Die Blaufrau

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Malen, Zeichnen und Textilkunst haben mich mein Leben lang begleitet, je länger, desto intensiver. Ich bin gespannt, wo es noch hingeht!
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Sonntag, 14. März 2021

Es ist angestickt

Eeeewig lange Pause ... ohne Stickerei, ohne Zeichnung, nichts. Auch kein Bedürfnis danach, es war ein Kreativitäts-Winterschlaf. Ich war oft im Wald, der war ganz still und zurückgezogen, paßte. 

Für meinen Wieder-Einstieg in den Stitch Club hab ich dann auch ganze vier Wochen gebraucht. Ein kleines Textilbuch mit Stoffstücken und Stickerei drumherum, ein Stich führt zum anderen. Zu 90 Prozent Vorstich, ein bißchen Stielstich, eine verschämte Reihe Knopflochstich.

Ein schönes Detail dabei ist, daß die Rückseiten der Stickerei genau so zur Geltung kommen wie die Vorderseiten. Das sieht aus als hätte ich wer weiß wieviel gestickt.









Das rechte Bild erinnert mich an die schwebenden Augen von Odilon Redon.








 
 

 



Mir fehlt noch ein Titel - der sollte laut Aufgabe auf das vordere Cover gestickt werden. Meine erste Idee ist "Sphären". Und jetzt beim Drübergucken denke ich an Planeten. - Auf die Rückseite kommt auch noch was. Vielleicht der Titel? Mehr Platz dafür hinten als vorn, ich möchte die Schrift nicht um das Motiv herum quetschen.



Donnerstag, 5. November 2020

Andere Richtung

Fortsetzung der abstrakten Aufgabe mit anderen Mitteln, diesmal "nur" Stickerei. Obwohl der Hintergrund kräftig mitspielt, also Mix aus Patchwork und Stickerei. Auf halbem Weg dachte ich, ein monochromer Hintergrund wäre besser gewesen, hätte die Aufmerksamkeit mehr auf die Stickerei gelenkt, aber nun war diese Entscheidung gefallen, und auch sie hatte ja ihren Grund. 

Eigentlich wollte ich mir mit dieser Variante bei der Applikation weiterhelfen, wollte mir durch einen anderen Ansatz eine Möglichkeit geben, das Steckenbleiben zu vermeiden. Aber das hat nicht geklappt, die beiden Techniken sind zu unterschiedlich. Eine kleine Reihe von Applikationen wäre dafür besser gewesen - das muß ich mir merken.

Nach den gleichen Anfangsschwierigkeiten wie bei der Applikation hat sozusagen die Nadel übernommen, und ich habe sehr kontinuierlich vor mich hin gestickt. Ist es der Rhythmus der Bewegung der Hände? Die Regelmäßigkeit der Stiche bei all ihren Variationen? Es ist jedenfalls nicht Genauigkeit oder sorgfältiges Suchen der richtigen Stellen, dazu sticke ich zu schnell. Während des Stickens kam immer die Idee für die nächste Fläche - und die nächste - und die nächste. Wie eine Taschenlampe, die ungefähr zwei Meter weit den Weg erhellt; weiter weg liegt alles im Dunkeln, aber es wird weitergehen. Ein erstaunlicher Prozeß, bei dem Vertrauen entsteht.  

 


 Man kann es nicht mit einem Blick erfasssen, dazu ist es zu unruhig mit dem lebhaften Hintergrund. Aber man kann es sehr lange anschauen. - Wie greifen die Stiche die Stoffmuster auf, ergänzen sie? Ein weites Feld für weitere Arbeiten.






Entdeckung: Sandstich. Hab ich bisher nur selten verwendet. In dieser Kombination aus dickerem und sehr dünnem Garn (Nähgarn) sehr interessant, und eine schöne Textur. Das Patchworkstück hat nur eine Stofflage, ist also ganz dünn. Aber mit der Sandstich-Fläche darauf wird es stark und stabil und fühlt sich sehr angenehm an. Könnte ich mir auch auf Partien von Kleidung vorstellen - vielleicht auf meinem blauen Kleid? Einen Sandstich-Sampler machen ...

Material: Patchwork aus altem Stoff und Resten mit der Hand genäht; Nähgarn, Sticktwist, Perlgarn, Leinen- und Baumwollgarne der Weberinnen von Webkunst-Textil e.V., dickes Chenillestrickgarn. Einfache lineare Stiche: einen Faden aufnähen, Vorstich, Zickzackstich, Plattstich, Sandstich. Spiel mit unterschiedlichen Fadenstärken, Abständen, Konzentration, Richtungen.   

Freitag, 9. Oktober 2020

Transparenz

 im letzten Stitch Club-Kurs mit Vinny Stapley. Leider hab ich nicht viele transparente Stoffreste - meine Stoff-Vorräte kommen ja mehr aus dem Bereich Kleidung, und ich trage selten Chiffon, Organza usw. 😉

Dafür hab ich unterwegs am Feld ein paar Stücke halbtransparentes Gewebe gefunden, schön faserig, den mit Textilfarben eingefärbt und verarbeitet mit Schnipseln von Gisela aus Berlin, mit einem Abschnitt eines Seidenschals, mit einem Stück alter Spitze. Mit Vorstich, Kreuzstich und sehr offenem Knopflochstich verbunden; schön, wie die Fäden durchscheinen. Die Zeichnung der Melde, in drei Stoffen ausgeschnitten, darauf verteilt und mit Stichen befestigt.

 

 

Details:



 

Vor dem Fenster sieht es besonders schön aus:

 

Ich hätte die Pflanzenformen ein bißchen besser verteilen können - war froh, als sie heil gelandet waren. Vor allem der dunkelgrüne Futterstoff, der mir unter den Händen zerfaserte. Die Blüten der Spitze setzen die Bewegung schön fort. 

Eine Variante ganz in weiß mit noch mehr Stickerei wäre auch schön. Und unterschiedliche Stärken von Fäden - hier ist Nähgarn und einfädiger Sticktwist.


 Die Zeichnungen der Melde (aus dem Garten):




  

 


Donnerstag, 9. April 2020

Fortsetzungen

Weitere Stich-Probe, Folge der 1. Challenge-Woche; über Schrift - das auch zur Probe von einer Laserdrucker-Kopie mit Lavendelöl auf Stoff übertragen. Mit Nähgarn gestickt, also sehr fein; Farbschleier, kräftiger als erwartet.





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 Das Wohnzimmer riecht intensivst nach Lavendelöl. Drei Fotos aus Potsdam auf alten Kissendamast übertragen als Stickgrundlage, mit Teeblättern zusätzlich eingefärbt, weil das Weiß zu grell ist. - Fortsetzung eines kaum angefangenen Projekts. 
 




 Malereien - Reste davon - in den Fensterlaibungen des Belvedere







Von einem Foto des Michaelsbrunnens übertragen - wozu hab ich schließlich diese ganzen Fotos von Steinen, Oberflächen, Baumrinden usw? Hierauf probiere ich erstmal Vorstich-Variationen aus, auch mit Nähgarn. Richtungen.

Das Projekt schiebt sich in den Vordergrund, obwohl ich zunächst an was anderes dachte (Steinfeld, den Garten der Stille); ist also wohl jetzt dran. Mal sehen, ob ich es so verfolgen kann, wie ich es jetzt plane. 

Samstag, 4. April 2020

Balance

Community Stitch Challenge, Woche 2. Aufgabe von Cas Holmes, von der ich schon drei Bücher habe, sehr inspirierend. Eine Collage aus Stoff, vielleicht Papier; Gefundenes, Vorhandenes, Alltägliches.

Erstmal kämpfe ich mit der Komposition und mache an einem Abend Fotografien von allen möglichen Varianten - und komme tatsächlich zu einem HIntergrund, mit dem ich zufrieden bin. Ich traue mich sogar, das kostbare Stück Chiffon einzusetzen; ich weiß nicht mehr, woher das ist, vielleicht Gisela, die Hutmacherin?

Das Hauptmotiv ist die Teedose. Eine klare Form, und der Tee am Morgen ist in den letzten Wochen so ein schönes Element im Tag gewesen. Bei den bedruckten Papieren aus dem Sketchbookds-Kurs gibt es einige Möglichkeiten.







Die rote Variante ist mir hier zu gewichtig - wäre aber auch möglich. Das gestreifte Stück mußn irgendwie sein, ich brauche etwas Lineares als Kontrast.






Das hellere Papier, aber mit Nußbeize nochmal etwas dunkler getönt, damit es sich besser vom Hintergrund abhebt; eine andere Platzierung; schonmal eingezeichnet der Umriß von Spitzwegerichblättern aus meinem Pflanzentagebuch, für den Frühling. - Wie schön, eine meiner Zeichnungen zu verwenden!


 


Stickerei auf der Teedose, locker, ungenau, dazu muß ich mich zunächst überwinden. Der gelbe Vorstich für den Hintergrund ist Gewohnheit, entspannend, ein bißchen Licht. Die Stiche in den beiden grünen Blättern sind auch eher grob, aber nicht schlecht, sie deuten die gebogene Struktur zwischen den Blattrippen an. Die Stiche unten links stören, sie wollen was beschreiben, tun es aber nicht richtig, entweder zuwenig oder zuviel. Im Zweifelsfall weglassen. 





Der leere Raum zwischen den beiden Blättern stört mich. Und ich habe ständig daran gedacht, Blütenmotive aus dem alten Kissenbezug von Eva einzuarbeiten. An einer Ecke finde ich eine sehr fadenscheinige Stelle und setze sie als eine Art Blütendolde in das V. 
 




 Mit Fliegenstich in Weiß (weiße Blüten im Moment überall, der Schwarzdorn verblüht, die wilden Kirschen fangen an), ein paar Vorstichlinien über dem Chiffon und einem Rahmen aus Blusennähten ist die Collage jetzt komplett, auf ein Stück Universalpapier aufgenäht und hängt über dem Teeregal in der Küche.

 Ich bin ganz zufrieden damit. Vor allem mit der Arbeitsweise. Viel Fotografie, um Abstand zu gewinnen und Lösungen zu suchen. Auftrennen - also nicht aufgeben - einfach bleiben. Ein Balanceakt.









 

Mittwoch, 18. März 2020

Lange nach dem Sturm

... obwohl es zwischendurch ja windig genug war. Stickerei braucht Zeit. 



Baumformen nah und fern, eigentlich nur "Chiffren", aber es funktioniert, eine Andeutung von Perspektive. Nicht beabsichtigt, aber entstanden, wie so vieles.




 Die Rückseite: eine Strichzeichnung. Die Vorstiche sind  wie Schraffuren.


Ich glaube, das ist es jetzt. Vielleicht noch einen Rahmen aus dunkler Seide, das weiße Basistuch ist ein zu harter Kontrast, unverbunden. Die Vierergruppe brauchte noch eine Verbindung zu den Sternen drumherum, und einen Zusammenhalt durch die goldgelben Stiche. Doch noch eine Venus oben hin? Nein, es ist schöner, wenn dieser Bereich frei bleibt. Ein Blick in die Weite.

Samstag, 15. Februar 2020

Nach dem Sturm

Achtsamkeitswanderung am Dienstagabend, immer noch teilweise sehr windig, naß, kalt. Die sanften Hügelwellen über Dedenbach klar, weit, vom Sturm wie gefegt und mit klarer Energie gesättigt. Am Königssee und auf dem Rückweg zum Auto Wetterleuchten im Norden.




 Mit Buntstift im Tagebuch - keine Angst vor Naivität

 Wir waren zu viert, und als wir im Kreis standen, rückten wir ganz dicht zusammen, Seite an Seite, warm und geschützt im Wind.



  Zu viert bildeten wir eine Form, fand ich, fühlte mich wie ein Baustein. Die Form in Stoff, auf einem schon vorher mal zusammengepuzzelten Untergrund aus dunkler Seide.




Immer mehr Sterne erschienen, erst einzelne zwischen den Wolken, dann immer mehr, als sich die Wolken nach und nach verzogen. Es war sehr hell, und in den vielen Pfützen spiegelte sich die Helligkeit.  

An den Seiten sollen Bäume hin, oder eine Chiffre für die Bäume, ich weiß noch nicht, wie das aussehen soll. Wie kriege ich diese Erinnerungen ins Bild, ohne zu illustrieren? Ein ständiges Tasten ...

Die Venus gehört oben noch hin, sie war so unmöglich hell an dem Abend.

Freitag, 25. Oktober 2019

Flickwerk

Mein Lieblings-Schlafanzug wird immer mehr zu einem Patchwork-Kunstwerk. Nach dem Waschen ein neues Loch im Rücken, wo der Stoff ganz weich und mürbe ist.


Kragen und Rücken mit den alten, mittelalten und drei neuen Flicken. Der alte Kissenbezug mit dem Rosenmuster ist fast so mürbe wie der Schlafanzug.



 Kurze Stiche über den langen auf dem ältesten Flicken. (Ausführlicher ausprobieren.) Die unterschiedlichen Stichlagen gefallen mir.


Die Knopfleiste kann auch Verstärkung gebrauchen - die Knöpfe reißen mit ihrer Befestigung gern Löcher in den Stoff. Ich bin mal gespannt, wie sich der Schlafanzug weiter verändern wird. Freiheit beim Ausprobieren: es muß nicht gut/präsentabel aussehen, mich sieht keiner darin.

Sonntag, 15. September 2019

Läppchen

Ein anderes Wort für "Stück", für ein zweckfreies Stück Stoff, von mir zusammengestellt, bestickt und was weiß ich was da noch kommt. Ein Läppchen.

 



 Work in Progress. Mich stört die weiße Blüte links.













Die umgedrehte Ansicht, mit einem dunkleren Stück Stoff auf der weißen Blüte (es lebe die einfache Lösung!)

 Das Gelb und das Rosa mit passenden Linien verstärkt - bei der  Stickgarnfarbe ist es wohl gut, etwas heller zu wählen. Die Blüten im Stoffgrund werden dadurch ziemlich aufgelöst, gehen in den Hintergrund, auch das Stück schwarze und rote Seide unter dem rosa Sticktwist links. Räumlichkeit.

Ein Musterläppchen zum Lernen. Erst mochte ich die bunten Stoffe gar nicht (wieso hab ich die überhaupt so zusammengestellt? es sollte mal ein Lesezeichen für Ellen werden, aber ich fand es dann so häßlich ...). Jetzt ist die Buntheit gedämpft, nicht nur durch die Farben der Stickfäden sondern auch durch die Struktur der Stiche auf dem Stoff, das geriffelte, das Licht und Schatten verteilt. (Wie bei den ersten Versuchen Weiß auf Weiß, das erste Taschentuch. Nochmal in dieser Schlichtheit probieren?)

 



 Drei Schichten Stiche - da geht bestimmt noch mehr ...



 Ich mag diese transparente Seide.








Das Foto ist nur zu Show ;-)) Gibt es einen Aspekt wieder, den die anderen Fotos nicht zeigen? 

Dienstag, 10. September 2019

Dunkelbunt







Nach dem Alanus-Wochenende: einfache Linien mit dem dunkelsten Rot, das ich als Sticktwist habe (der Faden muß etwas kräftiger sein, Nähgarn ist zu dünn), und vielleicht später noch Linien quer dazu in Braun. Abdunkeln. Die Farben auf einem viel zu bunten Stück zusammenziehen. - Es ist schon so viel mit der Farbe los und den Schichten, daß ich ganz einfach sticken kann. 

Dunkleres Rot kaufen. Bei Tageslicht ein Foto von dem Stück machen, bei dem die Farben besser rauskommen, eben war es schon zu dunkel. 

   


 

Donnerstag, 20. Juni 2019

St(r)icheleien

Die Striche haben mich immer noch beim Wickel. 

Zeichnung aus meinem Pflanzentagebuch, mit Kopierpapier auf den Stoff übertragen. Klappt ganz gut, allerdings verwischen die Linien während des Stickens, und so wird die Arbeit mehr und mehr zum Ratespiel. Eine ganz eigene Pflanze entsteht. 

Steppstich, Stielstich und Vorstich (Wanderstich) 




Rückseite, hier werden die Linien noch zufälliger. Die Dicke bei Steppstich und Stielstich ist auf der Rückseite genau umgekehrt.
 

 

 Detail mit verwischtem rotem Kopierpapierstrich. Die Stücke müssen dann erstmal gewaschen werden. Ein paar offene Kettenstiche bei den Blüten, in die Linie verlängert.



 Die große Blindkonturzeichnung, ich hab einen Ausschnitt von der rechten Seite genommen.


  

 Die Entscheidung, welche Linien dünn und welche dick gestickt werden, ist jedesmal neu.



 Rückseite






 Detail - leicht unscharf -  auf gemustertem (gestreiftem?) Stoff probieren. Oder auf strukturiertem Stoff in der gleichen Farbe.





 Ein schöner Morgen auf dem Dach für Tieger.




Auf meiner Küchenwand. Etwa 2 cm Spannweite. Müßte eine Art Spanner sein, auch wenn ich genau die Sorte nicht in meinem Insektenführer gefunden habe.