Ein Frühstücksgedanke - ein Pastellbild vom Textilbild. Geboren aus der Lust auf Pastellkreiden und aus der Nachwirkung der Stickerei. Nun sind die Medien sehr unterschiedlich (und ich habe mit Textilien eine viel größere Leichtigkeit als mit Farben). Also bin ich erstmal gegen die übliche Wand gelaufen.
Einen möglichen Weg gab es dann bei Dawn Emerson, "Pastell Rebell". (Nein, ich schäme mich jetzt nicht dafür, woanders nach einer Lösungsmöglichkeit zu suchen. Die Workshops helfen mir, die Regel aufzulösen, daß ich mir alles ganz allein ausdenken muß.) Ich habe hellere Pastelltöne durch verschiedene Netze und Stücke von Paillettenresten - diese Streifen von ausgestanzten Pailletten - getupft (es lohnt sich doch, alles Mögliche aufzubewahren!).
Der helle Querstreifen über der Blüte rechts stört noch, den werde ich abdämpfen.
Es sieht jetzt eher aus, als stünden die Buschwindröschen in einem Zimmer. Im Textilbild sieht das viel mehr nach Wald aus. Lesarten in unterschiedlichen Techniken?
Die Druckmöglichkeiten sind interessant, damit möchte ich weiter experimentieren, mehr Schablonen zu machen. Habe noch ein Stilleben mit einem sehr schönen Glas vor, dazu kann ich mir das gut vorstellen. Gleichzeitig läuft noch der dritte Workshop. Ich finde, der Tag sollte mindestens 48 Stunden haben! Es freut mich jedenfalls, wieder was mit Pastell zu machen. Alte Liebe.
Die Blaufrau
- Tieger
- Malen, Zeichnen und Textilkunst haben mich mein Leben lang begleitet, je länger, desto intensiver. Ich bin gespannt, wo es noch hingeht!
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Donnerstag, 11. Juni 2020
Samstag, 4. April 2020
Grenzen
Community Stitch Challenge auf Textile Artists, 1. Woche
Ein Nachtrag, die Woche ist die vorige Woche gewesen. - Was wäre die deutsche Übersetzung von Challenge? Eine Aufgabe jedenfalls. Seit ich mich aus dem Distant Stitch Kurs rausgezogen habe vor zwei Jahren, bin ich - abgesehen von "Zeichnen und Achtsamkeit" in der Alanus-Akademie - das erste Mal wieder in dieser Situation. Vertraut und wieder spannend.
Die erste Aufgabe: ein Stück Stoff, in vier Quadranten geteilt, 8x8 cm, vier Variationen eines Stickstiches; Aufgabe von Sue Stone. Ich hab mir Fliegenstich ausgesucht, erstmal Sockenwolle (der dünne Faden zum Stopfen) auf Leinen.
Ein Nachtrag, die Woche ist die vorige Woche gewesen. - Was wäre die deutsche Übersetzung von Challenge? Eine Aufgabe jedenfalls. Seit ich mich aus dem Distant Stitch Kurs rausgezogen habe vor zwei Jahren, bin ich - abgesehen von "Zeichnen und Achtsamkeit" in der Alanus-Akademie - das erste Mal wieder in dieser Situation. Vertraut und wieder spannend.
Die erste Aufgabe: ein Stück Stoff, in vier Quadranten geteilt, 8x8 cm, vier Variationen eines Stickstiches; Aufgabe von Sue Stone. Ich hab mir Fliegenstich ausgesucht, erstmal Sockenwolle (der dünne Faden zum Stopfen) auf Leinen.
Sobald ich mit einer Variante anfange, kommen so viele Ideen, daß ich mich ablenken lasse. So gibt es immer mehr Ansätze, und das Ganze ist konfus. - Aber unterm Strich hat mich am meisten interessiert, wie der Stich im Zusammenspiel mit anderen aussieht. Vor allem das Muster unten rechts finde ich interessant; Reptilienhaut.
Auf meinem großen Baumwolltuch, das ich in Lüneburg als Lampenschirm benutzt habe. Eine Variante mit verschiedenen Garnen, alles Weberinnenreste, Baumwolle und Seide, matt und glänzend, dünner und dicker. Der Stoff ist weicher, ich nehme den Stickrahmen.
Ich
verliere nach ungefähr einem Drittel der vorgesehenen Fläche die Geduld
und fange an, aus dem ursprünglichen Plan auszubrechen.
Vielleicht sollte ich mir die vorgesehene Fläche kleiner wählen. Mir das Muster vorher aufzeichnen. Klarere Grenzen setzen.
Dienstag, 17. Juli 2018
Ruhe und Schnelligkeit
Morgen
Abend: Wolken bauen sich auf, eine ganze Architektur. Wolken haben sowas Ruhiges, aber sie verändern sich sehr schnell. Nach ein paar Minuten habe ich nur noch an der Skizze gezeichnet, die ich grade eingefangen hatte, die Wolken waren weitergezogen.
Eigentlich wollte ich eine Bleistiftzeichnung machen. Auf halbem Weg hab ich umgeschwenkt, Buntstifte dazugenommen, und mich dann über mich geärgert, daß ich nicht beim Bleistift geblieben bin - nicht unterwegs vom Weg abgehen und so. Regel um der Regel willen? Ich kann (noch) nicht beurteilen, ob es gut war oder nicht. Vielleicht später mal wieder gucken. (Vielleicht ist die Frage nicht relevant.)
Endlich ein bißchen Regen, hastig und heftig, etwas Abkühlung. Die Wolken ziehen schnell durch, beeilen sich mit dem Abregnen, und es wird wieder hell - gerade Zeit genug für ein paar Striche mit dem Füller und ein bißchen Grafit mit dem Pinsel. Nicht nachdenken. Schon wird es wieder hell.
Und nun ist das Skizzenbuch tatsächlich voll. Fühlt sich an wie eine Leistung, ein Werk, mehr als nur eine Ansammlung zufälliger Zeichnungen und Notizen, unregelmäßig gefüllt, mit langen Zeiträumen dazwischen. Viele Vorsätze, die Umsetzung läßt zu wünschen übrig. Und doch ... es ist voll!
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Sonntag, 20. August 2017
Kruusch-Ecken
Gemischtes, Verschiedenes, Sonstiges. In den Bibliotheken die Bücher, die sich in keine Gruppe einordnen ließen. In den Ordnern auf unseren Institutsservern treibt das mit der Freiheit der IT seltsame Blüten: "Kann dann weg". Unsere Kruusch-Ecken in den Wohnungen. Und je mehr wir versuchen, unsere Systematik zu verfeinern, um das alles in den Griff zu kriegen, desto unhandlicher und zwanghafter wird das System. Es scheint, wir brauchen diese Kruusch-Ecken. Auch wenn es gut ist, sie ab und zu anzugucken und auszuräumen. Wie Kompost.
Eine kleine Pastellskizze. Ich möchte mit dem Baum etwas bekannter werden, bevor er auf die große Leinwand kommt. - Auswahl der Stifte: immer einen heller oder dunkler oder kräftiger. Kontrast ist alles. Das Blau im Vordergrund ist nur ein Krümel Blau, den ich dort verwischt habe. Zu schade zum Wegwerfen.
Beim Kochen
Smartphones und Bluetooth verändern so vieles. Eine Frau kommt mir auf dem Bürgersteig entgegen und breitet plötzlich ihre Arme aus. Ich traue mich, aus der Erinnerung zu zeichnen. Geste mit rotem Pullover.
Auf dem Spaziergang letzten Sonntag hab ich tatsächlich unterwegs mal mein Skizzenbuch gezückt. Stehend auf dem Waldweg im Bachemer Tal. Ich habe sogar weitergezeichnet, als zwei Wanderinnen vorbeikamen. Stop zu dem Impuls, das Buch schnell wegzupacken. Darauf bin ich mehr stolz als auf die Zeichnung.
Samstag, 19. August 2017
The art of failing
Wasser: immer wieder der Versuch, den Eindruck einzufangen. Das Mißlingen ist mir (fast) schon egal, ich probiere einfach weiter und hoffe auf das, was entsteht, während ich auf etwas anderes ganz Anderes abziele.(Allein für diese Einsicht lohnt sich die Arbeit mit dem Blog schon!)
Im Skizzenbuch. Es ist zu klein, aber ich kann die Technik ausprobieren. Die Abdeckflüssigkeit läßt sich flüssiger auftragen als der Rubbelkrepp, aber eine gewisse Dicke muß sein, sonst klappt es nicht. Die Flüssigkeit des Strichs ist wichtiger als die Form. Auf größerem Format mit freier Bewegung.
Abdruck der feuchten Seite, ein bißhen übermalt. Da kann noch mehr drauf. Gut trocknen lasssen. - Bei den Stoffen und der Stickerei erinnert mich die Schichtung an den Prozeß der Sedimentierung. Entsprechend würden sich hier die Aufträge immer wieder überspülen. Oder umgekehrt: Dick Farbe drauf und runterspülen.
Mit Ölpastell über Tintenlinien, mit weißem Stift drüber verwischt und geglättet. Ausgehend von der Bewegung der Lichtlinien auf dem Wasser. Hat nichts Wässriges. Sondern?
Montag, 7. August 2017
Vorrat
Manchmal frage ich mich schon, wozu ich so viele Fotos mache. Ein riesiger Vorrat an Ansichten, Bildideen. Auch ein Festhalten, das versuche ich ja gerade abzulegen. Aber ab und zu mach ich was damit.
Anstoß: ich hab in das Buch über Egon Schieles Landschaften geschaut.
Es sollte eigentlich gar nicht so detailliert werden. Während des Zeichnens kam die Frage: welche Teile gehören nach vorn und welche nach hinten, wie ist das konstruiert. Es wird dann, was es will, keine Beschränkung durch eine Regel, wenn es erstmal um das Abtasten und Erforschen geht.
Überraschend, wie dunkel der Bleistiftstrich im Ölpastell wird.
Als nächster Schritt schwebt mir Pastell vor. Mit vielen Schichten und Strukturen. Und von dem Haus hab ich noch viele andere Ansichten, noch mehr zu Erforschen. Mehr Vorrat.
Anstoß: ich hab in das Buch über Egon Schieles Landschaften geschaut.
Es sollte eigentlich gar nicht so detailliert werden. Während des Zeichnens kam die Frage: welche Teile gehören nach vorn und welche nach hinten, wie ist das konstruiert. Es wird dann, was es will, keine Beschränkung durch eine Regel, wenn es erstmal um das Abtasten und Erforschen geht.
Überraschend, wie dunkel der Bleistiftstrich im Ölpastell wird.
Als nächster Schritt schwebt mir Pastell vor. Mit vielen Schichten und Strukturen. Und von dem Haus hab ich noch viele andere Ansichten, noch mehr zu Erforschen. Mehr Vorrat.
Freitag, 7. Juli 2017
Gekrakel: Dürfen, nicht sollen
Meistens am Morgen, wie Morgenseiten schreiben. Daher vielleicht auch die Werkzeuge: Rapidograph, Füller, Wachsstifte, Buntstifte, alles was auf meinem Küchentisch steht. Die Regel, sorgfältig zu beachten: kein Plan, keine mechanische Wiederholung (passiert leicht, wenn ich mit dem Kopf woanders bin als mit der Hand), kein "Das soll so oder so aussehen" (darf aber).
Tee zum Verwischen, Fingerspitze statt Pinsel. Verschiedene Arten Tinte, und in welche Farben sie sich auffächert. Das stark saugende graue Skizzenpapier löst sich bei Feuchtigkeit sofort auf; das Kraft-Papier verträgt sie gut. Ich mag es von Mal zu Mal lieber, die Farbe, die Streifenstruktur und die beiden Oberflächen, leicht samtig oder glatt. (So hätte ich mal während des Strich-Moduls im Kurs experimentieren sollen - kusch!)
Tee zum Verwischen, Fingerspitze statt Pinsel. Verschiedene Arten Tinte, und in welche Farben sie sich auffächert. Das stark saugende graue Skizzenpapier löst sich bei Feuchtigkeit sofort auf; das Kraft-Papier verträgt sie gut. Ich mag es von Mal zu Mal lieber, die Farbe, die Streifenstruktur und die beiden Oberflächen, leicht samtig oder glatt. (So hätte ich mal während des Strich-Moduls im Kurs experimentieren sollen - kusch!)
Der Vorgang ist
ein Balanceakt zwischen Konzentration und Weite, also Alexander-Technik
pur. Es freut mich, daß ich die Balance auch länger halten kann.
Echos von Schottland, Steine, Wasser ... Große Lust auf mehr: anderes Papier, zum Beispiel ein großer Bogen Kraft-Papier, glattes Aquarellpapier für viel Nass, eine Leinwand mit Ölstiften und Terpentin- Verwaschungen und Bleistift-Linien, die sich ja angeblich immer wieder nach oben arbeiten. Langsam lerne ich, daß ich Ideen nicht festhalten und horten muß. Sie kommen aus dem Machen.
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Samstag, 26. November 2016
Durchlaviert
Aquarell-Workshop bei Eva: so lange schon mache ich mit Aquarellfarben rum und habe mittlerweile einiges ausprobiert und gelernt. Und was mach ich im Workshop, wo ich mir frei aussuchen kann, woran ich arbeiten will? Lavieren. Das hab ich nie richtig hingekriegt. Immer zu zielfixiert auf der Jagd nach dem Bild.
Ich habe nicht gewartet, bis die letzte Schicht richtig trocken war. Ich habe zuviel mit dem Pinsel hin und her gewischelt und dabei die untere Schicht wieder angelöst. Dabei ist eine Mischfarbe entstanden, aber keine Schicht. Oft hab ich auch zuviel Wasser oder zuviel Farbe im Pinsel gehabt. Jedenfalls hat es nicht geklappt.
Hier bleibt das Blau ein Blau, wenn es über Gelb steht. Es entstehen feine Abtönungen, Übergänge, intensives Rot, Gelb strahlt ins Rot hinein, Blau und Gelb treffen sich, so wie Licht über dem Horizont zum Himmelblau wird. Auf dem angefangenen Blatt weitere Schichten auftragen, mehr Blätter mit anderen Farben machen. Wie dunkel kann es werden? Eine andere Art von Farben mischen. Im Aquarellskizzenbuch.
Und neue Schätze: Farbige Kohleblöcke von Derwent, große Tuben Gouache von Schmincke, Pastelcard von Sennelier, ein Fineliner für Acryltusche. Jeder shopt auf seine Art ...
Ich habe nicht gewartet, bis die letzte Schicht richtig trocken war. Ich habe zuviel mit dem Pinsel hin und her gewischelt und dabei die untere Schicht wieder angelöst. Dabei ist eine Mischfarbe entstanden, aber keine Schicht. Oft hab ich auch zuviel Wasser oder zuviel Farbe im Pinsel gehabt. Jedenfalls hat es nicht geklappt.
Hier bleibt das Blau ein Blau, wenn es über Gelb steht. Es entstehen feine Abtönungen, Übergänge, intensives Rot, Gelb strahlt ins Rot hinein, Blau und Gelb treffen sich, so wie Licht über dem Horizont zum Himmelblau wird. Auf dem angefangenen Blatt weitere Schichten auftragen, mehr Blätter mit anderen Farben machen. Wie dunkel kann es werden? Eine andere Art von Farben mischen. Im Aquarellskizzenbuch.
Und neue Schätze: Farbige Kohleblöcke von Derwent, große Tuben Gouache von Schmincke, Pastelcard von Sennelier, ein Fineliner für Acryltusche. Jeder shopt auf seine Art ...
Samstag, 8. Oktober 2016
Auswüchse
Mein Taschentuch Nummer zwei kommt nach einer kleinen Pause buchstäblich wieder "zum Zug", da Kollege Micha Urlaub hat. Sticken am Fenster. Ich muß im Zug auf gutes Licht achten; es wird immer dunkler um halb acht.
Durch die Pause habe ich meine Regeln gelockert, erlaube dem Stich, sich zu entfalten. Immer noch Vorstich
aber Vorstich mit mehr Variationen.
Erst rücken die Reihen zusammen. Aus den waagrechten Reihen entstehen senkrechte.
Die senkrechten Reihen verziehen sich zu Formen (inspiriert durch Jude Hill). Hat was Organisches, die zuerst gestickten Vorstichreihen sind völlig transformiert (das Wachsen einer Galle auf einem Blatt? Wie geht das vor sich? Nachgucken!) Die Bruchlinie links eine deutliche Grenze.
Und mehr schräge Regenlinien. Abrutschen, hangabwärts, fließen ... Eine Karte in wanderndem Vorstich. Wie die Umgebung von Boppard und Buchenau mit den vertrauten, über Jahre hinweg immer wieder begangenen Wegen, die Lieblingswege sehr oft, andere nur hin und wieder.
Durch die Pause habe ich meine Regeln gelockert, erlaube dem Stich, sich zu entfalten. Immer noch Vorstich
(running stitch gefällt mir viel besser, walking stitch wäre am besten, eine Bewegung Schritt für Schritt, die diese Spur hinterläßt; Gehstich? Wanderstich? manche Wörter klingen nur blöd, weil man nicht an sie gewöhnt ist, andere sind einfach blöd)
aber Vorstich mit mehr Variationen.
Die senkrechten Reihen verziehen sich zu Formen (inspiriert durch Jude Hill). Hat was Organisches, die zuerst gestickten Vorstichreihen sind völlig transformiert (das Wachsen einer Galle auf einem Blatt? Wie geht das vor sich? Nachgucken!) Die Bruchlinie links eine deutliche Grenze.
Geologie, Faltung, Brüche, Verschiebungen
Und mehr schräge Regenlinien. Abrutschen, hangabwärts, fließen ... Eine Karte in wanderndem Vorstich. Wie die Umgebung von Boppard und Buchenau mit den vertrauten, über Jahre hinweg immer wieder begangenen Wegen, die Lieblingswege sehr oft, andere nur hin und wieder.
Wechselständig
Organisch, ein Stengel, Blätter
Die durchgehende Linie: Vorstich hin und zurück.
In den Blättern auch Plattstich.
Der Stickrahmen hilft dabei sehr. Bin froh, daß ich die kleinen einfachen Stickrahmen noch habe, die ich mir in Berlin für Kurse angeschafft habe, die sind gut für unterwegs.
Ich bin froh über diese "Auswüchse", weil sie so direkt beim Sticken entstanden sind: "Ich könnte ja probieren ..." Keine Absicht dabei, sondern Wachstum. Ich habe ein anderes Gefühl dabei als wenn ich mir sage: so, jetzt probierst du mal was aus.
Alles was ich da mache, gibt es schon hundertfach, trotzdem ist das mehr meins, als wenn ich was "Originelles" versuche.
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Vorstich
Samstag, 24. September 2016
Die gesammelte Woche
September
Ende September ist der September da, morgens zumindest. Tieger auf der Fensterbank vor dem Küchenfenster, nach seinem ersten Dachrundgang. Er hat jetzt keine Lust mehr, so lange auf dem Dach zu bleiben.In Kastanienkreisen
Die ersten Kastanien, die mir in Poppelsdorf vor die Füße gesprungen sind, glänzend, glatt, frisch vor zwei oder drei Tagen. Dieser flüchtige Glanz ist weg, sie sind schon etwas getrocknet und bucklig. Die Schale zieht sich eng um den Kern zusammen. Beim Fotografieren das Muster der hellen herzförmigen Stelle mit dem Knubbel gesehen, wie ein Nabel. Mit den Schatten Kreise in Kreisen, Verzogen, verschoben. Ein Ausgangspunkt. Anordnungen. Skizzieren mit dem Fotoapparat. Denken mit den Händen.
Die Collage kommt mir wie ein gemaltes Bild vor. Eine Aufforderung.
Das blau-grüne Stückchen: ich hatte erst vorgestern eine Fortsetzung der Blüte in der Mitte mit dem Sublimatstift auf den grün gestreiften Stoff gezeichnet, die Linien sind heute schon verschwunden. Auf anderen Stoffen hat es länger gedauert.
Kleiner Morgenhimmel mit Neocolor und meinem Kaküno-Füller. Manchmal klappt es in der Woche vor der Arbeit. Im Moment geht die Sonne beim Frühstück auf, nicht mehr lange. Ich vermisse das Licht.
Mond
Christinas vierzigster am nächsten Samstag. Ich nehme an, dass sie immer noch gern liest, also kriegt sie einen Büchergutschein und ein Lesezeichen. Der Anfang: Ein Schlafanzugmond (morgens im Schlafanzug am Frühstückstisch sitzen und lesen ...) mit balinesischen Wolken. Der Himmelsstreifen ist auf den Mond appliziert, der Mond sozusagen hinten. Fühlt sich schön an, ein etwas vertiefter Kreis.Der Mond wirft von hinten kleine Lichtlinien und Punkte auf die Wolken. Die Blume darunter wird auch noch etwas Licht bekommen. Blätter und Zeug drumherum werden beim Draufnähen zurückgeschnitte, da muß etwas einfarbiger Hintergrund hin, sonst ist zuviel los auf dem kleinen Stück. Lesezeichenformat ist die halbe Breite. Ich bin sehr gespannt auf den Streifen, der dann abgeschnitten wird. Ausschnitt erstmal mit Picasa durchspielen!
Taschentuch Nummer zwei
Jude Hill sagt etwas von "die eigenen Regeln brechen". Erste Frage: Welche Regeln hab ich mir unbewußt gesetzt? Ich neige dazu, mir Regeln zu geben, zu denken: das muß jetzt so sein. Hier ist es die Richtung der Stiche.Schräge und geschwungene Spuren sticken (die Stiche sind Spuren, wie Evas Linien, welche Überraschung), Stellen freilassen, Kontrast in der Oberfläche.
Welche Regeln gibt es noch, von denen ich noch nichts weiß?
Karte
Eine Karte, die Andreas mir überlassen hat, eine Beigabe zu einem Eisenbahnbuch, hat aber mit Eisenbahn nichts zu tun, sondern gehört zu einem Buch über Taktik. Schlesien 1913 in kleinem Maßstab, sehr glattes Papier.
Sie ist so detailliert, so viele Muster und Zeichen. Ich könnte ein Stück ausmalen (die vielen Ausmalbücher auf dem Markt!). Welcher Stift wird wohl auf dem Papier halten?
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