Die Blaufrau

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Malen, Zeichnen und Textilkunst haben mich mein Leben lang begleitet, je länger, desto intensiver. Ich bin gespannt, wo es noch hingeht!
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Samstag, 29. September 2018

Flickenteppiche

Zusammengefügt: Vorder- und Rückseite des Goldsteig-Folders.



Vorderseite

Die bemalten Kartenzeichnungen mit ebenfalls bemalten Stücken aus meinen Gelli-Plate-Drucken.




 Rückseite
Stücke von Gelli-Plate-Drucken. Wie leicht das in diesem Zusammenhang einen pflanzlichen Charakter bekommt, auch wenn ich mit Stoff oder Federn gedruckt habe. Die Gouache darüber verändert die Stücke auch nochmal sehr.
Die Fotos für die Abzüge aussuchen macht bei weitem die meiste Arbeit.

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Ebenfalls zusammengefügt: die Zeichnungen aus meinem Goldsteig- Reisebuch. Gefühlt wenige, aber es sind doch ein paar geworden. Kuli und Inktense-Stift, teilweise laviert.



                     Zeichnungen auf dem Weg

 


                      Zeichnungen in Passau
Die Stadt war so voller Menschen, das hat mich abgehalten, mehr zu machen. Aber tatsächlich guckt kaum einer.
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Und die losen Blätter. Die Idee kam ziemlich spät auf dem Weg: Was liegt am Weg herum oder kommt mir in die Finger, was eine Spur auf dem Papier hinterläßt? Was kann ich daheim mit Farben und Stiften daraus machen? Die Vogelbeeren fehlen, aber die gibt es hier ja auch.


 Zerdrückte Heidelbeeren, Kohlestift



 Moos und Stein abgerieben, Pastell, Kohlestift



 Moorwasser vom Haidmühler Badesee, PanPastel, Pastellstift


Belag von den Holzstufen des Badesees abgerieben, Aquarell
Der Belag fühlte sich unter den Füßen so glitschig und pelzig an, daß ich dachte, der färbt wie blöd. Ich mußte aber ganz schön reiben, um eine Spur aufs Blatt zu bekommen.




Meine abgebrannten Streichhölzer - (dabei ist mir mein Abendessen übergekocht) - meist bricht der verkohlte Kopf schnell ab. Am besten sind frisch abgebrannte Streichhölzer. Bei den älteren ist schon viel Kohle abgebröckelt.


Montag, 28. Mai 2018

Nachmittag am Gartenschuppen

Der schönste Mai aller Zeiten. 

Pflanzentagebuch um den Gartenschuppen herum. Gehören auch dazu, Brennesseln, Gräser, Efeu, Brombeeren. Ob ich die in meinen Leporello einarbeiten kann?

Der Beinwell wuchert. - Der Rapidograph bildet in letzter Zeit Tropfen an der Spitze, die ich hier schwungvoll ausziehe, um die Blatt- und Blütenspitzen des Beinwell zu zeichnen. Muß schnell gehen. Ich wollte langsam und genau zeichnen, aber der Stift wollte es anders.




Beim Gras war es noch schlimmer mit dem Tuschetropfen. Wie macht man aus der Not eine Tugend? Per Zufall den Abdruck der eigentlich festen Tusche auf der gegenüberliegenden Seite entdeckt. Weiter durchgerieben. Vielleicht funktioniert das nur so auf dem Steinpapier, das ja erstaunliche Eigenschaften hat. Es gibt viele solche Abdrücke in dem Buch.

 


Brombeerblüte am Gartenschuppen, die Riesenbrombeeren. Also auch Riesenblüten. Winkt.

 


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Weiter mit der Aufgabe. Mit Art Pen auf einem bedruckten Papier - ein Nebenprodukt von einem Durchgang mit der Gelli Plate, ich hab das Blatt aufgehoben und rausgesucht, fand es so schön mit dem Türkis und den Grau- und Brauntönen. Ich habe das Motiv passend zu den Farben auf dem Papier ausgesucht. 




Teilweise laviert, sonst mit Pastell eingefärbt. Eigentlich nur betont. Ich wollte das bedruckte Blatt nicht ganz zudecken. Es gibt einen schönen Eindruck von Alter, Patina, Schichten. Hab ich noch mehr Blätter?


  

Lavierungen


 Nochmal mit dem Stift über die Lavierung drübergehen! Bei den Brettern vor allem, die Holzstruktur aufbauen. Die Badewanne wirkt ziemlich flach, nochmal versuchen.


Montag, 14. November 2016

Einen Abschluß finden

Dieses Kurskapitel ist eins von denen, bei denen ich keinen Abschluß finde. Das Thema, ein von mir ausgewähltes Gesicht zu verändern, ist spannend; ich habe viele Ansätze, verfolge einige, es kommen immer mehr Ideen, die Ideen verzweigen sich, der Zusammenhang geht verloren; hat das, was ich mache, noch Verbindung zur Aufgabenstellung ... wenn ich dies noch mache, bin ich fertig ... nein, da taucht jetzt noch ein Loch auf ... ich hab nicht genügend Notizen gemacht ... das hab ich übersehen ... hier reicht es noch nicht ... das ist alles nicht gut genug ... ich muß noch einmal anfangen ... Kenn ich aus dem letzten Modul, von der Arbeit an dem Buch. Die schöne spannende Aufgabe wird zu einer Last. Vertrautes Schema. Geht mir bestimmt nicht allein so. An welcher Stelle setzt die Selbstsabotage ein? - Aber vielleicht sieht so einfach nur der kreative Prozeß aus. Kein Zeichen von Versagen, von Nicht-Können, sondern die Kehrseite der Medaille, der glücklichen Entdeckungen, der Freude. Akzeptieren.

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Der Bericht vom Wochenende, von zwei langen Nachmittagen Druckwerkstatt. Die Gelli Plate wird mir langsam vertrauter. Aber da ist noch viel zu lernen. 



Blätter gesammelt beim Spaziergang mit Karin; der zweite Druck hat getrocknete Farbreste von der Gelli-Plate mit abgenommen. Drübergemalt mit Brusho und Nußbeize
 




Das Gleiche mit dem Gingko aus Bonn. Die Scans sind in der Bearbeitung ein bißchen zu blaustichig geworden. Unglaublich, wie die Textur der Blätter von der Platte aufgenommen und wiedergegeben werden! Eine Sammlung anlegen, jetzt wo die Blätter freiwillig gegeben werden ...
 



Erster Druck: drei Farben, mit dem Webkamm gemustert

 

Zweiter Druck von diesem Auftrag, ghost print; getrocknet und mit dem nächsten Farbauftrag abgenommen

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Und meine Tlingit-Maske:
die übertragene Strichzeichnung mit Rubbelkrepp nachgezogen und mit einem Farbauftrag in Ocker, Rot und Umbra, mit Wellenlinien gemustert, bedruckt. Um das Gesicht herum dunkel übermalt, die Linien abgerubbelt und mit hellblauer Gouache übermalt. - Man könnte auch Flächen abdecken ...




der Ghost print: das Gesicht tritt hinter den Wellenlinien zurück, ertrunken ... hinter Schleiern verborgen ... wie wird das mit einer Lavierung aussehen? Welche Farbe?
Die Arbeit mit der Platte schubst mich auf immer neue Wege, wahrscheinlich hätte ich bei einer vertrauten Technik bleiben sollen. Das hier ist ein ganz neues Kapitel. S.o.


 

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Ich hatte den Paper Cut unter die Platte gelegt und auf die Platte einzelne Bereiche gemalt, nach und nach gedruckt. Es wird sehr ungenau, aber reizvoll. Am Ende hab ich alles bemalt und trocknen lassen, aber nicht trocken genug. Mit Heavy Gel übermalt und abgezogen, einiges ist auf der Platte geblieben, das Papier hat sich teilweise abgelöst. Nußbeize drüber auf die unbemalten und abgerissenen Stellen. So könnte ich nie auf Papier malen.

Das ist jetzt wirklich ein Bär. Ein blinder Bär.
 


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Druck auf Druck: der zweite Druckstock vom Auge, das Detail vom äußeren Augenwinkel, auf die nasse Acrylfarbe auf der Platte gedrückt, hier der ghost print, mit Siena-Gouache laviert. Wie eine alte Wand, auf der Spuren der ursprünglichen Bemalung noch zu sehen sind.  

 


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Stichelei

 


 Ganz schlicht. Ich denke daran, noch irgendwas draufzusticken außer einfachen Linien, und schiebe den Gedanken weg. Ich hab keine Lust auf was anderes. Einfache Stiche, Linien mit weißem Garn, vielleicht dem weißen Rayongarn. Die untere Schicht ist ein flauschiger Füll-Stoff, den ich mal für eine Decke verwendet habe, ich weiß nicht mehr welche, es ist nur noch ein Streifen da. Weich und gut mit der Nadel zu durchstechen. Ein kleiner Untersetzer. Ganz schlicht. Eine kleine Melodie ... ganz schlicht...

Dienstag, 1. November 2016

Druckwerkstatt

Erstmal Schneidwerkstatt. Nach langem Ausprobieren auf dem Blatt aus Modul 3, mit den Streifen aus dem Kalender mit den leuchtenden Acrylbildern. Einige von den Vereinfachungen wollten wieder detaillierter gemacht werden: die Ornamente über der Stirn, die Dreiecke am Kinn, der Schlängel zur Nase und der gelbe auf der Wange. Und die Augenpartie einmal in Rot und einmal in Schwarz mit allen Linien ausgeschnitten. Sieht mit den türkisfarbenen Pupillen sehr dämonisch aus. Keine Angst vor Übertreibung. - Was ist es für ein Tier?
Die Linien (Streifen!) könnten jetzt wieder rauskopiert werden ... und so ad infinitum. Warum nicht? Everything worth doing is worth overdoing.

Jetzt aber

Druckwerkstatt


Der Druckstock nach der ersten Benutzung. Hat fast was Ägyptisches, Türkis und Gold. Dann das Auge. Die Strahlen in der Iris wollten rein. Ein reines Vergnügenmal wieder, in diese kleine Vinylplatte zu schneiden, so weich und fest.





Meine Gelli-Plate mit der Schablone der Augenpartie und einem Scheherazade-Schlenker ... Hat tatsächlich was von Schleier, über dem ersten Druck, ich glaube, das war ein Zwiebelnetz und ein Kartoffelnetz. 




Das kommt vor, wenn man die Zeit als Unterlage hat. Ein Probedruck durch die Schablone, aufgeklebt. Meet the expert! 

 

 Beide Schablonen auf einerm Blatt, auch das vor-gedruckt. Sieht etwas verwirrend aus, vielleicht muß ich mich noch drauf "einsehen". Prinzip: schmeiß alles übereinander und guck mal, ob es irgendwann gut aussieht.





Dagegen hat das direkt was Sparsames. Durch den Rahmen und die Spuren durch die Schablone (ich kann sie auf der Gelli-Plate nur zum Reservieren benutzen, sie ist zu dick) kommen die ursprünglichen Muster scheinbar deutlicher raus. Gefällt mir besser als der erste Druck allein.


  Ein Gudrun-Sjödern-Katalog aus dem Altpapier gefischt: Winterweiß. Oder Graublau.

















Plötzlich gucken sich zwei Köpfe an ... In den Halbrund unter den Profilen der nächste Kopf, ein Muster, allerdings brauch ich dazu A3. Der rechte Kopf ist mit fast trockenem Pinsel durch die Schablone gestupft, ganz schön. Weiter probieren.





Die find ich richtig richtig schön! Eine gute Idee mit der Iris. Aus dem Ornament, das in der Mitte entstanden ist, kann ich direkt direkt wieder ein Muster basteln. Es hat was Folkloristisches, ist aber nicht naiv. 


Umschläge

 

 Eine Mappe aus A4 Umschlägen, quer genommen, auf einen Ziehharmonikarücken geklebt, ergibt ein Buch, das man gut umblättern kann. Eingriff an der Seite, etwas zurückgeschnitten, damit ein Stückchen Inhalt sichtbar ist. Aber es gibt ja auch die Sichtfenster - bei manchen Umschlägen. 

Erster Durchgang. Da kommt noch mehr Farbe drauf. Und mehr Ornament. Und wer weiß. 

Wer weiß, wann ich da wieder was machen kann. Drucken dauert lange, ist umständlich. Alles aufbauen, reinkommen, zwischendurch saubermachen.



 Überraschung: ich rolle die Walze über die Acrylfarbe, rolle sie über den Druckstock, und auf der Walze bleibt das Muster wie auf einem Rollstempel stehen. Nochmal gaanz langsam, einmal drüberrollen, nicht hin und her ... üben! Ein Schmuckband.
 Eine Reihe orientalischer Damen sieht mich fragend-zweifelnd an.


 Schmuckband siehe oben.
 Ein letzter Abzug vor einer neuen Charge, der letzte Rest Farbe mit Wasser angelöst. Plötzlich etwas wie eine Landschaft zu ahnen. Schön, daß die Adreßaufkleber meistens nicht zugedeckt werden. 

Auch hier müssen Augen her. Von Druck zu Druck die Farbe leicht verändern. Welche Kombinationen gibt das Auge noch her?











Zum Drucken ist ein Rhythmus nötig, eine gewissen Geschwindigkeit, ein Fluß. Jede Unterbrechung ist noch schlimmer als bei den anderen Techniken, ich komme nicht mehr rein.

Als nächstes: Aquarellfarben über die Acrylfarben und ein neuer Druckdurchgang. Und die Umschläge brauchen auch eine Rückseite.