Die Blaufrau

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Malen, Zeichnen und Textilkunst haben mich mein Leben lang begleitet, je länger, desto intensiver. Ich bin gespannt, wo es noch hingeht!
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Sonntag, 4. April 2021

Was da ist


 Ein schöner Künstlerinnen-Nachmittag im Atelier. Stricheln, schauen, reden. Die Blätter füllen sich sozusagen von allein als Reaktion auf das, was ich um mich herum sehe. 

Blinde Kontur mit Kohlestäbchen und den dicken Kohlechunks (wie wäre es, mit einer Kohle zu zeichnen? Wüßte allerdings nicht, wo ich eine hernehmen sollte, nur Grillkohle ist überall). A2 ist kaum groß genug, wie gut, daß ich mir diesen Block gekauft habe. 

 

 

 

Fensterbank im Atelier - ich liebe immer wieder diese Zusammenstellungen; ob zufällig oder arrangiert

 


Schwarz ist schwarz ist schwarz. Wieviel Kraft man damit ausdrücken kann. Der Klotz über dem Schwarz verwischt und tönt ab, deckt aber nicht zu, merken. Schichten ... auf Pastellpapier ...





Ein Porträt über den Tisch hinweg - Hilfe! Uuuuhhh! Hohe Kunst=hoher Druck! - Oder auch nicht. Loszeichnen und gucken, was rauskommt. Ich habe auf die Proportionen geachtet, nicht auf Ähnlichkeit. Eine Übung. Und bei den Händen hat es sich aufgelöst, da Bewegung. 

Nebenbei im kleinen Skizzenbuch

 




Ein Zwergenhut aus feinem Silberdraht mit ein paar Plastikperlen, Deko bei einer Geschenkverpackung

Papier eingefärbt mit dem Tuch, an dem ich mir meine kohlebeschmierten Finger abgewischt habe

mit hartem Bleistift
 




Einüben ins Sehen, immer mehr, immer kleiner ...



Sonntag, 22. März 2020

Zeit, um Bäume zu zeichnen

In diesem Ausnahmezustand - Urlaub in Zeiten von Corona - komme ich wieder darauf, was ich alles so machen könnte, wenn der Zeitdruck wegfällt. Der Druck in den Gedanken: ich habe begrenzte Zeit zur Verfügung, welche Wahl treffe ich, was kann ich in der Zeit unterbringen, was nicht. Ohne die Eingrenzung des normalen Rhythmus von Arbeit und Freizeit wird manches (wieder?) möglich. Ich habe nicht nur Pause (da Urlaub), sondern der Rhythmus ist insgesamt gestört, holpert, ist außer Betrieb. Und ich merke jetzt erst, wie tief der drinsteckt.

Also: Wandern in der Umgebung, möglichst ohne Zugbenutzung (heute doch). Es ist fast warm genug, um mich hinzusetzen und Bäume zu zeichnen. - Und danach energisch zu laufen, um wieder warm zu werden und die eisigen Finger aufzutauen.


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 Am Freitag am Weg oberhalb des Regierungsbunkers. Die tief gefurchte Rinde schwang sich so schön von einem Aststumpf zum nächsten. - 4b im Skizzenbuch. Den angedeuteten Hintergrund hab ich nachträglich gemacht, das fehlte mir, und wie üblich hab ich das erst zu Hause gemerkt. 

Bei Alan Lee und John Howe nachgucken, wie die beiden Bäume zeichnen. Wald zeichnen.

 


Heute strahlte die Sonne in einen eigentlich kalten Tag, klares Licht:  Schatten von Zweigen und Ästen auf einem Baumstamm.



Auf zwei Stämmen (bei der Mittagsrast). Die Kontur des Baumstamms hab ich eher aus Gründen der Ordnung gezeichnet. Eigentlich wollte ich die Schatten für sich stehenlassen (in Paint die Linien löschen!). Beide 6b (mehr Schwärze) im Skizzenbuch.

Eigentlich bin ich auf der Suche nach einer anderen Art von Linie: die nicht Gegenstände beschreibt, sondern für sich steht. Und doch nicht beliebig ist, sondern aus der realen Welt, von einem Motiv herrührt.


Und noch eine Frühstückszeichnung in Pastell:



Gut, daß ich den alten Briefumschlag aufbewahrt habe. Ich hab schon viele Äpfel gemalt und gezeichnet, aber noch keine Birnen. Diese Birnenhälfte war vom Frühstück übrig geblieben und strahlte mich mit ihrer klaren Form und ihrem hellen Fleisch so freundlich an ...

Donnerstag, 2. Mai 2019

Baden im Grün





Ein Abend und drei Tage Lahnwanderweg, tiefes Eintauchen in Frühlingsgrün. Ich dachte immer (etwas verschämt), ich bin ein Schönwetterwanderer, aber diesmal habe ich die regnerischen und bedeckten Stunden mit ihrer Stille und ihren Düften und Geräuschen fast noch mehr genossen als die sonnigen ... (Chor: Aber in der Sonne ist doch alles viel schöner!!!! Ja, klar.)

Route: von Gräfeneck nach Laurenburg, Übernachtungen in Gräveneck, Camping Spaich bei Arfurt, Camping Neues Mühlchen in Oranienstein bei Diez. 







 Von Fürfurt (ausgestiegen) an der Lahn entlang nach Gräveneck



 Dieser erstaunliche Turm enthält nicht nur Toiletten und Duschen vom Campingplatz sowie die Pizzeria (leider geschlossene Gesellschaft), sondern auch Löcher im Mauerwerk, in denen Vögel nisten.


Abendspaziergang ein Stück lahnaufwärts, Apfelbäume in der Uferböschung
 





 ... und dann kommt nicht nur Regen, sondern auch Hagel - von der Sonne beschienen













nach dem Regen Dunst über dem Fluß

 



das Kulturtäschchen, Weihnachtsgeschenk von Petra genäht, auf seinem ersten Zeltausflug - sehr praktisch!
 









Abendspaziergang nach Arfurt - Abendsonne in den Regenschleiern


 

 Über Runkel dampfen die Felder in der Sonne nach einer kalten Nacht.



 Keimende Eichel



 Auf den Limburger Dom war ich gefaßt, aber das war eine Überraschung: St. Lubentius (wer war das?) in Dietkirchen.





Historische Baustelle in Diez. Was war das wohl für ein Gebäude? Was werden die daraus machen? Es sah völlig entkernt aus. Ein altes Hoftheater - oder warum das Plakat für Richard III?
 


 Orchidee am alten Weinbergspfad zum Katzekopp oberhalb von Balduinstein. Die Blätter sind braun gefleckt. Ich konnte es noch nicht eindeutig bestimmen, irgendein Knabenkraut.




 Seltener Anblick mittlerweile: eine Schlüsselblume wild an einer Wegböschung.





Traum-Blick vom Aussichtstempel Gabelstein auf diese weite Lahn-Schleife. Die Lahn ist braun, das Blau gespiegelt ...

 


Auch vom Gabelstein aus, am anderen Ufer. Eine Baumform, scheint mir, die Klumpen weißer Blüten leuchten aus der Entfernung. Mir fielen spontan Stiche ein, Stoffstücke zusammengedrängt, was zum Fühlen.

 Dieser Weg muß fortgesetzt werden!
 

Freitag, 11. Mai 2018

Gartenatempausenzeit

Zeit genommen für eine ausgedehnte Mittagspause, einen Gang durch den botanischen Garten in lieber Gesellschaft. Die Süntelbuche besuchen. Die chinesische Tempelkiefer. 





 Der Name fiel uns nicht ein: Giersch. (Wobei ich mir bei den Doldengewächsen meistens nicht ganz sicher bin.)



 Ein überraschender Riesenpilz oder eine Riesenüberraschung - Durchmesser länger als meine Hand. Die Sprünge ein schönes Muster.



 Am Schloßgraben
Eine Iris-Speerspitze
(Denke an opalweißen Bildgrund, Linien darauf)



 Die chinesische Tempelkiefer mit ihrer platanenartigen Borke. Wiedererkannt nach unserem Gang letzten Herbst, Name vergessen. Wir lernen den Botanischen Garten Stückchen für Stückchen




 Blütenstände der Tempelkiefer


 Die Süntelbuche: ein grüner Raum
Unsere gemeinsame Fantasie: nachts in den Garten schleichen und in dem Raum unter der Buche schlafen.

 




Beim Gehen und Schauen waren die Pflanzen und Bäume so präsent, daß wir für unsere Geschichten gerade mal keinen Platz hatten. Im Schauen aufgehoben. Erst die letzte Viertelstunde auf der Bank war dem Erzählen gewidmet.

Es hat mir danach gar nichts ausgemacht, zwei Stunden länger auf der Arbeit zu bleiben! Die Zeit gehörte mir.

Montag, 5. März 2018

Drei Gesellen

Auf einer Streuobstwiese bei Bad Bodendorf.



Diese großen Astlöcher, wie Augen.

Sonntag, 28. Januar 2018

Januarwald

Ein kleiner Rundgang ausgehend vom Bopparder Ruhewald, an der Autobahn entlang, runter in Richtung Kreuzberg, dort stehen jetzt ein paar Häuser auf der Terrasse, eine kleine Nachbarschaft, wo früher nur eine alte Scheune stand (Expeditionen mit meiner Pentax vor fast vierzig Jahren, selbst entwickelte Negative und Abzüge von Schneebildern, viel zu grau). An Konsulsruh wieder talaufwärts. Alles feucht vom Regen in den letzten Tagen, kleine Wasserläufe fließen über den Weg ins Tal, an einem liegt der Unterkiefer eines Wildschweins mit grün angelaufenen Knochen und Zähnen, ein weißer Hauer. Nebel in den Bäumen und im Tal, auf der Höhe später Sonne.










Im Ruhewald












 Der Weg führt recht steil den Hang runter zum Kreuzberg.




Die ersten Immergrünblüten am Hang. Die einzige Stelle mit offenen Blüten, die wir gesehen haben.

 


 Wir sind hangabwärts in den Nebel gegangen.



Im Bruder-Michels-Tal oberhalb der Konsulsruh. 


 



Über dem Nebel.




 Noch einmal im Ruhewald






Im Café am Markt in Boppard - ein bezauberndes kleines Karussell drehte sich neben meinem Platz.