Die Blaufrau

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Malen, Zeichnen und Textilkunst haben mich mein Leben lang begleitet, je länger, desto intensiver. Ich bin gespannt, wo es noch hingeht!
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Freitag, 6. November 2020

Da war der Sommer

Im August, in Bonn, die Hitze. Stickkurs im Macke-Haus, begleitend zur Ausstellung "Mit Stich und Faden", eine seltene Ausstellung von Textilkunst. Zu sechst in dem hellen Kursraum im Obergeschoß. Fotokopien von Strichzeichnungen, die alten Vorlagen von Elisabeth Macke und ihrer Mutter, die Stickereien nach August Mackes Werken machten. Die Linien waren am Rand der Fotokopien oft kaum zu entziffern, beim Übertragen war etwas Fantasie gefordert, und das fiel mir erstmal schwer, weil das ja Zeichnungen von Macke waren und da darf man ja nichts verändern ... die Ehrfurcht vor der Kunst ... kann einem schon ein Beinchen stellen.

Die Zeit im Kurs hat grade für das Übertragen auf den Stoff und die ersten Linienstiche gereicht - trotzdem war ich danach so unterzuckert, daß mir fast schlecht war. 

Jetzt hab ich mir die Zeit genommen, das erste Stück fertig zu machen. Was ganz anderes als die kreativen Höhenflüge im Stitch Club. Aber es macht Spaß, die Vorlage zu interpretieren - denn es ist eine Interpretation, kein stures Nacharbeiten. Den halbrunden Aufsatz oben könnte man zum Beispiel auch als geschlossene Form machen, die Baumform könnte man aussticken und so in den Vordergrund nehmen, die komischen Formen rechts ... Eine zweite Version?

 


Alles mit ineinandergreifendem Plattstich, mal lockerer, mal dichter. Ich wollte nur eine Andeutung von Raum machen - ganz klar sind mir die räumlichen Zusammenhänge hier nicht, auch das hab ich erst nach und nach loslassen können. 

 Außer dem weißen Garn (Sticktwist) ist alles mit Nähgarn gemacht - ich hab doch immer die Tendenz zum feinen Garn, zur gleichmäßigen Oberfläche. Malen mit der Nadel.

Welcher Maler würde sich noch anbieten? Spontan fällt mir Cy Twombly ein ... Cézanne ...

Sonntag, 26. Juli 2020

Alles immer da ...

Nachlese vom Zoom-Kurs gestern, Zeichnerische Kompositionsübungen an der Alanus-Akademie. Eine Nacht späte, ein paar Stunden im Wald später, eine Eichelhäherfeder und einen Juli-Strauß aus Wilder Möhre und Rainfarn später ... nun ist der Kopf wieder freier.

In letzter Zeit scheint alles zusammen zu kommen. Und auch der Kurs paßte gut in diese Re-Vision. In der Besprechung der Kompositions-Prinzipien und -Möglichkeiten und in der Betrachtung der entstandenen Arbeiten bin ich auf so vieles gestoßen, was ich "irgendwie" schon wußte und schon sah, aber diesmal in einen Zusammenhang gebracht. Sehr reichhaltig!

Aufgabe 1: 5 Alltagsgegenstände auf einem A2 Format anordnen, die Variationen fotografieren, drei aussuchen und sagen, welche einem am besten gefällt. 









Das war meine Wahl. Ich mag die kompakte Form gegen die Linien, die durch die Schatten nochmal variiert werden. 


2. Aufgabe: aus gerissenem Papier Formen legen auf A3, dabei Kompositionskontraste beachten; mit vorgegebenen Begriffen assoziieren
 



 Flüstern


Stau


Geisterspiel



 Transzendenz


 Gefunden

Obwohl wir ausführlich über die Arbeiten sprachen, fällt mir erst jetzt auf, daß die letzten drei alle die Diagonale von unten links nach oben rechts betonen. Wie Martin sagen würde: Nicht falsch, aber nicht bewußt. Wie bei der Alexander-Technik: mir bewußt machen, was ich tue.


Aufgabe 3: Lineare Zeichnung der 5 Gegenstände auf A2 mit Aufmerksamkeit auf die Kontraste (Richtung, Größe, Form, Anordnung - ich kriege die Begriffe schon nicht mehr zusammen)  



 Mit Zeichenfüller, weil ich ja brav ein Medium mit gleichbleibendem Strich genommen habe, wie in der Versuchsanordnung vorgesehen - keine ausdrucksvollen Striche, keine Schraffierung oder Schummern oder sonstwas. Nur Linien. Das fiel schwer! Und die Größe war auch schwer hinzukriegen, ich hab alles etwas kleiner gemacht, als ich eigentlich vorgehabt hatte, die Gliederpuppe und der Krug sollten kräftig angeschnitten sein. Ich hätte die Gliederpuppe viiiiiiiel größer machen können, sehe ich jetzt, das wäre gut gekommen. Abstand bringt einiges.


4. Aufgabe: Blatt halbieren und eine Hälfte weiter bearbeiten und intensivieren, mit gleichem Mittel.




Auch hier hätte ich einen Teil der Gliederpuppe nehmen können. Das ist mir gar nicht eingefallen. Wollte den Krug einbauen, weil ich den so gern mag - habe dann überlegt, was das mit dem Bildganzen macht und dachte, ok. 
So könnte es gehen: die Ideen kommen lassen und dann gucken, wie ich sie einbauen kann, und dabei an die Komposition, an die ganzen Kontraste denken und was sich damit ausdrücken läßt. Kombination von Intuition und Nachdenken, wobei die Intuition zuerst kommen muß. Das allein ist schon ein wertvolles Ergebnis für mich. 

Wie schön es ist, sich mit anderen über das auszutauschen, was man gemacht hat, und die Arbeit der anderen zu sehen. Martin sagte, man lernt mehr aus den Arbeiten der anderen als aus den eigenen, weil man für die eigenen so betriebsblind ist. Das sei auch der Sinn von Kursen und Kunststudium. (Dieser Blog ist ja mein Versuch, meine Betriebsblindheit etwas auszugleichen.) Seine Aussprüche während des Tages haben bei mir jedes Mal Aha-Momente bewirkt. 

Welche gab es noch? Daß das beste Mittel bei der Arbeit an einem Bild das Reduzieren ist. Daß wir uns so gern auf ein Objekt stürzen und das liebevoll malen oder zeichnen, daß wir das Bildganze darüber vergessen. Daß wir unbewußt immer und sehr stark den Drang zum Harmonisieren haben - mittige Anordnung, gleiche Größe, Ausgewogenheit - und daß es gut sein kann, bewußt Spannung zu schaffen, um das auszudrücken, was wir wollen. - Das sind nur einige, mir fallen bestimmt noch ein paar ein ...

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Videokonferenz ist was Anstrengendes! Wir hatten nicht nur einen strammen Zeitplan (was essen und einen Tee trinken mußten wir zwischendurch einbauen), sondern es fehlt auch was Wichtiges, wenn man sich mitteilt, aber nicht zusammen im Raum ist. Und ich habe den Eindruck, daß wir ständig versuchen, dieses fehlende Element auszugleichen, vergeblich. Nach dem Kurs war ich so fertig wie lange nicht. Bereichert und erfüllt, aber total hinüber. 

Und jetzt ein Bild ... ich habe so lange nur Skizzen gemacht oder Studien, aber kein Bild (außer mit Textilien). Und ich denke, es sollte was Jetziges sein, keins der Urlaubsbilder, obwohl es da reichlich Anregung gibt.
 

 

Samstag, 18. April 2020

Die Zärtlichkeit des Stickens

Ob es wohl noch weitere Challenge-Wochen gibt? - Die Aufgabe der 4. Woche war Couching - Überfangstich, Klosterstich, oder wie immer der auf deutsch heißt. Ein Mustertuch. "Die Zärtlichkeit des Stickens", schrieb Richard McVetis. Zeit, Rhythmus.




Angefangen mit dem Quadrat aus gefalteten Papierstücken (die Zeichnungen aus dem Boesner-Blatt), dann der Kreis aus der handgesponnenen Wolle vom Kuchenheimer Wollmarkt, beides mit Nähgarn festgenäht. Der Umriß des Kruges mit Perlgarn, dünnes Seidengarn zum Befestigen; das Blatt mit Paketgarn gelegt, für die Blattadern mehr und mehr entzwirnt und mit Sticktwist gestickt. Ich weiß nicht, weshalb ich dafür braunes Garn genommen habe und nicht eins im Ton des Paketgarns.

Ich mag die Rückseiten!

 

Donnerstag, 9. April 2020

Augen-Blicke

Woche 3 der Stitch Community Challenge (oder ist es Community Stitch Challenge? - irgendwie sind diese Titel so austauschbar ...): ein Auge, ganz detailliert beobachtet und minutiös nachgestickt, möglichst jede Wimper. Erstmal nur wie eine Strichzeichnung.

Ich bin sehr froh, daß ich Petra grade zur rechten Zeit sehen und ihr Auge fotografieren konnte. 



Zumal Petra sehr schöne Augen hat!






Farbe ist erstmal zuviel, also mache ich zunächst Zeichnungen mit Schwarz, Grau und Weiß, wie es auch gestickt werden soll.


Ein Anfang - es schreit nach Farbe, nach Schattierung. Ich mache morgen weiter, ich brauche gutes Licht dafür, und es dämmert jetzt. Die Kombination von Überfangstich und Stielstich, präzise gestickt, ergibt eine schöne geschmeidige Linie, wäre was für die Blindzeichnungen. Dünner als Stielstich, flüssiger als Steppstich. 

Für die Form des Auges und das Lid hab ich mich an der Zeichnung orientiert (allerdings war die Vorzeichnung auf den Stoff nicht einfach und ist nicht ganz gelungen - das geht mit einer genauen Übertragung mit Transparentpapier bestimmt besser), aber für die Wimpern direkt am Foto (in Schwarzweiß ausgedruckt), das ging überraschend gut. Ich könnte für die Farben das Foto in Farbe ausdrucken - einen Abzug bekomme ich ja jetzt nicht, aber ein Ausdruck ist vielleicht sogar noch besser. Und dann nochmal ganz neu anfangen auf weißem Stoff, direkt vom Foto auf den Stoff pausen, ohne den Umweg über die Zeichnung.

Und ich habe noch einige Strichzeichnungen, die ich mal so probieren könnte ...

 

Samstag, 4. April 2020

Balance

Community Stitch Challenge, Woche 2. Aufgabe von Cas Holmes, von der ich schon drei Bücher habe, sehr inspirierend. Eine Collage aus Stoff, vielleicht Papier; Gefundenes, Vorhandenes, Alltägliches.

Erstmal kämpfe ich mit der Komposition und mache an einem Abend Fotografien von allen möglichen Varianten - und komme tatsächlich zu einem HIntergrund, mit dem ich zufrieden bin. Ich traue mich sogar, das kostbare Stück Chiffon einzusetzen; ich weiß nicht mehr, woher das ist, vielleicht Gisela, die Hutmacherin?

Das Hauptmotiv ist die Teedose. Eine klare Form, und der Tee am Morgen ist in den letzten Wochen so ein schönes Element im Tag gewesen. Bei den bedruckten Papieren aus dem Sketchbookds-Kurs gibt es einige Möglichkeiten.







Die rote Variante ist mir hier zu gewichtig - wäre aber auch möglich. Das gestreifte Stück mußn irgendwie sein, ich brauche etwas Lineares als Kontrast.






Das hellere Papier, aber mit Nußbeize nochmal etwas dunkler getönt, damit es sich besser vom Hintergrund abhebt; eine andere Platzierung; schonmal eingezeichnet der Umriß von Spitzwegerichblättern aus meinem Pflanzentagebuch, für den Frühling. - Wie schön, eine meiner Zeichnungen zu verwenden!


 


Stickerei auf der Teedose, locker, ungenau, dazu muß ich mich zunächst überwinden. Der gelbe Vorstich für den Hintergrund ist Gewohnheit, entspannend, ein bißchen Licht. Die Stiche in den beiden grünen Blättern sind auch eher grob, aber nicht schlecht, sie deuten die gebogene Struktur zwischen den Blattrippen an. Die Stiche unten links stören, sie wollen was beschreiben, tun es aber nicht richtig, entweder zuwenig oder zuviel. Im Zweifelsfall weglassen. 





Der leere Raum zwischen den beiden Blättern stört mich. Und ich habe ständig daran gedacht, Blütenmotive aus dem alten Kissenbezug von Eva einzuarbeiten. An einer Ecke finde ich eine sehr fadenscheinige Stelle und setze sie als eine Art Blütendolde in das V. 
 




 Mit Fliegenstich in Weiß (weiße Blüten im Moment überall, der Schwarzdorn verblüht, die wilden Kirschen fangen an), ein paar Vorstichlinien über dem Chiffon und einem Rahmen aus Blusennähten ist die Collage jetzt komplett, auf ein Stück Universalpapier aufgenäht und hängt über dem Teeregal in der Küche.

 Ich bin ganz zufrieden damit. Vor allem mit der Arbeitsweise. Viel Fotografie, um Abstand zu gewinnen und Lösungen zu suchen. Auftrennen - also nicht aufgeben - einfach bleiben. Ein Balanceakt.









 

Grenzen

Community Stitch Challenge auf Textile Artists, 1. Woche 

Ein Nachtrag, die Woche ist die vorige Woche gewesen. - Was wäre die deutsche Übersetzung von Challenge? Eine Aufgabe jedenfalls. Seit ich mich aus dem Distant Stitch Kurs rausgezogen habe vor zwei Jahren, bin ich - abgesehen von "Zeichnen und Achtsamkeit" in der Alanus-Akademie - das erste Mal wieder in dieser Situation. Vertraut und wieder spannend.

Die erste Aufgabe: ein Stück Stoff, in vier Quadranten geteilt, 8x8 cm, vier Variationen eines Stickstiches; Aufgabe von Sue Stone. Ich hab mir Fliegenstich ausgesucht, erstmal Sockenwolle (der dünne Faden zum Stopfen) auf Leinen.




Sobald ich mit einer Variante anfange, kommen so viele Ideen, daß ich mich ablenken lasse. So gibt es immer mehr Ansätze, und das Ganze ist konfus. - Aber unterm Strich hat mich am meisten interessiert, wie der Stich im Zusammenspiel mit anderen aussieht. Vor allem das Muster unten rechts finde ich interessant; Reptilienhaut. 

 
 Auf meinem großen Baumwolltuch, das ich in Lüneburg als Lampenschirm benutzt habe. Eine Variante mit verschiedenen Garnen, alles Weberinnenreste, Baumwolle und Seide, matt und glänzend, dünner und dicker. Der Stoff ist weicher, ich nehme den Stickrahmen.









Ich verliere nach ungefähr einem Drittel der vorgesehenen Fläche die Geduld und fange an, aus dem ursprünglichen Plan auszubrechen. 

Vielleicht sollte ich mir die vorgesehene Fläche kleiner wählen. Mir das Muster vorher aufzeichnen. Klarere Grenzen setzen.


Sonntag, 8. September 2019

Str-Ich, ganz einfach

Nun hab ich schamlos eine Wortschöpfung von Eva geklaut! 

Beim Kurs "Zeichnen und Achtsamkeit" im Alanus-Werkhaus in Alfter haben wir mit Meditation und viel Ruhe von Freitag bis heute mittag sorgfältige Striche gezogen. Reduktion. Nichts Wollen, auf kein Bild hinarbeiten. Beim Strich bleiben und gucken, was passiert. Gar nicht so einfach. (Es soll schön sein. - Es soll originell sein. - Meine Zeichnung soll beachtet werden; ich horche quer durch den Raum, ob jemand was dazu sagt. Und so weiter.) Achtsam sein heißt auch, diese Impulse zu sehen und mir einzugestehen. Nicht nur neue Ideen zum Zeichnen und zur Stoffarbeit, sondern auch einiges über Achtsamkeit gelernt.


  Gestern abend nach vielen großformatigen Zeichenübungen auf Packpapier etwas Kleineres. A3 Arches, B3 Bleistift. Bei den Längsstrichen hatte ich noch den Drang, die Striche zu variieren, Druck, Stellung des Stifts usw. Bei den Querstrichen, nach dem Herumgehen und Anschauen, was die anderen gemacht hatten, mußte das nicht mehr sein. Was ich so alles an Forderungen mit mir rumtrage!




Es war noch Zeit übrig für was Kleines. A4 Gerstäcker Universalpapier, Derwent-Buntstift und Albrecht-Dürer-Buntstift.




 Heute morgen der Anstoß, zarte Striche übereinander zu legen, Hinweis auf Schraffur. B3 Bleistift auf A3 Arches. 

Und wieder Zeit für noch was Kleines:




B6-Vollminenbleistift und B3-Bleistift übereinander auf Universalpapier A4. Mitten in dem Dreieck links war die Zeit dann zu Ende. Aber ich hab nicht das Gefühl, ich müßte etwas "fertig" machen.

  
Der erste Live-Zeichenkurs in einer Gruppe nach Berlin, nach zwanzig Jahren. Schön! - Und ein schöner Ort. Da möchte ich noch mal hin.



Unser Fenster nach Osten, wie ein Rosettenfenster in einer Kirche.

Freitag, 7. Dezember 2018

Badeofen

Nach gefühlten Urzeiten ein Stückchen Kursarbeit. Eigentlich nur inspiriert von der Grafitknetmasse, die ganz eigenartig zu verarbeiten ist. Gibt viel Farbe ab, wenn sie feucht ist, verliert die Feuchtigkeit schnell ans Papier und krümelt dann trocken von den Fingern runter. Matschepampe. 


Läßt sich mit Wasser vermalen - die Rostspuren auf dem Emaille des alten Badeofens. Wasserkanten, Grauabstufungen. Es kam mir eher auf den Eindruck an als auf eine exakte Wiedergabe, die war eher auf der Bleistiftzeichnung. Läßt sich (noch) schwer steuern.







  
Idee: ein Detail, die abblätternde Farbe. In Streifen gerissenes Papier für die rissigen Kanten, auf dunklem Grund. Mit dem Grafit einfärben, der sich dann körnig ablagert.

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Ich komme mit dieser Aufgabe nicht gut klar, deshalb hänge ich auch so ewig daran herum. Vielleicht nehme ich sie zu wörtlich, zu eng. Tonwerte, Linien, Muster. Eher von dem ausgehen, was auf den Fotos zu sehen ist, und micht gar nicht so um die Vorgaben scheren. Und wenn das auch heißt, daß ich von jedem Foto drei Anläufe mache.

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Bei Sturm und Regen und Adventlichtern: da war der goldene Kirschbaum, vor vier Wochen erst.


 

Dienstag, 7. August 2018

Richtig falsch verboten


Der Grillrost hängt am Schuppen, teilweise überwachsen von Brombeeren. Ich hab die Stäbe des Rostes tatsächlich mit Lineal gezeichnet, mit dem Gefühl, das ist verboten. 
 

Organische Linien und mechanische. Könnte ich den Kontrast  deutlicher machen, wenn ich die Blätter freier zeichne? (Und wie soll das gehen?) Ich bin immer noch zu sehr bemüht, es "richtig" hinzukriegen.

Wieder auf einem Blatt aus dem Stellfeld-Heften, B3.




 Noch eine Tonwertzeichnung: der alte Badeofen, auf dem teilweise vergilbten Blatt Hahnemühle Nostalgie mit B3. Noch keine Idee, was ich damit weiter machen könnte. Ich weiß immer noch nicht so genau, wie es von hier ab weitergehen soll. Hoffe, es zeigt sich.





Das Kaninchengitter - gilt das als Muster? Ich möchte sofort die Zwischenräume ausschneiden und die Schablone für alles mögliche verwenden. Durchgucken. Da durch drucken. (B2 Auf Gerstäcker Universal-Papier.)

 



 Aber erstmal muß hier was rein. Mit dem Grafit gemalt.


Ausmalen, wie wunderbar!

Mittwoch, 18. Juli 2018

Was mache ich hier?

Zeichnungen für den Kurs: Linien, Tonwerte, Muster. Wie so oft ist mir nicht klar, worauf es ankommt, worauf das Kapitel hinaus will. Also hab ich einfach mal mit einer Tonwertzeichnung und einer Strichzeichnung angefangen.



Der Gartenstuhl wäre auch interessant für eine Strichzeichnung. Ein Ausschnitt mit den vielen parallelen und rechtwinklig zueinander verlaufenden Linien, dazwischen das eine oder andere Metallteil, plllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll,k (Gruß von Tieger) paar Blätter. Vom Rad nach rechts ein Zickzackmuster.

Grundierung mit HB (zu hell), gezeichnet mit B3. Die dunklen Flächen immer dunkler und noch dunkler, damit die hellen Flächen (wenig Lichter) gut nach vorn kommen. - Der Radierstift funktioniert hier besser als der Knetgummi, präziser. 




Auf einem linierten Blatt aus den Stellfeldt-Heften, und die Linierung ist nicht waagrecht! Deshalb hab ich die horizontalen Gitterlinien kräftig gezeichnet, damit ich sie klar sehe. Ganz wegradieren ließen die sich dann nicht mehr. Also noch mehr Linien. 

Ich fand es unmöglich, das Gewirr der Gartenschläuche - Wolfgang hat zwei da hängen - ganz korrekt zu zeichnen. Einige Schlingen sind selbst konstruiert, einige fehlen. Die Negativformen zwischen den Schläuchen waren hilfreich. Hauptsache, das Ganze sieht irgendwie schlüssig aus. Es ist jedenfalls Bewegung drin.

Eine weitere Schwierigkeit war, die Linien passend ins Gitter zu setzen, aber auch den Schwung der hängenden Schläuche ohne Abbrüche hinzukriegen. Die Schläuche und die Zwischenräume wären ein schönes Puzzle. 


Mir fällt auf, daß in der Aufgabenbeschreibung für das Kapitel nur Pflanzenmotive vorkommen. Da fallen Fehler nicht so auf. Bei meinen Motiven muß ich, scheint mir, präzise zeichnen, damit es nicht falsch aussieht. Sollte ich mal versuchen, es so aus der Hand zu machen? Ich vermute, falsch zu zeichnen, so daß es "richtig" aussieht (wie van Goghs Stühle), könnte viel schwerer sein als richtig zu zeichnen.  

Und ich glaube, ich sollte mir kleinere Ausschnitte auswählen. Also doch eine Idee, worauf das Kapitel hinaus will.

Samstag, 14. Juli 2018

Sonntag morgen

Um fünf Uhr wach. Zeit zum Zeichnen, bevor es wieder ans Schrankaufbauen geht. 

Ein Stengel aus dem Bienenweiden-Balkonkasten, eine Rosenknospe aus dem Strauß vom Freitag, mit flammenförmigen Hüllblättern, schöne Bewegung. Von der Knospe ist gar nicht viel zu sehen.




Es fällt mir schwer, die Tonwerte zu sehen und nicht primär die Farben. Sind wir so sehr darauf geeicht, Farben zu sehen? Vielleicht, tagsüber. Und dann kommt die Frage: ist Rot dunkler als Grün? Für mein Gefühl ja. Ein Foto in SW umwandeln und gucken.




Die nächste Zeichnung für den Kurs: Tonwerte. Vor Jahren (!) im zweiten Modul war das mal dran, ich hatte es vergessen, Sarah Simblet (The Drawing Book) hat mich dran erinnert. 
Also ein Blatt mit einem mittleren Tonwert einfärben. Aber ich reibe nicht Grafit -  abgeschabte Bleistiftspäne - aufs Papier, sondern strichle den Untergrund. Erst mit HB, das zweite mit B3. Die Lust am Stricheln, das Beruhigende.




 Auf dem Stück Hahnemühle Nostalgie ist noch die Spur der Schottland-Fotos, hing lange in der Küche. Die Bearbeitung macht da noch viel mehr draus. (Ich denke immer, PC-Bearbeitung "gilt" nicht. Ist aber ein gutes Werkzeug für neue Ideen.) 




Wie ein Tuch.  Ich mag die Transparenz. - Collagen mit unterschiedlichen Papieren machen und dann zustricheln. Alte Briefe, Bilder, Farben. Noch viel dunkler machen. Und was freilegen.

  
Noch einmal Zug-Zeichnungen vom Freitag dem 13. Baustellennutzung. Die Muster der Oberleitungen.




Das vorletzte Blatt im kleinen Skizzenbuch. Ein neues binden.
Nächstes Wochenende.

Freitag, 29. Juni 2018

Hildegard

Wie setzt man Visionen von Hildegard von Bingen in einem Bild um? Wenn ich mich das so trocken gefragt hätte, wäre ich sehr ratlos gewesen, und mir wäre genau nichts eingefallen, eingeschüchtert von den wunderbaren Malereien, die es dazu schon gibt.

Ich glaube, der Schlüssel ist, mit einem Detail anzufangen, das mich anspricht, ein Bild zu einem Bruchteil dieser All-umfassenden Visionen. Weitere Bilddetails kommen ganz von selbst. Vertrauen in den Prozeß.











Selbst wenn es schiefgeht. Alles um diesen "Engel" herum hatte ich totgemalt aus lauter Ratlosigkeit. Bevor ich es sagte, meinte Eva: "Ausschneiden?" Und das war natürlich genau das Richtige. Nun suche ich noch nach dem All, in dem dieser grüne Engel sich bewegt in seiner ganzen "Grünkraft".