Die Blaufrau

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Malen, Zeichnen und Textilkunst haben mich mein Leben lang begleitet, je länger, desto intensiver. Ich bin gespannt, wo es noch hingeht!
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Sonntag, 2. Februar 2020

Vor dem Neumond

... morgens im Süden.




Endlich weiß ich, welcher Mond das ist: es geht immer von rechts nach links. Der Mond nimmt ab von rechts nach links, und er nimmt zu von rechts nach links. (Mittlerweile ist er schon wieder halb voll ...)

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Zum Verschenken was ganz Praktisches: ein Stoffbeutel zum Einkaufen.



Aus meinem liebsten alten Bettbezug, mit einem dünnen Futter, damit keine Löcher entstehen wenn man mal was Scharfkantiges eingekauft hat. Mit Tee eingefärbt - das Bettuch-Weiß paßt nicht zu Gunhild und ihren Natur-Tönen.
 







 Das große rote Ahornblatt vom letzten Jahr.



Verstärkter Rand zum stabilen Tragen.

Freitag, 24. Februar 2017

Milchstraße

Mit einem Stück alter Tüllspitze, die sich viel weicher und geschmeidiger anfühlt als alle anderen Spitzenstoffe, denen ich begegnet bin. Schön, daß der Tüll ein bißchen über die helle Linie hinausgeht hier und da. Ruft nach Fortführung mit weißen Stichen, hoch zum dunklen Mond.




Mond oder Blüte. Oder eine Frucht. Die hellen Linien im dunkelblauen Streifen aufzunehmen war eine spontane Idee. Vielleicht sollten die sich nach links ins Dunkelblau fortsetzen. Ich habe die Linien mit hellem Vorstich vorgezeichnet, das klappt ganz gut, gibt der Nadel etwas zum Umwickeln. Deutlicher, als es eine nur gezeichnete Linie 

Die Linien, die ich heute morgen mit dem Markierstift gezogen habe, sind schon verblaßt, wie schön. 

Kannjetzt nicht mehr tippen, weil Lilly unbedingt schmusen möchte und mein Brustbein bearbeitet. Tieger sitzt auf dem Regal und guckt zu. Ich glaube, heute hat es wieder ein bipchen Streß gegeben während ich auf der Arbeit war. 

Mittwoch, 15. Februar 2017

Wie

Ein paar Stücke zusammen.





Zwei Monde und ein Fundament, eine Spiegelung, ein Übergang von Tag und Nacht (auch das schon eine Geschichte). Ich habe verschiedene noch unklare Ideen, was daraus wird, aber mein erkälteter müder Kopf ist kein gutes Werkzeug. Es sind Ideen für einzelne Bereiche, z. B. die Form der Gewölbe in dem hellen Sockel aufzugreifen, oder oben blaue Vorstiche wie eine Art Himmelsdunst zu sticken, ein Schleier. Aber was ist das Ganze?








 Der Mond vorgestern. 






Und meine Streithähne. So sehen sie aus, als könnten sie kein Wässerchen trüben... Wenn nichts los ist bei Schmusen und Spielen, fixiert Lilly von unten Tieger auf dem Regal so lange, bis er anfängt zu knurren und sie mit Flaschenbürste in Richtung Tisch springt. So kann man Konflikte auch herbeistarren.

Freitag, 9. Dezember 2016

Wo ist der blaue Faden?

Lange intensive Arbeitstage, Feiern, Krankenhausbesuche weben ihren eigenen Stoff, in dem der blaue Faden unsichtbar wird. Manchmal auftaucht, wieder von anderen Fäden zugedeckt wird. Auch das ein Gewebe, grau und bunt. 

Die Sonne vom letzten Sonntag leuchtet weiter in den Fotos meiner alten Decke. 




 Drei Hobbitfilme später. Zum Entspannen setze ich mich vor den Fernseher, wenn vom Abend nicht mehr viel übrig ist, aber das eigentlich Entspannende ist das Hantieren, die Berührung und der Rhythmus des Stickens/Nähens, wo ist eigentlich der Unterschied?



Eine kleine Gegend (Gegend ist eins der schönen Wörter) erscheint in den vielen Schichten der Stoffe. Berge, dunkle Seen vielleicht, ein Lastwagen auf einer verdecktgen Autobahn. Eine Überraschung. Ich hab die Stücke damals sehr sorglos übereinander gelegt (meine erste Patchworkdecke, ohne Plan, unbekümmert, ginge heute gar nicht mehr), und nun kommen die ursprünglichen Stücke wieder zum Vorschein. Mit einem Stückchen frischen blauen Himmel dahinter. 



 Der letzte der kleinen Monde.






Eine Rose ist eine Rose ... nun mit ein bißchen Drama. Der Hingucker auf der Decke.

Grauer Sticktwist für die Stiche. Sie halten die Fetzen sehr gut fest, die losen Fäden, wo der Stoff durchgescheuert ist. Mal sehen, wie schnell sich das abnutzt. 



Und der Tieger auf dem Dach. Da ist er.



 Da war er.






Und Pfötchen hat ein neues Plätzchen.

Samstag, 3. Dezember 2016

Mond und Mond und Mond

Die Mondgeschichte setzt sich fort. Der erste Stoffkreis ein Rest, unter Barbaras Mond 





weggeschnitten, auf die Naht gelegt,


unter diesem ein kleiner zweigeteilter Mond, der sich im Wasser spiegelt. 



Wie spiegelt er sich? Wie dunkel ist der Himmel? Woher kommt das Licht auf den Mond zu?

 


Ruhe. Ausgebreitete Arme. Die zwei Hälften sind schön, eine Klammer zwischen den Teilen. Eine Naht verbindet, obwohl sie auch eine Grenze ist.


Abendspielereien in einer sehr arbeitsreichen Woche. 

Sonntag, 27. November 2016

Weiteres Durchlavieren

Beim Frühstück. Keine Grundfarben, sondern Ocker und Heliogrün dunkel bisher. Siena wäre noch gut dazu, auch ein lasierendes Pigment.




Idee zu einer Form, ein unregelmäßig geformter Stein zum Beispiel, in dem ich ganz viele Farbaufträge übereinander schichte, bis am Ende die dunkelste Farbe erreicht ist.

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Nach dem Familienadventskaffee ein Stückchen angefangen mit dem ausgeschnittenen Kreis unter Barbaras Mond. Der Mondschatten vielleicht. Die erdabgewandte Seite, auf der sich doch einiges an Leben abspielt, wie man an der Blattspitze sieht. Die Naht sitzt genau auf der Naht des weißgrauen Quadrats. Ein Kreuz mit einem verschobenen Zentrum. Ein aufsteigender Ball. Darunter ein Stück Shibori- und Walnuß-gefärbter Stoff.


 

Samstag, 12. November 2016

Den Faden aufnehmen

Eine anstrengende Woche. Arbeit, mehr Arbeit, Plätzchentüten packen für den Tierheim-Advents-Verkauf, Katze ... Trump! 

Und gestern:Leonard Cohen ist gestorben. 

Am Abend mußte ich Stoff in die Hand nehmen, obwohl die Arbeit für den Kurs dringender wäre. Tröstlichen weichen Stoff, alt und stellenweise etwas fadenscheinig, auf dem Weg, in etwas anderes verwandelt zu werden. 


Zwischenstand
  
fertig



Plötzlich wollte das Blatt vor den Mond. Und der Rosenstoff wollte  Rückseite und Einfassung sein, nichts Blaues. Die Einrahmung definiert den Mittelteil neu. Die Blumen vom Bali-Stoff und die Rosen tun sich zusammen, und nun sind es Mond und Blumen. Sind die grünen Spitzen an den Kreisbögen jetzt Dornen? 

Die Funktion des Rahmens, des Randes: Grenze, Sicherheit, Energie geht nach innen. Hier läßt der Rahmen aber auch was nach außen, die Blumen setzen sich fort. Beim Vorab-Gucken daran denken, was der Rahmen aufgreift und durchläßt. 

Farbe: der helle Grünton ist wichtig im Wechsel mit dem dunklen, auch im Rand. Wie Bildweberin Franziska in Berlin sagte: sie nimmt immer Farben mit rein, die allein grell erscheinen, dann wird die Farbfläche "richtig". 

Sonst


Erinnerung an eine Technik vom ersten Modul. (Ich hab schon viel mehr gemacht, als mir bewußt ist!) Der Kiefer tritt stark hervor: jetzt sehe ich tatsächlich etwas Bärenhaftes. 


 
   
Die Papierschichten nach dem Schneiden



Der passende Umschlag für den Folder, mit übrigen Formen beklebt. Erinnern mich an Joan Miro.

 
 Ein Schoß-Moment

(Ich kann es kaum erwarten, mir eine neue Kamera zu kaufen. Vernünftig wärs, das erst im Januar zu machen, aber ich weiß nicht, ob ich so lange abwarten kann.)



 Ein Muster- und Sammel- und Herbstmoment: Gingko-Blätter aus dem Kreuzbergweg


Freitag, 4. November 2016

Noch ein Mond ... für Barbara

Ein Auftrag ... Ich bin sehr geschmeichelt. Ein Untersetzer für Barbaras Bürotasse. 





Mir schwebt ein Kreis in der Mitte vor, in den die Tasse reinpaßt Oder auch nicht. Ein Tassenlandeplatz. 

Der Scan ist ein bißchen blaß geworden. Eine grüne Ranke um den Kreis, es kommen noch rote Punkte dazu (grün und rot, Barbaras Farben), aber ich weiß noch nicht, wie die genau aussehen sollen.


Für die Streustiche hab ich endlich mal etwas von den Seidenfäden der Weberinnen in Berlin genommen. Ich bin bisher geizig gewesen mit diesen Fäden, sie sind was besonderes, die schönen leuchtenden Farben, und nicht wieder zu beschaffen. Auch das ein Wert.
Ist der Kreis ein Mond? Eine Frucht mit grünen Stacheln, Kastanie? Das Herz einer Pflanze? 


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 Noch ein Mond, gesehen vorgestern abend, die schmalsten Sichel mit dem Gesicht nach Westen zur untergegangenen Sonne




Manchmal die Entscheidung, ein Foto zu machen oder schnell eine Skizze, wenn es um ein kleines Detail geht, herausgelöst aus allen anderen Zusammenhängen wie z.B. einer nicht allzu sauberen Spüle. Meistens greife ich fast automatisch zur Kamera, das Zeichnen fühlt sich so prätentiös an. DAbei ist es mitunter das Einfachste.

 

Dienstag, 4. Oktober 2016

Luna und Mond


Die kleine Luna schläft unter dem Mond. Das Bild, wie Luna in ihrer Voliere auf der Stange unter dem Giebel sitzt, hat sich in meinem Kopf festgesetzt. Ein Häuschen, ein Schrank ... Erinnerung an Fachwerk.







Das gleiche Schema, mit Unterteilungen durch Fenster, Balken.







In Lantershofen, Schmittgasse.


Sonntag, 2. Oktober 2016

Mond Licht Augen

Mond


Nun ist er fertig, oder es ist ein Zwischenstand. Wenn ich das Stück nicht verschenken würde, könnte es sein, daß ich irgendwann weiter mache. Wann ist überhaupt was fertig? Wirklich fertig,  und nicht nur mit der Entscheidung, hier hör ich jetzt mal auf?





 Die offene Kante unten ist mir wichtig. Der Rahmen macht das Stück "ordentlich", ein Zwang. ("Wenn du es verschenken willst, muß das ordentlich aussehen." Auch ein alter Rest.) Aber ohne Rahmen und umgenähten Saum ist es offen nach außen, keine feste Grenze, nichts Abgeschnittenes. Der Blick, die Fantasie geht darüber hinaus. Der Reiz einer ausgefransten Stoffkante. Der Reiz eines zerrissenen Stücks Stoff, wie das alte Kissen von Eva mit dem Rosenmuster, von dem ich jetzt kein Foto habe.

Der kleine gestickte Kreis ist auch wichtig, ein Echo des großen Mondes. Und eine Erinnerung an die ganze Form, oben ist ja nur ein Ausschnitt. Ich seh das erst, nachdem ich es gemacht habe. Beim Sticken erschien es mir nur wie "ach, könnt ich machen, gute Idee". Ich hätte nicht sagen können, warum mir das so vorkam. Und ich mach es dann, weil die Idee flüchtig erscheint und nicht zerdacht werden möchte. Vielleicht geht es nur so. Größenordnungen von Ideen: planbar: Material, Layout; nicht planbar: die Kleinigkeiten auf dem Weg, die beim Machen auftauchen. Wie Wandern. Das Ganze seh ich erst hinterher.

Licht







 Lichtmalerei im Schlafzimmer. Nach dem Regen gestern (endlich Regen!) kommt heute die Sonne wieder hinauf in einen klaren Himmel.

Augen


Stöbern in der Bonner Bibliothek am Freitag hat ein wunderbares Buch für den Kurs zu Tage gebracht: Geschmückte Haut. Körper- und Gesichtsbemalung aus aller Welt, angefangen bei Höhlenzeichnungen und alten Skulpturen bis zum Fußballfan. Bevor ich mich daran mache, für das Kapitel 6 ein Gesicht, eine Maske detailliert zu zeichnen: Skizzen der Augen. Angestoßen auch von Jude Hill und den Augen ihrer strays und beasts. Wie viele Möglichkeiten, Augen darzustellen. Und wie ausdrucksvoll.


Nicht nur die Augen, sondern auch die Brauen und die Nase. Zusammenhang ist wichtig.
 


Die Kachina ist faszinierend, eine so zeitlose Form. Das auf/aus Stoff, verschiedene Augen rein, der Körper: tausend Möglichkeiten. Wie ein Ur-Muster, das auf viele viele Arten ausgeführt werden kann.

 



Das Spiral-Auge: Eine Skizze von Ben Nicholsons Bild in der Hepworth-Ausstellung, schnell und verhuscht gezeichnet, damit mich nur ja niemand sieht ... Gesichter, Profile, die sich überlagern und neue Formen bilden, und Spiralaugen. Die Spirale zieht mich an, ich laufe hinein und hinaus. Eine definierte und doch offene Form. Grenze, Kante, siehe oben. Etwas definitiv machen, so daß es nicht im Ungefähren bleibt, und damit trotzdem nicht abschließen.