Die Blaufrau

Mein Bild
Malen, Zeichnen und Textilkunst haben mich mein Leben lang begleitet, je länger, desto intensiver. Ich bin gespannt, wo es noch hingeht!
Posts mit dem Label Abstand werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Abstand werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 20. Juni 2017

Da war doch noch was ...

Ja: mein Kurs! In der Zwischenzeit habe ich völlig die Verbindung dazu verloren und mußte mich an die Arbeit mit Figuren und Gruppen zwingen. Nach so viel Landschaft liegen mir ganz andere Bilder und Themen am Herzen ... Aber ich bin im vorletzten Kapitel des Moduls, und es wird nicht besser, wenn ich es hinausschiebe. Außerdem kommt die Begeisterung mit der Arbeit.

Mit Fotos von Menschengruppen beim Rheinischen Wollmarkt in Kuchenheim fing es an. Und dann las ich die Kursaufgabe noch einmal und merkte, daß ich was überlesen hatte: Collagen.





 Erstmal ganz einfach: ein bedruckter Bogen (Kornblumen aus dem letzten Modul) auf schwarzem Hintergrund. Schöner Kontrast. 



Das hatte ich schon mal - hab ich erst später gemerkt, als ich meine Blätter wiedergefunden hatte. Bleistift, Inktense-Stifte für die Umrisse und Aquarell, darauf ein paar ausgeschnittene Figuren. Die hellen funktionieren nicht und sind falsch platziert. Ich könnte sie mit den Farben der überschnittenen Figuren übermalen, damit sie in den Hintergrund treten.




Die Collage der Collage ... ein Ausprobier-Foto. Ein besprühter und bedruckter Bogen von einem früheren Modul, ausgeschnitten und auf ein Blatt Stellfeld-Hefte aufgeklebt. Beide Papiere haben Patina und passen zusammen. Das ist jetzt wirklich eine "crowd".


 


 Das fertige Blatt, etwas größer als A4. Die blauen Kinder tanzen über den Hintergrund. Es gefällt mir, aber ich kann nicht genau sagen, warum.




Vor der Pause entstanden. Mit Abstand war mir klar, daß die weißen Figuren etwas Farbe brauchen, auch wenn sie hell bleiben sollten. Mit der Änderung sind sie viel mehr in das Bild integriert. Kinder an einem Zaun oder an einem Gitter. Die Figuren im Hintergrund waren mit Neocolor II entweder durch die Schablone oder als Umriß gezeichnet (und dann ausgefüllt) und naß übermalt.




____________________


Druck machen. Mit Ölfarbe, einer Dokumentenhülle und viel Zeit. Das Kraft-Papier nahm die Farbe nur zögernd auf, ich muß fest reiben. Hab aber auch die Farbe genommen, wie sie aus der Tube kam, ohne weiteres Öl oder Malmittel. Einerseits besser so, damit sich das Papier nicht so voll Öl saugt. Die Farbe muß dann eher reichlich aufgetragen werden. Beim nächsten Mal gehe ich ein bißchen über die Umrisse hinaus, hier sind viele Grenzstreifen frei geblieben. Andererseits hat das Bild so auch Luft. Wie krieg ich Hautfarbe hin???

 


Am Pflanzenstand in Kuchenheim

Montag, 14. November 2016

Einen Abschluß finden

Dieses Kurskapitel ist eins von denen, bei denen ich keinen Abschluß finde. Das Thema, ein von mir ausgewähltes Gesicht zu verändern, ist spannend; ich habe viele Ansätze, verfolge einige, es kommen immer mehr Ideen, die Ideen verzweigen sich, der Zusammenhang geht verloren; hat das, was ich mache, noch Verbindung zur Aufgabenstellung ... wenn ich dies noch mache, bin ich fertig ... nein, da taucht jetzt noch ein Loch auf ... ich hab nicht genügend Notizen gemacht ... das hab ich übersehen ... hier reicht es noch nicht ... das ist alles nicht gut genug ... ich muß noch einmal anfangen ... Kenn ich aus dem letzten Modul, von der Arbeit an dem Buch. Die schöne spannende Aufgabe wird zu einer Last. Vertrautes Schema. Geht mir bestimmt nicht allein so. An welcher Stelle setzt die Selbstsabotage ein? - Aber vielleicht sieht so einfach nur der kreative Prozeß aus. Kein Zeichen von Versagen, von Nicht-Können, sondern die Kehrseite der Medaille, der glücklichen Entdeckungen, der Freude. Akzeptieren.

-----------------

Der Bericht vom Wochenende, von zwei langen Nachmittagen Druckwerkstatt. Die Gelli Plate wird mir langsam vertrauter. Aber da ist noch viel zu lernen. 



Blätter gesammelt beim Spaziergang mit Karin; der zweite Druck hat getrocknete Farbreste von der Gelli-Plate mit abgenommen. Drübergemalt mit Brusho und Nußbeize
 




Das Gleiche mit dem Gingko aus Bonn. Die Scans sind in der Bearbeitung ein bißchen zu blaustichig geworden. Unglaublich, wie die Textur der Blätter von der Platte aufgenommen und wiedergegeben werden! Eine Sammlung anlegen, jetzt wo die Blätter freiwillig gegeben werden ...
 



Erster Druck: drei Farben, mit dem Webkamm gemustert

 

Zweiter Druck von diesem Auftrag, ghost print; getrocknet und mit dem nächsten Farbauftrag abgenommen

-------------

Und meine Tlingit-Maske:
die übertragene Strichzeichnung mit Rubbelkrepp nachgezogen und mit einem Farbauftrag in Ocker, Rot und Umbra, mit Wellenlinien gemustert, bedruckt. Um das Gesicht herum dunkel übermalt, die Linien abgerubbelt und mit hellblauer Gouache übermalt. - Man könnte auch Flächen abdecken ...




der Ghost print: das Gesicht tritt hinter den Wellenlinien zurück, ertrunken ... hinter Schleiern verborgen ... wie wird das mit einer Lavierung aussehen? Welche Farbe?
Die Arbeit mit der Platte schubst mich auf immer neue Wege, wahrscheinlich hätte ich bei einer vertrauten Technik bleiben sollen. Das hier ist ein ganz neues Kapitel. S.o.


 

 --------------------------------------------


Ich hatte den Paper Cut unter die Platte gelegt und auf die Platte einzelne Bereiche gemalt, nach und nach gedruckt. Es wird sehr ungenau, aber reizvoll. Am Ende hab ich alles bemalt und trocknen lassen, aber nicht trocken genug. Mit Heavy Gel übermalt und abgezogen, einiges ist auf der Platte geblieben, das Papier hat sich teilweise abgelöst. Nußbeize drüber auf die unbemalten und abgerissenen Stellen. So könnte ich nie auf Papier malen.

Das ist jetzt wirklich ein Bär. Ein blinder Bär.
 


-------------------------
 
Druck auf Druck: der zweite Druckstock vom Auge, das Detail vom äußeren Augenwinkel, auf die nasse Acrylfarbe auf der Platte gedrückt, hier der ghost print, mit Siena-Gouache laviert. Wie eine alte Wand, auf der Spuren der ursprünglichen Bemalung noch zu sehen sind.  

 


 ---------------------

Stichelei

 


 Ganz schlicht. Ich denke daran, noch irgendwas draufzusticken außer einfachen Linien, und schiebe den Gedanken weg. Ich hab keine Lust auf was anderes. Einfache Stiche, Linien mit weißem Garn, vielleicht dem weißen Rayongarn. Die untere Schicht ist ein flauschiger Füll-Stoff, den ich mal für eine Decke verwendet habe, ich weiß nicht mehr welche, es ist nur noch ein Streifen da. Weich und gut mit der Nadel zu durchstechen. Ein kleiner Untersetzer. Ganz schlicht. Eine kleine Melodie ... ganz schlicht...

Dienstag, 1. November 2016

Nachdenken über das Taschentuch


Ich mag es neben den grünen Tomaten, den letzten, die ich vorgestern von den Pflanzen abgeschnitten habe. Die sind jetzt raus, die Stäbe abgeräumt, nur noch ein paar Puschel Kapuzinerkresse stehen da. Bis ich auch dieses Stück "umstechen" werde - aber wahrscheinlich lasse ich die Kapuzinerkresse dann stehen, auch den rotgrünen Mangold.

Das Taschentuch: Eine Variation über Quadrate und Rechtecke. Aber viel mehr noch über Streifen. Die eingewebten Streifen auf dem Taschentuch, die leinenfarbenen in dem früheren Geschirrtuch, die Vorstiche/Wanderstiche bilden Streifen in Farbe und Textur in alle Richtungen. Die Anordnung formt die Rechtecke und Quadrate. Die Streifen am Rand sind sehr stark und bestimmend. Ich weiß nicht, ob mich das stört oder nicht. Das leuchtende Hellblau müßte im Tuch nochmal auftauchen, ja. Als Stickgarn oder als appliziertes Stückchen Stoff? (Die kleinen Wanderstiche und ihre Textur liegen wie ein Flimmern über dem Tuch. Im Tuch.)

Den Saum habe ich gestern abgeschnitten, um den Rand für die Überlegung offener zu machen. Eher eine Sache des Gefühls als des Aussehens. 

Bei der Stichelei ist es so leicht, nur den kleinen Bereich zu sehen, an dem ich grade sticke, und den Blick auf das ganze Tuch zu verlieren. 



November

 



Die Sonne leuchtet schon durch den Nebel. Anders als der Nebel auf dem Kahlen Asten bei der Sauerlandwanderung. 




Sonntag, 16. Oktober 2016

Gesicht in Streifen




Ein Moment zum Innehalten und Schauen und Überlegen. Der Sonntagmorgen, Stille bei knapp über null Grad und leuchtendem Nebel, in den die Sonne von Osten hineinstrahlt. - Ich gucke jeden Tag bei Jude Hill nach etwas Neuem, blättere in ihren alten Posts und lasse mich von ihren Farben und Stickereien und Gedanken überspülen. Dadurch bin ich eher in den Stoffsachen "drin" als in meiner Arbeit für den Kurs. 

------------------------- 

Die schwarzen Linien der Gesichtsbemalung auf Transparentpapier durchgepaust und auf Universalpapier übertragen. Am linken Unterkiefer hab ich was konstruiert. Die Linien dürfen nicht zu grade sein! 

Wie viel Gesicht hier trotz der Vereinfachung noch ist! Links viel mehr Auge in dieser großen leeren Form. 
- Wie viel könnte ich noch weglassen? -> auf Paint probieren
- nur auf die Streifen rechts reduzieren, links nur die Begrenzung des Gesichts

- etwas 3D rein: schneiden und anheben
- zwischen die geschnittenen Streifen was rein weben


 
Nochmal vereinfacht. Ich denke an eine Schablone. So ganz ist das aber noch nicht ausgereift. Ich denke, die Tierspuren (erscheint mir so) rechts könnten noch weg, und die drei Balken am Kinn links, und der eine freie Strich unter dem rechten Auge. Und die Linien links könnten in einer dicken Linie zusammengefaßt werden.

- könnte ich diese Form so ausschneiden und auf farbigen Hintergrund legen? Die Form dann einfärben?
- Habe gestern (unter anderem) gepatchte Papiere ausgesucht als Hintergrund
- die Linien/Balken eignen sich auch zum Sticken 

Jetzt ist Zeit zum Machen - wenn der Stapel der Ideen eine gewissen Dicke erreicht hat, wird es zu viel, zu drückend, und ich kann nicht mehr beurteilen, was ich zuerst machen sollte. Im MOment denke ich, weiter vereinfachen bringt am meisten, dann krieg ich wahrscheinlich Formen hin, mit denen ich gut weitermachen kann.


  

 

Sonntag, 25. September 2016

Überlegen

Kurze Betrachtung meines gestickten Selbstporträts mit etwas Abstand. 

So hat es bis vorhin ausgesehen, bis ich nochmal in die Kursanleitung geschaut habe. Und dann erschien es mir noch nicht fertig, der Hintergrund ist leer. Der zusammengesetzte Stoff reicht nicht aus als Gegengewicht zum Kopf mit seinen Details. 
 





Und so gibt es nun einen Hintergrund. 

 



Ich bin mir nur nicht sicher, ob das wirklich besser ist. Und zwar deswegen nicht, weil ich ziemlich spontan in meine Stoffkiste gegriffen und diese transparente Seide rausgeholt habe. Eine Bauchentscheidung. Ich bin im Zweifel, weil es vielleicht mehrere bessere Möglichkeiten gegeben hätte, wenn ich länger rumgesucht hätte. Das ist der Grund. Nicht weil mir dieser Hintergrund nicht gefällt. Das tut er nämlich. Ich finde auch den Kontrast zwischen den regelmäßigen Vorstichreihen, die ich im Hintergrund angefangen habe, und den glatteren Flächen im Gesicht ganz gut. Gliederung durch Oberflächenstruktur.
 
Was tatsächlich jetzt nicht mehr paßt, ist der grüne Strumpf. Der wärmere Ton des Tee-Stoffes ist viel besser. Also wegschneiden, die Reste bleiben als helles Highlight stehen. 

Bin beruhigt. Ich habe heute den ganzen Tag dran gearbeitet, und gestern auch bis spät. Und ich entwickle langsam Ehrgeiz, der mir bisher gefehlt hat.






Interessante Rückseite. Das würde ich nie so hinkriegen, wenn ich es direkt versuchen würde. Der Scan ist noch ohne Hintergrund, mittlerweile ist da auch mehr drauf.