hingeht!
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Mittwoch, 19. Oktober 2016

Nur gucken

Zu mehr hat es nicht gereicht - falsch: zum Gucken und Ausprobieren muß ich mir eine Lichtung Zeit freischaufeln, aus dem Alltags-Machen-Modus bewußt heraustreten. Inhibition (Raum zum Atmen, zum Sehen, Raum für alles Mögliche - eine weitere Umschreibung für Inhibition). Gestern abend auf dem Küchentisch.

Das Taschentuch Nummer zwei



 So weit gediehen. Eine neue Form ist dazugekommen, das Schachbrett, ein "Auswuchs" der Vorstichreihen. Spricht mit den Stoffquadraten, nimmt das aufgenähte Patchworkstück auf. Schachbrettblume, fällt mir ein.






Und jetzt komm ich erstmal hier nicht weiter, weil mir das graubraune Stickgarn und die weiße Nähseide ausgegangen sind. Ich kann sie erst am Samstag nachkaufen.


Der sanfte Stern

 


Wo wird der mal landen? Sicher nicht auf dem bunten Sammelsurium, auf dem er jetzt liegt (ausgebreitete Stückchen auf dem Küchentisch, bedecken schon einiges an Fläche). Er ist wie ein Vexierbild, auf dem das Auge hin- und herschaltet und sich nicht entscheiden kann. So viele Formen darin zu sehen. Mir gefällt das Un-Exakte im Exakten, es ist ein bißchen spielerisch, offen, ein Augenzwinkern. Die traditionellen Patchwork-Formen sind mir immer etwas streng, besonders wenn sie aus neuen Stoffen gemacht sind. 


Hin und her


Ich brauch wirklich eine neue Kamera! Zwei Stückchen aus dem Walnußglas auf den zusammengesetzten Stoffproben (das waren teure italienische Stoffe, damals aus Berlin, von Sabine abgegriffen, glaube ich; feine Wollstoffe, ein schöner gedämpfter Hintergrund. Ich hatte sie für mein altes Boppard-Projekt beiseite gelegt, das nicht über einige teilweise ganz schöne Proben hinausgelangt ist. - Meine Bestandsaufnahme steht noch aus.) Die gedämpften Farben passen gut aufeinander. Vielleicht zu gedämpft?

 



Mein geliebter alter Schlafanzugstoff. Und schon ist da eine Art Gebäude mit Kuppeldach. Und schon ist da eine Art Landschaft. Wie schnell wir etwas eine Bedeutung zuschreiben. 

 

 dunkler und heller Himmel, es steht in der Nacht und im Tag (wie aus Mio, mein Mio)


 Die Variante (oben) gefällt mir ganz gut...



ein Turm auf der Grenze zwischen Nacht und Tag
 


das ist aber auch ganz schön - vom hellen Vordergrund in den dünklen Hintergrund

 

Erstmal weggelegt. Es hat Zeit ...


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Die Jahreszeit beginnt, in der ich meine Wohnung an den Wochentagen nur noch bei künstlicher Beleuchtung sehe. Alle Farben verfälscht im Lampen- oder Kerzenlicht. Und jetzt regnet es, seit gestern abend, auch das ist dunkel. Ich genieße den Regen, den Gedanken, daß sich der Rhein wieder füllen und seine Kiesbänke zudecken kann. Die Kraniche ziehen jetzt über Bonn und das Drachenfelser Ländchen und über den Scheidskopf, wo wir sie vor Jahren mal gesehen haben, aber das war erst im November ...

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Gesammeltes Wochenende

Zu müde, um was Kreatives zu machen, also nur ein Bericht, um den blauen Faden nicht zu verlieren. 


Für den Kurs: Ta Moko für Männer, ein Schema. Gestern gezeichnet. Darauf kann ich die Einteilung klarer sehen als auf der großen Skulptur mit den vielen Details. Bleistift und Tinte. Und ein Haufen Ideen, was ich damit weiter mache.

Das große Walnußfärbeglas am Sonntag ausgeräumt. Die Stoffstücke sind wie mit einem sehr willkürlich-wilden Shibori-Falt- und Knittermuster bearbeitet. Besonders schön über der blauen Färbung.
Das rote Garn hat einen schönen Herbstlaubton bekommen, und der blaumelierte Sticktwist ist grünlichbraun.
 





 Spaziergang an der neuen Umgehungsstraße entlang Richtung Ahrweiler. "Mein" Birnbaum im abgeernteten Feld.



Am Wegrand die Samenkapseln von Disteln, daumenlang, mit fein ziselierten Flügeln gefüllt, die die Samenkörner halten. Sie streuen bei der kleinsten Bewegung. Die Kapsel wie der Kopf eines sehr stachligen Fischs.



Windrädchen-Blume und Schatten vor dem Küchenfenster heute morgen. 


Manchmal reicht Sammeln, um den Kontakt nicht zu verlieren, selbst wenn sonst nichts anderes möglich ist. 

Dienstag, 27. September 2016

Walnuß und Zwiebeln





Die Gläser sahen aus wie mit zwei verschiedenen Arten Ursuppe gefüllt. Eins mit Walnußschalen aus den Ahrwiesen (trocken und steinhart unter den Füßen, gelbes Gras, einzelne grüne Halme, die schon einschrumpfen, weil das Wasser fehlt), eins mit Schalen meiner Zwiebeln aus dem Garten. Übers Wochenende auf der Fensterbank. Am Tag heizten sie sich in der Sonne auf, nachts kühlten sie runter wie im Kühlschrank.

Die Garne sind in Abstufungen gefärbt, je nach Lage das Fadens im Strang. Mal sehen, wie lang die Farbe hält, es ist nichts fixiert. 




Sticktwist, Seide und Perlgarn mit Walnuß


Perlgarn und Baumwolle aus der Ateliergemeinschaft mit Zwiebelschalen



Perlgarn mit Walnuß (unten) und Zwiebelschalen (oben) 

Ich freu mich schon drauf, mit diesen Garnen zu sticken. Sie fühlen sich auch nach dem Ausspülen ein bißchen fester an als vor dem Färben, als hätten sie eine Substanz aufgesogen, was ja vielleicht auch stimmt. 

Und hier der nächste Ansatz mit Walnußschalen von Micha, in einem Riesen-Gurkenglas. (Bei mir ist nun Sauregurkenzeit.) Drin sind Baumwollstoffe, ein paar Stückchen aus der Blaufärbung von neulich, ein Stück rosa Bettuch von Barbara und zwei Stränge Garn, blaumelierter Sticktwist und dünnes pinkfarbenes Garn von einer der Spulen. Was für ein Material? Weiß nicht. Lauter sehr leuchtende Farben, stark glänzendes Garn. Wie wird die Farbe "ermüden"? Es müßte ein matt leuchtendes Rotbraun werden.