Die Blaufrau

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Malen, Zeichnen und Textilkunst haben mich mein Leben lang begleitet, je länger, desto intensiver. Ich bin gespannt, wo es noch hingeht!
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Mittwoch, 2. September 2020

Aus dem Staunen heraus

 Die fertige Collage nach der Aufgabe von Ailish Henderson. Grund ist wieder ein Sandwich-Papier aus Hintergrundstoff, Karte, weißem Papier mit ein paar Linien fürs Gesicht, und einem Stück Stoff als Erinnerung an die Apfelblüten im Garten von Gerry's Hostel.

Und der Zwang zur Ähnlichkeit hat wieder zugeschlagen. Ich habe mich wie von einem Magneten gezogen gefühlt, auf diese Ähnlichkeit hin zu arbeiten. Das Gefühl war sehr vertraut. Beim nächsten Anlauf möchte ich das durchbrechen - wenn ich von meiner Wanderung zurückkomme. Grundsätzlich hat das Formen mit Stoff- und Papierschnipseln und Maschinenstickerei Spaß gemacht. Also nochmal - nur anders.

 

 

 

Das Weiß des Papiers im Gesicht stört mich etwas, es sieht wie eine Clownsmaske aus. Nachträglich Färben geht aber nicht, das wird Murks mit den darauf genähten Stoffen. Der Tüll ist schön zum Schattieren, mal in Stoffgeschäften gucken, ich hab jetzt nur noch Weiß und Hellblau. - Eigentlich gefällt mir die Collage doch ganz gut. Ich darf nur nicht denken, das ist mein Gesicht.

Samstag, 22. August 2020

Sollen und Dürfen

Im Moment sieht es so aus, als hätte ich mich übernommen. Der Stitch Club mit den wöchentlichen Workshops, der Workshop im August Macke Haus (wird später gepostet), meine Faszination für Öl, alles will jetzt und sofort gemacht werden. Ich muß mich daran erinnern, daß ich das alles freiwillig mache, daß mir keiner im Nacken sitzt außer ich mit meinem Anspruch, in dieser Zeit, die mir etwas mehr Zeit läßt als sonst, so viel wie möglich zu machen und zu lernen... Ok. So viel wie MÖGLICH!!!

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Die kleinen Landschaften, die ich im Stitch Club Workshop von Cas Holmes gemacht, aber nicht gepostet habe - ich kann im Moment das Tempo nicht halten - Stoff und Momigami-Papier, weich geknetet, zusammengestellt und überstickt. Ich habe mich mit der Stickerei lange rumgequält, wieder mal zu sehr im Abbildungsgedanken verhaftet. 

Das erste Stück war besonders zäh. Nach dem Zerschneiden ging es.

 Eine kleine Häuserszene mit Skyline aus Butter-Papier. Das hat schon mehr Spaß gemacht.



Erst beim letzten Stück war ich soweit, zu denken: Ach, was solls, und schon wurde die Arbeit leichter und freier. Ein Stück Dschungel.


Das Papier wird weich beim Kneten, dem Stoff ähnlicher. Beschichtetes Papier wie Geschenkpapier verliert die Beschichtung ein bißchen, bekommt Patina. (Das kann ich bei dem aktuellen Wochen-Workshop gut anwenden! - Knoten ins Ohr) Läßt sich schön besticken, das hab ich bisher nur mit der Nähmaschine gemacht.

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Ein erster Sampler für den Workshop von Julie B. Booth: Variationen über den Knopflochstich. Das muß ich ein anderes Mal weitermachen. Auch nicht im Stitch Club gepostet. Zweiter und dritter Schritt fehlen noch.

 

 

 
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Und als Kontrastprogramm was Ruhiges heute morgen im Aquarellskizzenbuch, vom Frühstückstisch aus, beim Lieblingstee.



Sonntag, 12. Juli 2020

Wortkarg

Das Textilbuch zum Wochen-Workshop von Mandy Patullo. Darüber hab ich jetzt im Stitch Club schon so viel geschrieben, ich hab gar keine Lust auf Wiederholung. Deshalb lass ich das jetzt mal so stehen.












 

Sonntag, 7. Juni 2020

Buschwindröschen

Stitch Club die zweite Woche - Workshop mit Merill Comeau, von der ich schon auf Textileartist.org gelesen hatte. Viel Handstickerei, halb abstrakt, ausdrucksvoll. Eine Blume oder Pflanze finden, die aktuelle Gefühle symbolisiert, und das mit Stoff und Stickerei nicht so sehr abbilden als ausdrücken. Ich dachte erst, das geht zu sehr in eine Richtung, die ich schon vergeblich probiert habe, und war etwas skeptisch, ob ich es hinkriege, nicht zu sehr "abzuzeichnen" - wenn mir nichts einfällt, halte ich mich so gern fest an dem, was ich sehe, und das wird dann steif und ausdruckslos. 

Aber die Hilfestellungen, die Merill Comeau in ihrer Anleitung gibt, sind hilfreich, um an dieser Klippe vorbei zu kommen.

Meine Blume: mein geliebtes Buschwindröschen. Steht in der Blumensymbolik unter anderem für Aufrichtigkeit - in dieser Zeit, die so vieles aufdeckt - für mich für den Frühling, die Liebe zum Wald, und in diesem Frühling ganz besonders. 




Der Hintergrund: Stücke von alten Projekten, von meiner Tasttafel zur Bauhaus-Frauen-Lesung, Schnipsel. Der Tipp, die Stoffe nicht unbedingt nach Farben, sondern nach Tonwerten zu sortieren und auszuwählen, hat mir die Zusammenstellung sehr erleichtert, das muß ich mir merken! 
Ich habe das Stück erst quer genommen, das hat mir nicht so richtig gefallen, und beim Drehen fand ich das so viel besser. Mehr Waldboden im Vordergrund, der Durchblick zum Himmel zwischendrin wie durch Bäume.
 



Die Stickerei sollte nicht beschreiben, sondern einen Eindruck wiedergeben - der Waldboden mit seinen kreuz und quer liegenden Blättern vom Vorjahr. Eher ein Eindruck der Struktur. Einmal angefangen, hätte ich am liebsten über das ganze Bild gestickt. Aber einige Stellen müssen frei bleiben.- Bei den Vorstichen hatte ich die Befürchtung, ich bleibe bequemerweise bei meinem gewohnten Stich. Wie Ausruhen. Aber ich glaube, es paßt.
 


 Die Stickerei geht weiter, ich ersetze ein Stück Stoff durch ein anderes. Ein bißchen wie malen. Man könnte immer mehr kleine Schnipsel darauf setzen und mit der Stickerei befestigen, kleine impressionistische Farbkleckse.



Ein Hinweis auf die rötlichen Rückseiten der Blüten.




Eine Verwendung für die übrige Fäden: hier die Blütenmitte mit den gelben Staubgefäßen.




Ich weiß nicht, ob es fertig ist - es muß erstmal ein bißchen hängen. Es macht Spaß, über das Rechteck hinaus zu gehen! Muß nur noch eine Möglichkeit finden, den Stoff zu verstärken, so daß ein überstehendes Stück nicht einfach runterhängt.

 

Mittwoch, 29. April 2020

Zeit ... und Erinnerungen

... oder wie auch immer. Alles zusammen.

Zeit: hab ich jetzt mehr, real und gefühlt. Und es ist weniger Druck, was zu machen, denn einiges kann ich im Moment (wie alle) nicht machen. Und in der unbedrückten Zeit breiten sich Ideen aus, Ideenkeime treiben Blüten. 

Zeit: Lange haben die Blätter an der Pinnwand nebeneinander gehängt, und nun habe ich mich vielleicht an diese Zusammenstellung gewöhnt - und plötzlich finde ich, daß sie zusammen passen. Füge sie zusammen. Die Idee, die mich zu den Stoff/Papiercollagen gebracht hat, lebt auf. 

  
Die Collagen oder Teile davon zusammen mit auf Stoff übertragenen Fotos. Ich spiele noch mit Motiven, Gläser, Feder, Tassen - Erinnerungen an ungezählte gemeinsame Tassen Kaffee, Gläser Wein. So aneinander gefügt sehe ich oder erfühle ich eine Geschichte, die ließe sich so erzählen. Nicht chronologisch, sondern visuell, taktil (meine Liebe zu bestimmten alten Stoffen, die ich zum Teil schon lange horte). 


  
Die Kaffeetafel zu Gilles 50. Geburtstag, mit geliebtem altem Porzellan. Foto mit Lavendelöl auf einen zarten Baumwollstoff abgedruckt, darüber eine Seite aus einem Bachblüten-Buch. Spiegelverkehrt, aber macht nix. Schrift und Druck auch als Zeichen von Erinnerung, niedergeschrieben, festgehalten. Ich bin immerhin ein Bücherwurm. - Die Rose von Evas Kissenstoff gehört unbedingt in die Ecke.
 

  
Die Form umrandet mit weißem Maschinenstickgarn (viel zu glatt, rutscht ständig aus der Nadel, aber ich wollte was Glänzendes haben). 

Wird weiter überstickt, unter anderem mit Linienstich.


 Proben





Alte Lieben - ich wälze meine alten Stickbücher auf der Suche nach Vorlagen. Sowas wird normalerweise auf Zählstoff gestickt; deshalb hab ich das Muster auf Transparentpapier gezeichnet und durch das Papier gestickt, das hinterher weggerissen. 





Funktioniert, aber die Stiche liegen dann recht locker auf dem Stoff, und je nach Muster ist das Wegreißen lang und kniffelig. Zweite Möglichkeit: mit Kopierpapier auf den Stoff durchzeichnen. Die Farbschicht des Kopierpapiers ist kreidig und reibt sich ab, stört dann also nicht.

So ein Muster soll halbwegs über die Kaffeetafel, wie ein ausgefranstes Stück Spitze. 


Auf das übertragene Foto von den Steinen am Michaelsbrunnen in Potsdam eine Spirale - der Ring, den ich mit Gille zusammen in Potsdam gekauft habe.


 gezeichnet mit den neuen Kohlestiften




 Gestickt in drei Reihen Stielstich dicht aneinander, ich wollte eine glänzende flächige Linie, umrandet mit dünnem Nähmaschinengarn mit dem Überfang/Stielstich, den Emily Tull in ihrer Stitch Challenge vorgestellt hat.

Für mich haben diese dicht gestickten Formen eine enorme Präsenz auf dem Stoff (die Knoblauchknolle auch). Frage mich, woran das liegt. Ich liebe das. Würde am liebsten alles Mögliche so sticken (und wäre damit bis ans Ende meiner Tage beschäftigt ;-)) 




Es ist bestimmt handwerklich nicht korrekt, eine Stickerei über die andere zu legen, aber ich plane das nicht von vorn bis hinten, geht gar nicht. Also passiert das. Und ich mag hier die Kombination der lockeren Vorstiche mit der dichten Fläche.


See und Himmel: der schmale Luzin. Auch ein übertragenes Foto mit weiterem Stoff drüber, und ein lange gehortetes Stück Organza zum herbstabendlichen Abdämpfen der Farbe. Da wird Vorstich drüberkommen.

 




So weit so gut. Ich habe etliche Hintergründe, Motive für drauf; die Komposition ist wie immer bei mir ein schwieriges Thema. Viele viele Fotos ...

Samstag, 4. April 2020

Balance

Community Stitch Challenge, Woche 2. Aufgabe von Cas Holmes, von der ich schon drei Bücher habe, sehr inspirierend. Eine Collage aus Stoff, vielleicht Papier; Gefundenes, Vorhandenes, Alltägliches.

Erstmal kämpfe ich mit der Komposition und mache an einem Abend Fotografien von allen möglichen Varianten - und komme tatsächlich zu einem HIntergrund, mit dem ich zufrieden bin. Ich traue mich sogar, das kostbare Stück Chiffon einzusetzen; ich weiß nicht mehr, woher das ist, vielleicht Gisela, die Hutmacherin?

Das Hauptmotiv ist die Teedose. Eine klare Form, und der Tee am Morgen ist in den letzten Wochen so ein schönes Element im Tag gewesen. Bei den bedruckten Papieren aus dem Sketchbookds-Kurs gibt es einige Möglichkeiten.







Die rote Variante ist mir hier zu gewichtig - wäre aber auch möglich. Das gestreifte Stück mußn irgendwie sein, ich brauche etwas Lineares als Kontrast.






Das hellere Papier, aber mit Nußbeize nochmal etwas dunkler getönt, damit es sich besser vom Hintergrund abhebt; eine andere Platzierung; schonmal eingezeichnet der Umriß von Spitzwegerichblättern aus meinem Pflanzentagebuch, für den Frühling. - Wie schön, eine meiner Zeichnungen zu verwenden!


 


Stickerei auf der Teedose, locker, ungenau, dazu muß ich mich zunächst überwinden. Der gelbe Vorstich für den Hintergrund ist Gewohnheit, entspannend, ein bißchen Licht. Die Stiche in den beiden grünen Blättern sind auch eher grob, aber nicht schlecht, sie deuten die gebogene Struktur zwischen den Blattrippen an. Die Stiche unten links stören, sie wollen was beschreiben, tun es aber nicht richtig, entweder zuwenig oder zuviel. Im Zweifelsfall weglassen. 





Der leere Raum zwischen den beiden Blättern stört mich. Und ich habe ständig daran gedacht, Blütenmotive aus dem alten Kissenbezug von Eva einzuarbeiten. An einer Ecke finde ich eine sehr fadenscheinige Stelle und setze sie als eine Art Blütendolde in das V. 
 




 Mit Fliegenstich in Weiß (weiße Blüten im Moment überall, der Schwarzdorn verblüht, die wilden Kirschen fangen an), ein paar Vorstichlinien über dem Chiffon und einem Rahmen aus Blusennähten ist die Collage jetzt komplett, auf ein Stück Universalpapier aufgenäht und hängt über dem Teeregal in der Küche.

 Ich bin ganz zufrieden damit. Vor allem mit der Arbeitsweise. Viel Fotografie, um Abstand zu gewinnen und Lösungen zu suchen. Auftrennen - also nicht aufgeben - einfach bleiben. Ein Balanceakt.









 

Samstag, 15. Februar 2020

Winterfarben

Nach der Wanderung an Maria Lichtmeß ("Lichtmeß - Spinne vergess - krumm Mess in die Hand - in de Wingert gerannt") Erinnerung an die Farben, mit Stoffen und Fäden.





Aus der Schnipselschachtel, grau und braun. Wie farbig das immer noch wirkt.


Ein Abend an der Nähmaschine, mit zusätzlichen Schnipseln und verschiedenen grauen Nähgarnen - und einem Gelbgrün, Vorgeschmack auf den Frühling. Die Seide wellt sich zwischen den Stichen und bekommt Struktur, die anderen Stoffe werden flacher, die Farben werden gedämpft. 

Malen mit der Nähmaschine. Sie greift auch die kleinsten Stückchen noch sehr gut. In die Kiste mit den Nähmaschinenproben. Vielleicht wird ein Stoffbuch daraus. Welche Stiche eignen sich noch für das Übernähen? Wie mischen sich die Farben des Stoffes und des Nähfadens?
 


 Die Rückseite.

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Noch mehr Nachklang der Winterfarben im Tagebuch - die farbigen Kohleblöcke, Pastell, Buntstifte. Hier und da ist schon der Frühling zu ahnen ...





Collage über die Zeit - der Fotoschnipsel mit den Blüten klebt schon länger, dann ist der Schnipsel von den Kurs-Aufwärmübungen dazu gekommen, dann die wiedergefundene Quittung aus London vom Besuch 2000. Es darf langsam zueinander finden.

Mittwoch, 23. Oktober 2019

Auf der Suche nach schönen Worten

Es fängt damit an, daß ich ausräume. Ist irgendwie dran. Die Gedichtbücher hab ich bisher immer ausgespart, aber nun gucke ich mir die auch an - und finde den Band mit Gedichten von Christina Rossetti, der nur geistliche Gedichte enthält, so viel Zerknirschung und Schuld, Wertlosigkeit, Schwäche, Schande ... in so schöner Sprache. (Nicht die Gedichte, die ich so toll finde, wie Goblin Fair usw.)





Ein altes Buch von 1898 mit geripptem Papier wie Ingres, Büttenrand und gutem Einband. Zu schade zum Wegwerfen, und im Bonner Bücherschrank wird es kaum einen Liebhaber finden. Also ein Buch zum Reinmalen, Kleben, vielleicht auch Schreiben? Ein paar Reste der Dichterin muß es doch noch geben - ich könnte mir die Wörter raussuchen, die mir gefallen ... ich könnte ...




 Die Seiten sind schön gestaltet mit dem großzügigen Rand, der lädt ein.



 Aquarell, Inktense- und Albrecht-Dürer-Stift, die getrocknete Blüte lag auf dem Arbeitstisch in einer Ecke. Ich glaube, ich kann besser mit zufällig Gefundenem als mit sorgfältig Zusammengestelltem. Vielleicht ist das ein Niederschlag von Derek Jarmans Büchern, die ich gerade fasziniert lese. Sein Garten auf dem Kieselstrand von Dungeness, die Vorstellung, die seine Beschreibungen auslösen.


Der Zensor hat zugeschlagen: Schwarzes Gesso und Buntstift.


 Auf das Gesso kann ich später noch gut mit Pastell --- 




Mit Lasurorange und einem Stück Tortenspitze. Manchmal finde ich auf der ganzen Seite kein schönes Wort.
 





Nasser Inktense-Stift gerollt und goldfarbene Tusche, mit der Pipette aufgetragen.



 Gesammeltes und Gefundenes - davon gibt es noch viel!



Ich grabe Altes aus - Schablonen aus dem Kurs. Die Striche sehen aus wie Teppichfransen. Auch mit nassem Albrecht-Dürer-Stift gezogen.


Nur ein Anfang. Das ist ein Buch zum immer wieder dransetzen und was machen und ausprobieren und rumspielen.