Die Blaufrau

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Malen, Zeichnen und Textilkunst haben mich mein Leben lang begleitet, je länger, desto intensiver. Ich bin gespannt, wo es noch hingeht!
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Donnerstag, 23. Juli 2020

Tieger- und andere Übungen

Muß wieder lernen, Tieger zu zeichnen - habe so viele alte Zeichnungen von ihm gefunden, bei denen ich mir denke: das kann ich gar nicht mehr! Also wieder üben. Er muß nur lange genug stillhalten, das kann schwierig sein, besonders wenn dann soviel perspektivische Verkürzung reinkommt wie hier. Ich hab mich noch nicht entscheiden können, ob die hier gelungen ist oder nicht, das seh ich wahrscheinlich erst nach ein paar Tagen oder Wochen.




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Der neue Schablonierpinsel aus dem Knauber-Ausverkauf, mit Gouache durch zwei Schablonen in mein Wander-Tage-Buch mit den farbigen Papieren. Das Stupfen mit dem Pinsel ergibt eine matte, etwas körnige Farbstruktur, und man kann gut abtönen, aufhellen, eine neue Farbe reinmischen ... Das wäre was für Steine.





Das gleiche Verfahren im Aquarellskizzenbuch. Die Form ist mit klein gerissenem Malerband abgeklebt, ich wollte eine unregelmäßige Kante haben. Es ist etwas Gesicht-Ähnliches daraus geworden, vielleicht ein Wasserspeier - oder ein Erdteil ... 

Hier wirkt die körnige Struktur noch schöner. Und auf einer größeren Fläche lassen sich die Farben schön auf dem Papier mischen. Ein bißchen wie Modellieren. Die weißen Schlieren wollte ich ausprobieren für die Lichtlinien auf Wasser, aber so richtig gut kommt das hier nicht. Der blaue Hintergrund ist mit dem Fächerpinsel vermalt, dabei die 1 etwas verwischt - viele Möglichkeiten. Weiter probieren. (Und endlich mal wieder ein Bild machen nach den vielen Proben der letzten Jahre.)


 Siena, Ocker, Umbra, Aquamarinblau, Weiß
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Der Vollständigkeit halber ein Blick aus dem Schlafzimmerfenster mit dem Haus, das bei Sonnenauf- und -untergang so schöne Rosatöne hat und mit Pastell gemalt werden möchte. Und mein Klee. Und Tieger.




Füller und Filzstift auf Steinpapier.  Wirkt im Moment auf mich ungeschickt und langweilig, aber wenn ich bei der Rückschau in den letzten anderthalb Wochen etwas gelernt habe, dann: machen, machen, machen.













 

Donnerstag, 11. Juni 2020

Bild vom Bild

Ein Frühstücksgedanke - ein Pastellbild vom Textilbild. Geboren aus der Lust auf Pastellkreiden und aus der Nachwirkung der Stickerei. Nun sind die Medien sehr unterschiedlich (und ich habe mit Textilien eine viel größere Leichtigkeit als mit Farben). Also bin ich erstmal gegen die übliche Wand gelaufen.




Einen möglichen Weg gab es dann bei Dawn Emerson, "Pastell Rebell". (Nein, ich schäme mich jetzt nicht dafür, woanders nach einer Lösungsmöglichkeit zu suchen. Die Workshops helfen mir, die Regel aufzulösen, daß ich mir alles ganz allein ausdenken muß.) Ich habe hellere Pastelltöne durch verschiedene Netze und Stücke von Paillettenresten - diese Streifen von ausgestanzten Pailletten - getupft (es lohnt sich doch, alles Mögliche aufzubewahren!).

Der helle Querstreifen über der Blüte rechts stört noch, den werde ich abdämpfen. 

Es sieht jetzt eher aus, als stünden die Buschwindröschen in einem Zimmer. Im Textilbild sieht das viel mehr nach Wald aus. Lesarten in unterschiedlichen Techniken?


Die Druckmöglichkeiten sind interessant, damit möchte ich weiter experimentieren, mehr Schablonen zu machen. Habe noch ein Stilleben mit einem sehr schönen Glas vor, dazu kann ich mir das gut vorstellen. Gleichzeitig läuft noch der dritte Workshop. Ich finde, der Tag sollte mindestens 48 Stunden haben! Es freut mich jedenfalls, wieder was mit Pastell zu machen. Alte Liebe.

Sonntag, 24. November 2019

Seitenweise

Weitere Seiten im Rossetti-Buch.


 Die letzten Worte in Derek Jarmans Tagebuch, an seinen Lebensgefährten, der ihn bis zum Tod begleitet und betreut hat, der ihn immer wieder Liebe und Freude hat spüren lassen. Mir fällt dazu immer noch die Diskussion zwischen Rosa von Praunheim und einer Frau aus der christlichen Ecke ein (bestimmt dreißig Jahre her oder mehr), während der sie allen Homosexuellen grundsätzlich die Fähigkeit absprach, sich an einen anderen Menschen zu binden, daher seien sie nicht zur Ehe geeignet. 

Meine Buchstabenschablonen aus dem Kurs. Griff in die Vorratskiste - sollte ich viel öfter machen.




Gedicht über Gedicht: von Alice Walker

 

Petroglyphen-Nachzeichnung (Aquarell auf der Arbeitstischunterlage) mit blindem Fenster. Warum? Ich weiß nicht...



 Auf der Suche nach den schönen Wörtern - finde ich sie manchmal.



Die Schablone meines Mohn- und Weizenfeldes aus dem Kurs. Grund in Brusho schwarz, Bleiche mit der Feder durch die Schablone gezeichnet. Ein weiterer Griff in die Schatzkiste. Ist ziemlich abstrakt geworden. Vielleicht hätte die Bleiche einen Aquarellgrund noch stärker ausgewaschen? Mal versuchen.

Mittwoch, 23. November 2016

Hampelmännchen

Wie gut, daß die Aufgaben in Kapitel 7 erstmal nur die Hände beschäftigen. Nach bestimmten Vorgaben zeichnen, ausschneiden, basteln, das hat nach der Arbeit mit den Masken gut getan. 




Das Männchen oder vielmehr Frauchen ist ziemlich klein und zart und überraschend beweglich. Die Verbindung der Körperteile mit den Perlen auf der Vor- und Rückseite funktioniert gut. Allerdings schlackert das Figürchen ziemlich rum. 

 



 Es erinnert mich an die Hampelmänner, die wir als Kinder hatten. Mit entsprechenden Fäden auf der Rückseite könnte man das bestimmt auch hinbekommen. 

Das Figürchen schlackert auch beim Aufliegen auf dem Papier herum, so daß der Umriß nicht genau wird, so gibt es kleine Variationen. 




Yoga
 

Erst im Nachhinein fällt mir auf, daß ich auf der dritten Zeichnung die en face-Figur ins Profil gezwungen habe. - Wo die Überschneidungen gezeichnet sind, ist Tiefe, die Ordnung im Raum. Erkenne ich die Formen von Arm, Bein, Hand leichter als abstrakte Formen?

Die Läufer scheinen über die Buchstaben zu stolpern. Mal gespannt, wie das mit Farbe aussieht. - Figuren in Schwarz, Hintergrund rot, die Buchstaben in anderen Farben? Figuren schwarz, Hintergrund gemuschelt? - Eine andere Gruppe, en face, wären Zuschauer am Straßenrand. Oder Leute an der Bushaltestelle. Unterhaltungen.

Hab ich schon jemals menschliche Figuren gemalt oder gezeichnet? Ich glaube nicht! 

Donnerstag, 17. November 2016

November


Blätter sammeln, auflegen und umranden, ausmalen. Nach den anstrengenden Tagen (Alexander-Technik nach der Arbeit hintereinander) das einzig Wahre. Bei der Gelegenheit: Linien mit Derwent-Buntstift, dann mit den weicheren Derwent-Drawing-Stiften drüberschraffieren. Die helleren Linien bleiben frei wie reserviert. Das funktioniert aber nur auf dem glatten Steinpapier.


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Noch ein Rest von der Druckwerkstatt: Auge auf der Linien-Landschaft bei Machynlleth aus dem dritten Modul.
 



Linien auf Linien, mit Paketschnur und Vinylstempel gedruckt, mit der Nähmaschine genäht. Der Streifen hängt schon lange an meinem Pappregal und wartet auf Inspiration. Oder eher auf Aufmerksamkeit, und daß ich mich damit beschäftige. - Jetzt sieht es aus wie eine Landkarte. Was spielt sich dort ab? Ein Auge über dem Land. DAs Auge hat mit seinen Strahlen in der Iris auch etwas von Sonne, etwas Göttliches. Das ägyptische Augensymbol.

Freitag, 4. November 2016

Schichten und Lagen


Die zweite Schablone für das Nuba-Gesicht. Auch hier reduziere ich rückwärts und füge wieder Details hinzu, die kantige Kopfform kommt heraus. Beide Schablonen übereinander...

Der zweite Durchgang mit schwarzer Gouache, mit dem kleinen Stückchen Naturschwamm durch die Schablone gestupft. Faßt das Ganze zusammen, auch durch die Sichel, mit der der Schädel jetzt abschließt. 

 
 Schablonendruck mit Acryl - ausgeschnittene Papierformen drübergeklebt nach Schablone 1 - Schablonendruck mit Gouache in Blau über allem. Etwas verzerrt, mit Tiefe, er guckt nach rechts unten. Die kleinen Augenhalbkreise sind wichtig.
Etwas Zartes passiert zwischen diesen beiden Gesichtern - zwei Köpfe liegen gegeneinader im Gras?


Die drei sind jedenfalls fertig. Ich möchte sie am liebsten jetzt schon in die Umschläge stecken - drei A5 Umschläge für diese Blätter sind vorgesehen..

















Auf der Suche nach einer weiteren Möglichkeit für die Tlingit-Maske: Vieles von dem, was ich bisher im Kurs gemacht hab, hab ich schon wieder vergessen. Zum Beispiel die Technik, durch mehrere Lagen Papier in unterschiedlichen Farben eine Form zu schneiden und sie dann wie ein Puzzle farbig zusammen zu setzen. 


 


Grade geschnitten, drei Farben und das Deckblatt mit den Umrissen auf schwarzem Grund, der stellenweise stehenbleiben wird. Das wird eine schöne Puzzelei morgen!

Dienstag, 1. November 2016

Druckwerkstatt

Erstmal Schneidwerkstatt. Nach langem Ausprobieren auf dem Blatt aus Modul 3, mit den Streifen aus dem Kalender mit den leuchtenden Acrylbildern. Einige von den Vereinfachungen wollten wieder detaillierter gemacht werden: die Ornamente über der Stirn, die Dreiecke am Kinn, der Schlängel zur Nase und der gelbe auf der Wange. Und die Augenpartie einmal in Rot und einmal in Schwarz mit allen Linien ausgeschnitten. Sieht mit den türkisfarbenen Pupillen sehr dämonisch aus. Keine Angst vor Übertreibung. - Was ist es für ein Tier?
Die Linien (Streifen!) könnten jetzt wieder rauskopiert werden ... und so ad infinitum. Warum nicht? Everything worth doing is worth overdoing.

Jetzt aber

Druckwerkstatt


Der Druckstock nach der ersten Benutzung. Hat fast was Ägyptisches, Türkis und Gold. Dann das Auge. Die Strahlen in der Iris wollten rein. Ein reines Vergnügenmal wieder, in diese kleine Vinylplatte zu schneiden, so weich und fest.





Meine Gelli-Plate mit der Schablone der Augenpartie und einem Scheherazade-Schlenker ... Hat tatsächlich was von Schleier, über dem ersten Druck, ich glaube, das war ein Zwiebelnetz und ein Kartoffelnetz. 




Das kommt vor, wenn man die Zeit als Unterlage hat. Ein Probedruck durch die Schablone, aufgeklebt. Meet the expert! 

 

 Beide Schablonen auf einerm Blatt, auch das vor-gedruckt. Sieht etwas verwirrend aus, vielleicht muß ich mich noch drauf "einsehen". Prinzip: schmeiß alles übereinander und guck mal, ob es irgendwann gut aussieht.





Dagegen hat das direkt was Sparsames. Durch den Rahmen und die Spuren durch die Schablone (ich kann sie auf der Gelli-Plate nur zum Reservieren benutzen, sie ist zu dick) kommen die ursprünglichen Muster scheinbar deutlicher raus. Gefällt mir besser als der erste Druck allein.


  Ein Gudrun-Sjödern-Katalog aus dem Altpapier gefischt: Winterweiß. Oder Graublau.

















Plötzlich gucken sich zwei Köpfe an ... In den Halbrund unter den Profilen der nächste Kopf, ein Muster, allerdings brauch ich dazu A3. Der rechte Kopf ist mit fast trockenem Pinsel durch die Schablone gestupft, ganz schön. Weiter probieren.





Die find ich richtig richtig schön! Eine gute Idee mit der Iris. Aus dem Ornament, das in der Mitte entstanden ist, kann ich direkt direkt wieder ein Muster basteln. Es hat was Folkloristisches, ist aber nicht naiv. 


Umschläge

 

 Eine Mappe aus A4 Umschlägen, quer genommen, auf einen Ziehharmonikarücken geklebt, ergibt ein Buch, das man gut umblättern kann. Eingriff an der Seite, etwas zurückgeschnitten, damit ein Stückchen Inhalt sichtbar ist. Aber es gibt ja auch die Sichtfenster - bei manchen Umschlägen. 

Erster Durchgang. Da kommt noch mehr Farbe drauf. Und mehr Ornament. Und wer weiß. 

Wer weiß, wann ich da wieder was machen kann. Drucken dauert lange, ist umständlich. Alles aufbauen, reinkommen, zwischendurch saubermachen.



 Überraschung: ich rolle die Walze über die Acrylfarbe, rolle sie über den Druckstock, und auf der Walze bleibt das Muster wie auf einem Rollstempel stehen. Nochmal gaanz langsam, einmal drüberrollen, nicht hin und her ... üben! Ein Schmuckband.
 Eine Reihe orientalischer Damen sieht mich fragend-zweifelnd an.


 Schmuckband siehe oben.
 Ein letzter Abzug vor einer neuen Charge, der letzte Rest Farbe mit Wasser angelöst. Plötzlich etwas wie eine Landschaft zu ahnen. Schön, daß die Adreßaufkleber meistens nicht zugedeckt werden. 

Auch hier müssen Augen her. Von Druck zu Druck die Farbe leicht verändern. Welche Kombinationen gibt das Auge noch her?











Zum Drucken ist ein Rhythmus nötig, eine gewissen Geschwindigkeit, ein Fluß. Jede Unterbrechung ist noch schlimmer als bei den anderen Techniken, ich komme nicht mehr rein.

Als nächstes: Aquarellfarben über die Acrylfarben und ein neuer Druckdurchgang. Und die Umschläge brauchen auch eine Rückseite. 

Samstag, 22. Oktober 2016

Gesicht eines Tages


 Regen, endlich. Die Ahr hat schon wieder ein bißchen mehr Wasser - leider nur ein bißchen. Der Rhein ist immer noch so niedrig, dass die Kiesbänke freiliegen. - Der Wanderstich, diesmal mit dem Lieblingsfüller auf teilweise noch feuchtem Grund. 


 Frühstück mit Aquarell. Ein Farbfleck, zwei, ein paar Striche mit dem Füller.  - Auf dem Küchentisch liegen die Nüsse in den stacheligen Hülsen - das richtige Wort? Sie sehen aus wie explodierte Schalen, wie zerfetzte Hände. Liegen auf der Nussallee auf dem Bürgersteig. Sie gehören in mein Pflanzentagebuch.



Schwarze Tusche über Gouache, ein Papier aus dem ersten Modul, liegt schon seit vorgestern hier und wartet. Eins aus dem Stapel der gelungenen Papiere. Schön, wie die Farbe durch das Schwarz scheint (erinnert an das große Bild in der Ausstellung zum heutigen Zeichnen - war das in Brühl? nein, Leverkusen), die Kontur des Gesichts rechts wird damit angedeutet, es ist mehr als nur ein Muster.