Die Blaufrau

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Malen, Zeichnen und Textilkunst haben mich mein Leben lang begleitet, je länger, desto intensiver. Ich bin gespannt, wo es noch hingeht!
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Montag, 13. April 2020

Anknüpfen


(Ich sollte mal Wendungen aus dem Bereich der Stoffe zusammenstellen.) Anknüpfen an die "Challenge", Woche 3: das geschlossene Auge.





Ich hätte für die Fältchen einen anderen Stich nehmen sollen. Die Wimpern hab ich direkt vom Foto "abgestickt", ohne Zwischenzeichnung. Das geht besser als zeichnen, vielleicht gibt die Langsamkeit des Stickens mir genug Zeit um genau hinzusehen und mich nicht verwirren zu lasen.

Beim Sticken kamen mir ständig meine alten Strichzeichnungen in den Sinn (auch für sowas läßt der Vorgang reichlich Zeit), ich suchte mir den Knoblauch aus. Auf einem Läppchen aus teilweise selbst mit Tee und Zwiebelschalen gefärbten Stoffen und einem Stückchen Shibori. Mit Sticktwist, der ein bißchen weicher liegt als das Nähgarn.




Die Strichzeichnung






 Farbe und Struktur. Wieviel Körper die Knolle hat! Das Licht reflektiert sehr variabel auf den Stichen, je nach Winkel heben die sich kaum vom iHintergrund ab oder treten stark hervor. Mir fehlt noch was, wodurch die Knolle nicht so allein auf dem Stoff steht. Das Shibori-Stück als Fenster, den Vogel komplettieren, eine Linie von Küchensachen. Krug, Becher. Die Silhouette der Both'schen Villa - Mein ständiger lieber Küchenausblick? 

Die Wiederentdeckung des Plattstichs. Der hat so eine starke Wirkung, wie läßt sich so ein Element mit anderen Stichen, z. B. Vorstich, kombinieren? Wie sieht der Stich mit Nähgarn aus?

Freitag, 24. Februar 2017

Milchstraße

Mit einem Stück alter Tüllspitze, die sich viel weicher und geschmeidiger anfühlt als alle anderen Spitzenstoffe, denen ich begegnet bin. Schön, daß der Tüll ein bißchen über die helle Linie hinausgeht hier und da. Ruft nach Fortführung mit weißen Stichen, hoch zum dunklen Mond.




Mond oder Blüte. Oder eine Frucht. Die hellen Linien im dunkelblauen Streifen aufzunehmen war eine spontane Idee. Vielleicht sollten die sich nach links ins Dunkelblau fortsetzen. Ich habe die Linien mit hellem Vorstich vorgezeichnet, das klappt ganz gut, gibt der Nadel etwas zum Umwickeln. Deutlicher, als es eine nur gezeichnete Linie 

Die Linien, die ich heute morgen mit dem Markierstift gezogen habe, sind schon verblaßt, wie schön. 

Kannjetzt nicht mehr tippen, weil Lilly unbedingt schmusen möchte und mein Brustbein bearbeitet. Tieger sitzt auf dem Regal und guckt zu. Ich glaube, heute hat es wieder ein bipchen Streß gegeben während ich auf der Arbeit war. 

Dienstag, 20. September 2016

Kornblumenblau

Die Shibori-Stücke sind so schön geworden!



 Am besten gefallen mir die genähten Formen - einmal mit Vorstich rundherum, fest anziehen, den Stoffpuschel, der sich in der Mitte hochwölbt, mit dem Restfaden fest umwickeln. Hier auf der gemusterten Seide meiner alten Bluse.



Ich mag die Äderungen, die durch den gewickelten Faden entstehen. In den Blattformen lebt es. 










 








 Ganz einfach: Reihen Vorstich nebeneinander, die Fäden paarweise anziehen und verknoten. Probieren in Grau und Blautönen, in Braun: Riffelungen auf Sand, Rinde ... 

Hab mir bei Micha Walnußschalen bestellt. Das wird eine schöne Sauerei geben!

Donnerstag, 15. September 2016

Noch mehr Altes - Shibori

Lang ist es her seit Rumis Kurs in der Ateliergemeinschaft. Ich bin immer noch sehr zurückhaltend mit den schönen Stoffen, die da entstanden sind. Mit dem Anstoß von Glennis Dolce, über Spiritcloth, meiner neuen Bibel, gefunden, kommt jetzt ein neuer Anlauf. Nur bescheiden, ganz einfach. Ich mag es gar nicht so ausgefeilt und mehrfarbig. 

Letzte Woche hatte ich ein paar Stücke vorbereitet. 





 Das ist gestern dazugekommen. 


 
Vorstich in Reihen, dann zusammengezogen. Ein Stück alte Seide, das ich mal zum Sticken bemalt habe, Gelb und grüne Einsprengsel. Sieht aus wie ein Insekt, ein längsgestreifter, etwas verpeilter Tausendfüßler. (Sind Tausendfüßler Insekten?)

Habe noch ein paar alte Ärmel in Farben, die dann mit Blau überfärbt werden. Muß ich noch nähen, vielleicht morgen auf der Zugfahrt nach Boppard und zurück. Farben, die nicht so meine sind, die ich als zu grell empfinde. Mir ist nach Farben, die nicht zu neu aussehen, Farben mit Geschichte.


Und der Zwischenstand zu meinem Untersetzer. 


Die  blaue Linie entlang der Naht hebt das dunkle Quadrat in den Vordergrund, als läge es über den anderen. Wann werde ich lernen, wie man die Ecken ordentlich fasst? Die angefressenen Ecken sind mal wieder Notlösungen. Allerdings finde ich sie ganz schön, passen zu dem Naturhaften.

Es macht sich gut neben dem Keltenfürsten und über dem letzten Stück meines geschichteten Papiers - mein Wales-Papier.  

Blau und ocker, blau und siena.