Die Blaufrau

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Malen, Zeichnen und Textilkunst haben mich mein Leben lang begleitet, je länger, desto intensiver. Ich bin gespannt, wo es noch hingeht!
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Sonntag, 4. April 2021

Was da ist


 Ein schöner Künstlerinnen-Nachmittag im Atelier. Stricheln, schauen, reden. Die Blätter füllen sich sozusagen von allein als Reaktion auf das, was ich um mich herum sehe. 

Blinde Kontur mit Kohlestäbchen und den dicken Kohlechunks (wie wäre es, mit einer Kohle zu zeichnen? Wüßte allerdings nicht, wo ich eine hernehmen sollte, nur Grillkohle ist überall). A2 ist kaum groß genug, wie gut, daß ich mir diesen Block gekauft habe. 

 

 

 

Fensterbank im Atelier - ich liebe immer wieder diese Zusammenstellungen; ob zufällig oder arrangiert

 


Schwarz ist schwarz ist schwarz. Wieviel Kraft man damit ausdrücken kann. Der Klotz über dem Schwarz verwischt und tönt ab, deckt aber nicht zu, merken. Schichten ... auf Pastellpapier ...





Ein Porträt über den Tisch hinweg - Hilfe! Uuuuhhh! Hohe Kunst=hoher Druck! - Oder auch nicht. Loszeichnen und gucken, was rauskommt. Ich habe auf die Proportionen geachtet, nicht auf Ähnlichkeit. Eine Übung. Und bei den Händen hat es sich aufgelöst, da Bewegung. 

Nebenbei im kleinen Skizzenbuch

 




Ein Zwergenhut aus feinem Silberdraht mit ein paar Plastikperlen, Deko bei einer Geschenkverpackung

Papier eingefärbt mit dem Tuch, an dem ich mir meine kohlebeschmierten Finger abgewischt habe

mit hartem Bleistift
 




Einüben ins Sehen, immer mehr, immer kleiner ...



Freitag, 9. Oktober 2020

Transparenz

 im letzten Stitch Club-Kurs mit Vinny Stapley. Leider hab ich nicht viele transparente Stoffreste - meine Stoff-Vorräte kommen ja mehr aus dem Bereich Kleidung, und ich trage selten Chiffon, Organza usw. 😉

Dafür hab ich unterwegs am Feld ein paar Stücke halbtransparentes Gewebe gefunden, schön faserig, den mit Textilfarben eingefärbt und verarbeitet mit Schnipseln von Gisela aus Berlin, mit einem Abschnitt eines Seidenschals, mit einem Stück alter Spitze. Mit Vorstich, Kreuzstich und sehr offenem Knopflochstich verbunden; schön, wie die Fäden durchscheinen. Die Zeichnung der Melde, in drei Stoffen ausgeschnitten, darauf verteilt und mit Stichen befestigt.

 

 

Details:



 

Vor dem Fenster sieht es besonders schön aus:

 

Ich hätte die Pflanzenformen ein bißchen besser verteilen können - war froh, als sie heil gelandet waren. Vor allem der dunkelgrüne Futterstoff, der mir unter den Händen zerfaserte. Die Blüten der Spitze setzen die Bewegung schön fort. 

Eine Variante ganz in weiß mit noch mehr Stickerei wäre auch schön. Und unterschiedliche Stärken von Fäden - hier ist Nähgarn und einfädiger Sticktwist.


 Die Zeichnungen der Melde (aus dem Garten):




  

 


Freitag, 21. August 2020

Striche ...

 Zeichnungen nach dem Kompositionskurs: sind mir plötzlich leichter gefallen. Als hätte mir das mehr Sicherheit gegeben, oder mehr Mut. Ein Nachlese.

Erstmal (endlich wieder) ein Künstlertreff! Zeichnungen aus Evas Atelier, wo es, wie überall im Haus, viel zu sehen und viel zu zeichnen gibt. Und Atelierbilder haben Tradition ...

Vor- bzw. Probezeichnung zur Orientierung - wie groß soll die Lampe sein, wo läuft das Kabel entlang. Im kleinen Skizzenbuch mit Zeichenfüller.

 

 

Auf A3 mit Tuschestift - ich brauche immer ein bißchen Mut für diesen Stift, denn es gibt keine Möglichkeit zur Korrektur. Ich hab mir Mühe gegeben, den Lampenschirm groß zu machen; könnte noch größer sein.

 

 

Nochmal mit Zeichenfüller im kleinen Skizzenbuch ein Blick ins Regal mit den schönen Apothekerfächern

 

 

 

Tagebuchzeichnung am Morgen (beste Zeit für spontane Zeichnunge!), Schatten an der Wand über der Spüle, Füller und Buntstift

 

 
 
Für Mini-Zeichnungen hab ich Blätter aus dem Stellfeld-Heften, die ich fürs Buchbinden mit Gesso übermalt hatte, klein geschnitten, ungefähr A7 (schön, daß diese Hefte nicht der DIN Norm entsprechen ;-)) 
 
Spülkram, mit Inktense-Stift, vermalt. 
 
 
Und eine Zug-Zeichnung aus dem Gedächtnis mit Bleistift und Buntstift. Ich hab seitdem noch mal geguckt, das Haus und der Garten sehen natürlich anders aus. Egal.









Sonntag, 26. Juli 2020

Alles immer da ...

Nachlese vom Zoom-Kurs gestern, Zeichnerische Kompositionsübungen an der Alanus-Akademie. Eine Nacht späte, ein paar Stunden im Wald später, eine Eichelhäherfeder und einen Juli-Strauß aus Wilder Möhre und Rainfarn später ... nun ist der Kopf wieder freier.

In letzter Zeit scheint alles zusammen zu kommen. Und auch der Kurs paßte gut in diese Re-Vision. In der Besprechung der Kompositions-Prinzipien und -Möglichkeiten und in der Betrachtung der entstandenen Arbeiten bin ich auf so vieles gestoßen, was ich "irgendwie" schon wußte und schon sah, aber diesmal in einen Zusammenhang gebracht. Sehr reichhaltig!

Aufgabe 1: 5 Alltagsgegenstände auf einem A2 Format anordnen, die Variationen fotografieren, drei aussuchen und sagen, welche einem am besten gefällt. 









Das war meine Wahl. Ich mag die kompakte Form gegen die Linien, die durch die Schatten nochmal variiert werden. 


2. Aufgabe: aus gerissenem Papier Formen legen auf A3, dabei Kompositionskontraste beachten; mit vorgegebenen Begriffen assoziieren
 



 Flüstern


Stau


Geisterspiel



 Transzendenz


 Gefunden

Obwohl wir ausführlich über die Arbeiten sprachen, fällt mir erst jetzt auf, daß die letzten drei alle die Diagonale von unten links nach oben rechts betonen. Wie Martin sagen würde: Nicht falsch, aber nicht bewußt. Wie bei der Alexander-Technik: mir bewußt machen, was ich tue.


Aufgabe 3: Lineare Zeichnung der 5 Gegenstände auf A2 mit Aufmerksamkeit auf die Kontraste (Richtung, Größe, Form, Anordnung - ich kriege die Begriffe schon nicht mehr zusammen)  



 Mit Zeichenfüller, weil ich ja brav ein Medium mit gleichbleibendem Strich genommen habe, wie in der Versuchsanordnung vorgesehen - keine ausdrucksvollen Striche, keine Schraffierung oder Schummern oder sonstwas. Nur Linien. Das fiel schwer! Und die Größe war auch schwer hinzukriegen, ich hab alles etwas kleiner gemacht, als ich eigentlich vorgehabt hatte, die Gliederpuppe und der Krug sollten kräftig angeschnitten sein. Ich hätte die Gliederpuppe viiiiiiiel größer machen können, sehe ich jetzt, das wäre gut gekommen. Abstand bringt einiges.


4. Aufgabe: Blatt halbieren und eine Hälfte weiter bearbeiten und intensivieren, mit gleichem Mittel.




Auch hier hätte ich einen Teil der Gliederpuppe nehmen können. Das ist mir gar nicht eingefallen. Wollte den Krug einbauen, weil ich den so gern mag - habe dann überlegt, was das mit dem Bildganzen macht und dachte, ok. 
So könnte es gehen: die Ideen kommen lassen und dann gucken, wie ich sie einbauen kann, und dabei an die Komposition, an die ganzen Kontraste denken und was sich damit ausdrücken läßt. Kombination von Intuition und Nachdenken, wobei die Intuition zuerst kommen muß. Das allein ist schon ein wertvolles Ergebnis für mich. 

Wie schön es ist, sich mit anderen über das auszutauschen, was man gemacht hat, und die Arbeit der anderen zu sehen. Martin sagte, man lernt mehr aus den Arbeiten der anderen als aus den eigenen, weil man für die eigenen so betriebsblind ist. Das sei auch der Sinn von Kursen und Kunststudium. (Dieser Blog ist ja mein Versuch, meine Betriebsblindheit etwas auszugleichen.) Seine Aussprüche während des Tages haben bei mir jedes Mal Aha-Momente bewirkt. 

Welche gab es noch? Daß das beste Mittel bei der Arbeit an einem Bild das Reduzieren ist. Daß wir uns so gern auf ein Objekt stürzen und das liebevoll malen oder zeichnen, daß wir das Bildganze darüber vergessen. Daß wir unbewußt immer und sehr stark den Drang zum Harmonisieren haben - mittige Anordnung, gleiche Größe, Ausgewogenheit - und daß es gut sein kann, bewußt Spannung zu schaffen, um das auszudrücken, was wir wollen. - Das sind nur einige, mir fallen bestimmt noch ein paar ein ...

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Videokonferenz ist was Anstrengendes! Wir hatten nicht nur einen strammen Zeitplan (was essen und einen Tee trinken mußten wir zwischendurch einbauen), sondern es fehlt auch was Wichtiges, wenn man sich mitteilt, aber nicht zusammen im Raum ist. Und ich habe den Eindruck, daß wir ständig versuchen, dieses fehlende Element auszugleichen, vergeblich. Nach dem Kurs war ich so fertig wie lange nicht. Bereichert und erfüllt, aber total hinüber. 

Und jetzt ein Bild ... ich habe so lange nur Skizzen gemacht oder Studien, aber kein Bild (außer mit Textilien). Und ich denke, es sollte was Jetziges sein, keins der Urlaubsbilder, obwohl es da reichlich Anregung gibt.
 

 

Donnerstag, 23. Juli 2020

Tieger- und andere Übungen

Muß wieder lernen, Tieger zu zeichnen - habe so viele alte Zeichnungen von ihm gefunden, bei denen ich mir denke: das kann ich gar nicht mehr! Also wieder üben. Er muß nur lange genug stillhalten, das kann schwierig sein, besonders wenn dann soviel perspektivische Verkürzung reinkommt wie hier. Ich hab mich noch nicht entscheiden können, ob die hier gelungen ist oder nicht, das seh ich wahrscheinlich erst nach ein paar Tagen oder Wochen.




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Der neue Schablonierpinsel aus dem Knauber-Ausverkauf, mit Gouache durch zwei Schablonen in mein Wander-Tage-Buch mit den farbigen Papieren. Das Stupfen mit dem Pinsel ergibt eine matte, etwas körnige Farbstruktur, und man kann gut abtönen, aufhellen, eine neue Farbe reinmischen ... Das wäre was für Steine.





Das gleiche Verfahren im Aquarellskizzenbuch. Die Form ist mit klein gerissenem Malerband abgeklebt, ich wollte eine unregelmäßige Kante haben. Es ist etwas Gesicht-Ähnliches daraus geworden, vielleicht ein Wasserspeier - oder ein Erdteil ... 

Hier wirkt die körnige Struktur noch schöner. Und auf einer größeren Fläche lassen sich die Farben schön auf dem Papier mischen. Ein bißchen wie Modellieren. Die weißen Schlieren wollte ich ausprobieren für die Lichtlinien auf Wasser, aber so richtig gut kommt das hier nicht. Der blaue Hintergrund ist mit dem Fächerpinsel vermalt, dabei die 1 etwas verwischt - viele Möglichkeiten. Weiter probieren. (Und endlich mal wieder ein Bild machen nach den vielen Proben der letzten Jahre.)


 Siena, Ocker, Umbra, Aquamarinblau, Weiß
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Der Vollständigkeit halber ein Blick aus dem Schlafzimmerfenster mit dem Haus, das bei Sonnenauf- und -untergang so schöne Rosatöne hat und mit Pastell gemalt werden möchte. Und mein Klee. Und Tieger.




Füller und Filzstift auf Steinpapier.  Wirkt im Moment auf mich ungeschickt und langweilig, aber wenn ich bei der Rückschau in den letzten anderthalb Wochen etwas gelernt habe, dann: machen, machen, machen.













 

Montag, 13. April 2020

Osterspaziergang

Alles wächst und entfaltet sich so schnell, ich komme gar nicht hinterher ...



 Knoblauchsrauke - die wuchern und blühen jetzt. Mit Zeichenfüller auf Steinpapier, die Tinte braucht ewig zum Trocknen!





 An der "Seelentankstelle" entsteht anscheinend ein Bienengarten. Am Schild liegen abgeschnittene Äste oder dünne Stämmchen mit Fraßgängen unter der abblätternden Rinde. Striche/Linien von ganz anderen Absichten gezogen als menschlichen Erwägungen.  


 Eichenschößling am Hohlweg zum Asbacher Hof (und ein Tiegerhaar), eine Handspanne hoch. Noch viele Schößlinge, alle mit diesem mutigen Stengel und dem Schopf aus vier Blättchen.


In der Wiese sitzen und zeichnen.










 

Sonntag, 2. Februar 2020

Halb blind




Eine Sonntagmorgenzeichnung auf Steinpapier, mit Zeichenfüller und Grafitstiften. 




Blindkonturzeichnung mit Ergänzung – während des Zeichnens denke ich kurz, ich darf hier keine Farbflächen anlegen, das ist nicht die Regel ... Herantasten. Die Schattenpartien betonen. Die kriegen ein anderes Gewicht. Die zweite Blindkontur mit dem grünen Grafitstift wie ein Schatten auf einer dahinterliegenden Wand. Was ist das Zentrum der Zeichnung? Sie wirkt recht ausgewogen, die Linien vor dem weißen Hintergrund ein Gegengewicht zu den Zwiebeln.



Der Scan hat die zarten Farbastufungen der Grafitstifte im Bereich der Zwiebeln nicht erkannt und sie in Graustufen umgewandelt. Ich hab das Grün der Blattumrisse und die Farbe im dahinterliegenden Blatt nur mit extremer Bildbearbeitung rausbringen können. Da gibt’s bestimmt einen Trick, ich weiß ihn noch nicht. 



 Nachtrag: mein Tulpenstrauß in Tinte und Buntstift, ebenfalls halbblind.

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Und weil es anderswo nicht hinpaßt: ein Maltuch mit viel preußischblauem Acryl (von der Druckaktion - mein Mülleimer in der Küche hat nun ein bedrucktes Stück Tapete als Hintergrund und Schmutzfänger). Zufallsergebnis, also auch halbblind.





Sonntag, 1. September 2019

Kann Spuren von Zeichnungen enthalten

Tagebuch: Manchmal schwappt das Schreiben ins Zeichnen über, doodeln zu Musik oder zu einem Hörbuch, um einen Fetzen Papier herum oder mit dem Rosa des Himmels früh morgens als Hintergrund. Manchmal mit einem Bild vor dem äußeren oder dem Erinnerungsauge als Anhaltspunkt. Manchmal nur, weil ich jetzt unbedingt diesen oder jenen Stift oder was anderes in die Hand nehmen möchte.



 Zur Musik: Sinikka Langeland, The half-finished heaven
(meine Kopfmusik in Kirgistan)



 Schlafsack und Stablampe in der Karlskopf-Hütte - wo man nicht übernachten darf



 Zum Hörbuch The House of Silk von Anthony Horowitz - den Rapidographen wieder ans Laufen bekommen über den Gouachespuren auf dem Blatt




 Der Kräuterstrauß von der Wanderung an Maria Himmelfahrt





St. Johann über dem Steinbruch, vom Förstersteig aus gesehen und erinnert - zwei Blicke zu einem zusammengefaßt

 

 Fensterbrett-Notiz, 9B-Bleistift auf fettem Sennelier-Ölpastell



Und manchmal, wenn ich mich aufraffen kann, schwappt es über auf ein Blatt. - Tinte und Graphitint