Die Blaufrau

Mein Bild
Malen, Zeichnen und Textilkunst haben mich mein Leben lang begleitet, je länger, desto intensiver. Ich bin gespannt, wo es noch hingeht!
Posts mit dem Label Inhibition werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Inhibition werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 8. September 2019

Str-Ich, ganz einfach

Nun hab ich schamlos eine Wortschöpfung von Eva geklaut! 

Beim Kurs "Zeichnen und Achtsamkeit" im Alanus-Werkhaus in Alfter haben wir mit Meditation und viel Ruhe von Freitag bis heute mittag sorgfältige Striche gezogen. Reduktion. Nichts Wollen, auf kein Bild hinarbeiten. Beim Strich bleiben und gucken, was passiert. Gar nicht so einfach. (Es soll schön sein. - Es soll originell sein. - Meine Zeichnung soll beachtet werden; ich horche quer durch den Raum, ob jemand was dazu sagt. Und so weiter.) Achtsam sein heißt auch, diese Impulse zu sehen und mir einzugestehen. Nicht nur neue Ideen zum Zeichnen und zur Stoffarbeit, sondern auch einiges über Achtsamkeit gelernt.


  Gestern abend nach vielen großformatigen Zeichenübungen auf Packpapier etwas Kleineres. A3 Arches, B3 Bleistift. Bei den Längsstrichen hatte ich noch den Drang, die Striche zu variieren, Druck, Stellung des Stifts usw. Bei den Querstrichen, nach dem Herumgehen und Anschauen, was die anderen gemacht hatten, mußte das nicht mehr sein. Was ich so alles an Forderungen mit mir rumtrage!




Es war noch Zeit übrig für was Kleines. A4 Gerstäcker Universalpapier, Derwent-Buntstift und Albrecht-Dürer-Buntstift.




 Heute morgen der Anstoß, zarte Striche übereinander zu legen, Hinweis auf Schraffur. B3 Bleistift auf A3 Arches. 

Und wieder Zeit für noch was Kleines:




B6-Vollminenbleistift und B3-Bleistift übereinander auf Universalpapier A4. Mitten in dem Dreieck links war die Zeit dann zu Ende. Aber ich hab nicht das Gefühl, ich müßte etwas "fertig" machen.

  
Der erste Live-Zeichenkurs in einer Gruppe nach Berlin, nach zwanzig Jahren. Schön! - Und ein schöner Ort. Da möchte ich noch mal hin.



Unser Fenster nach Osten, wie ein Rosettenfenster in einer Kirche.

Sonntag, 20. Mai 2018

Übung in Pastell

Auf dem Rückweg von meinem Zeltplatz am Sonntagmorgen im Regen, am letzten Wochenende. (Ein erfüllter Wunsch: eine Nacht im Zelt im Wald). Der Sonntag danach war wie verzaubert - und endlich Regen. Ich hatte solche Lust auf Pastell. Also eine Übung nach den Arbeitsschritten bei Dawn Emerson, Pastell Rebell.









Grobe Verteilung von Tonwerten mit Kohle, dann wird es mit jedem Schritt genauer.





 Weiße Pastellkreide für die hellsten Stellen, für die dunkelsten den Chunky Charcoal. Die Schmincke Pastellkreide ist gedämpft weiß. Keine Baumstämme zeichnen, sondern dunkle, mittlere, helle Tonwerte. Abstrakt denken. Fällt mir nicht leicht.
 





 Die erste Farbe.  Bei Dawn Emerson sollten zwei Komplementärfarben in drei Tonwerten benutzt werden, aber bei dem Motiv konnte ich mir keine Komplementärfarbe vorstellen. Also bleibt es bei Grün und Gelb (Titangelb, das Grün war glaub ich Phthalogrün, der zweithellste und der dunkelste Ton).



 Andeutungen von Baumstämmen in die Helligkeit hineinzeichnen, mit Kohle auf der weißen Pastellkreide. Der Wald geht in die Tiefe weiter.





Das Grüngelb im Vordergrund abgedämpft (auf dem Foto dunkler als auf dem Blatt), es nahm zu viel Aufmerksamkeit vom hellen Zentrum weg. Aufhören, bevor ich nur noch an Details herumbastle.

Es fühlte sich manchmal etwas seltsam an, so nach Anleitung vorzugehen, es nimmt etwas von der Spontanität - der Einwand aus der Alexander-Technik. Und wie bei der AT komme ich so aus meinen eingefahrenen Mustern raus und lerne was. Ich habe es geschafft, das ganze Blatt zu sehen und nicht nur ein Detail. Und eine erste Zeichnung ist nur eine erste Annäherung. Nicht fertig und nicht endgültig. Auch das ist AT.  


 

Sonntag, 19. November 2017

Betrachtung

Ein schönes Wort, Zeit und Ruhe schwingen darin mit. Eine Betrachtung auf dem Weg in den Supermarkt, Alltäglichkeit hoch drei, auch kein besonders schöner Weg zwischen Parkhaus und Parkplatz. Aber Bäume gibt es, und Stare, die in den Bäumen sitzen wie schwarze Früchte.

Es fühlt sich merkwürdig an, einfach stehen zu bleiben und zu schauen. Aber mit diesem Innehalten erlebe ich eine andere Zeit.


 Und mich hinterher hinzusetzen und aus der Erinnerung die Stare in den Bäumen und den Schwarm nach den Auffliegen zu zeichnen.



Die Schwärme scheinen eine Tendenz zu einer Form zu haben, mit Übergängen von der einen zur anderen Form. Darüber hab ich mal einen Artikel in einer Wissenschaftszeitschrift gesehen, aber ich erinnere mich nur an die (simulierten) Bilder der Schwärme. 

Sonntag, 20. August 2017

Kruusch-Ecken

Gemischtes, Verschiedenes, Sonstiges. In den Bibliotheken die Bücher, die sich in keine Gruppe einordnen ließen. In den Ordnern auf unseren Institutsservern treibt das mit der Freiheit der IT seltsame Blüten: "Kann dann weg". Unsere Kruusch-Ecken in den Wohnungen. Und je mehr wir versuchen, unsere Systematik zu verfeinern, um das alles in den Griff zu kriegen, desto unhandlicher und zwanghafter wird das System.  Es scheint, wir brauchen diese Kruusch-Ecken. Auch wenn es gut ist, sie ab und zu anzugucken und auszuräumen. Wie Kompost.





Eine kleine Pastellskizze. Ich möchte mit dem Baum etwas bekannter werden, bevor er auf die große Leinwand kommt. - Auswahl der Stifte: immer einen heller oder dunkler oder kräftiger. Kontrast ist alles. Das Blau im Vordergrund ist nur ein Krümel Blau, den ich dort verwischt habe. Zu schade zum Wegwerfen.
 





Beim Kochen





Smartphones und Bluetooth verändern so vieles. Eine Frau kommt mir auf dem Bürgersteig entgegen und breitet plötzlich ihre Arme aus. Ich traue mich, aus der Erinnerung zu zeichnen. Geste mit rotem Pullover.





Auf dem Spaziergang letzten Sonntag hab ich tatsächlich unterwegs mal mein Skizzenbuch gezückt. Stehend auf dem Waldweg im Bachemer Tal. Ich habe sogar weitergezeichnet, als zwei Wanderinnen vorbeikamen. Stop zu dem Impuls, das Buch schnell wegzupacken. Darauf bin ich mehr stolz als auf die Zeichnung.

Samstag, 17. Dezember 2016

Raum

Zum Denken, Fühlen, Atmen. Mich-bewegen. Mit jedem Schritt auf die kommende Dämmerung zu die Schichten zusammenheften, nähen. Körper, Gedanken, Herz, Erde, Himmel, Sinne. 




Das war die Morgendämmerung, aber eine ähnliche Stimmung. Bei dem spontanen Gang vorhin hatte ich keine Kamera dabei. 

Innehalten, um in den Raum einzutreten. 

Drei Striche Erinnerung: Hunde und Menschen auf dem Maubischpass (mit meinen wunderbaren neuen Kohleblöcken von Eva & Kalle! und etwas Pastell und Grafit)
 



Und Farben des Winters (vom letzten Samstag)

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Nur gucken

Zu mehr hat es nicht gereicht - falsch: zum Gucken und Ausprobieren muß ich mir eine Lichtung Zeit freischaufeln, aus dem Alltags-Machen-Modus bewußt heraustreten. Inhibition (Raum zum Atmen, zum Sehen, Raum für alles Mögliche - eine weitere Umschreibung für Inhibition). Gestern abend auf dem Küchentisch.

Das Taschentuch Nummer zwei



 So weit gediehen. Eine neue Form ist dazugekommen, das Schachbrett, ein "Auswuchs" der Vorstichreihen. Spricht mit den Stoffquadraten, nimmt das aufgenähte Patchworkstück auf. Schachbrettblume, fällt mir ein.






Und jetzt komm ich erstmal hier nicht weiter, weil mir das graubraune Stickgarn und die weiße Nähseide ausgegangen sind. Ich kann sie erst am Samstag nachkaufen.


Der sanfte Stern

 


Wo wird der mal landen? Sicher nicht auf dem bunten Sammelsurium, auf dem er jetzt liegt (ausgebreitete Stückchen auf dem Küchentisch, bedecken schon einiges an Fläche). Er ist wie ein Vexierbild, auf dem das Auge hin- und herschaltet und sich nicht entscheiden kann. So viele Formen darin zu sehen. Mir gefällt das Un-Exakte im Exakten, es ist ein bißchen spielerisch, offen, ein Augenzwinkern. Die traditionellen Patchwork-Formen sind mir immer etwas streng, besonders wenn sie aus neuen Stoffen gemacht sind. 


Hin und her


Ich brauch wirklich eine neue Kamera! Zwei Stückchen aus dem Walnußglas auf den zusammengesetzten Stoffproben (das waren teure italienische Stoffe, damals aus Berlin, von Sabine abgegriffen, glaube ich; feine Wollstoffe, ein schöner gedämpfter Hintergrund. Ich hatte sie für mein altes Boppard-Projekt beiseite gelegt, das nicht über einige teilweise ganz schöne Proben hinausgelangt ist. - Meine Bestandsaufnahme steht noch aus.) Die gedämpften Farben passen gut aufeinander. Vielleicht zu gedämpft?

 



Mein geliebter alter Schlafanzugstoff. Und schon ist da eine Art Gebäude mit Kuppeldach. Und schon ist da eine Art Landschaft. Wie schnell wir etwas eine Bedeutung zuschreiben. 

 

 dunkler und heller Himmel, es steht in der Nacht und im Tag (wie aus Mio, mein Mio)


 Die Variante (oben) gefällt mir ganz gut...



ein Turm auf der Grenze zwischen Nacht und Tag
 


das ist aber auch ganz schön - vom hellen Vordergrund in den dünklen Hintergrund

 

Erstmal weggelegt. Es hat Zeit ...


-------------

Die Jahreszeit beginnt, in der ich meine Wohnung an den Wochentagen nur noch bei künstlicher Beleuchtung sehe. Alle Farben verfälscht im Lampen- oder Kerzenlicht. Und jetzt regnet es, seit gestern abend, auch das ist dunkel. Ich genieße den Regen, den Gedanken, daß sich der Rhein wieder füllen und seine Kiesbänke zudecken kann. Die Kraniche ziehen jetzt über Bonn und das Drachenfelser Ländchen und über den Scheidskopf, wo wir sie vor Jahren mal gesehen haben, aber das war erst im November ...