Die Blaufrau

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Malen, Zeichnen und Textilkunst haben mich mein Leben lang begleitet, je länger, desto intensiver. Ich bin gespannt, wo es noch hingeht!
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Montag, 13. April 2020

Osterspaziergang

Alles wächst und entfaltet sich so schnell, ich komme gar nicht hinterher ...



 Knoblauchsrauke - die wuchern und blühen jetzt. Mit Zeichenfüller auf Steinpapier, die Tinte braucht ewig zum Trocknen!





 An der "Seelentankstelle" entsteht anscheinend ein Bienengarten. Am Schild liegen abgeschnittene Äste oder dünne Stämmchen mit Fraßgängen unter der abblätternden Rinde. Striche/Linien von ganz anderen Absichten gezogen als menschlichen Erwägungen.  


 Eichenschößling am Hohlweg zum Asbacher Hof (und ein Tiegerhaar), eine Handspanne hoch. Noch viele Schößlinge, alle mit diesem mutigen Stengel und dem Schopf aus vier Blättchen.


In der Wiese sitzen und zeichnen.










 

Samstag, 4. April 2020

Balance

Community Stitch Challenge, Woche 2. Aufgabe von Cas Holmes, von der ich schon drei Bücher habe, sehr inspirierend. Eine Collage aus Stoff, vielleicht Papier; Gefundenes, Vorhandenes, Alltägliches.

Erstmal kämpfe ich mit der Komposition und mache an einem Abend Fotografien von allen möglichen Varianten - und komme tatsächlich zu einem HIntergrund, mit dem ich zufrieden bin. Ich traue mich sogar, das kostbare Stück Chiffon einzusetzen; ich weiß nicht mehr, woher das ist, vielleicht Gisela, die Hutmacherin?

Das Hauptmotiv ist die Teedose. Eine klare Form, und der Tee am Morgen ist in den letzten Wochen so ein schönes Element im Tag gewesen. Bei den bedruckten Papieren aus dem Sketchbookds-Kurs gibt es einige Möglichkeiten.







Die rote Variante ist mir hier zu gewichtig - wäre aber auch möglich. Das gestreifte Stück mußn irgendwie sein, ich brauche etwas Lineares als Kontrast.






Das hellere Papier, aber mit Nußbeize nochmal etwas dunkler getönt, damit es sich besser vom Hintergrund abhebt; eine andere Platzierung; schonmal eingezeichnet der Umriß von Spitzwegerichblättern aus meinem Pflanzentagebuch, für den Frühling. - Wie schön, eine meiner Zeichnungen zu verwenden!


 


Stickerei auf der Teedose, locker, ungenau, dazu muß ich mich zunächst überwinden. Der gelbe Vorstich für den Hintergrund ist Gewohnheit, entspannend, ein bißchen Licht. Die Stiche in den beiden grünen Blättern sind auch eher grob, aber nicht schlecht, sie deuten die gebogene Struktur zwischen den Blattrippen an. Die Stiche unten links stören, sie wollen was beschreiben, tun es aber nicht richtig, entweder zuwenig oder zuviel. Im Zweifelsfall weglassen. 





Der leere Raum zwischen den beiden Blättern stört mich. Und ich habe ständig daran gedacht, Blütenmotive aus dem alten Kissenbezug von Eva einzuarbeiten. An einer Ecke finde ich eine sehr fadenscheinige Stelle und setze sie als eine Art Blütendolde in das V. 
 




 Mit Fliegenstich in Weiß (weiße Blüten im Moment überall, der Schwarzdorn verblüht, die wilden Kirschen fangen an), ein paar Vorstichlinien über dem Chiffon und einem Rahmen aus Blusennähten ist die Collage jetzt komplett, auf ein Stück Universalpapier aufgenäht und hängt über dem Teeregal in der Küche.

 Ich bin ganz zufrieden damit. Vor allem mit der Arbeitsweise. Viel Fotografie, um Abstand zu gewinnen und Lösungen zu suchen. Auftrennen - also nicht aufgeben - einfach bleiben. Ein Balanceakt.









 

Donnerstag, 20. Juni 2019

St(r)icheleien

Die Striche haben mich immer noch beim Wickel. 

Zeichnung aus meinem Pflanzentagebuch, mit Kopierpapier auf den Stoff übertragen. Klappt ganz gut, allerdings verwischen die Linien während des Stickens, und so wird die Arbeit mehr und mehr zum Ratespiel. Eine ganz eigene Pflanze entsteht. 

Steppstich, Stielstich und Vorstich (Wanderstich) 




Rückseite, hier werden die Linien noch zufälliger. Die Dicke bei Steppstich und Stielstich ist auf der Rückseite genau umgekehrt.
 

 

 Detail mit verwischtem rotem Kopierpapierstrich. Die Stücke müssen dann erstmal gewaschen werden. Ein paar offene Kettenstiche bei den Blüten, in die Linie verlängert.



 Die große Blindkonturzeichnung, ich hab einen Ausschnitt von der rechten Seite genommen.


  

 Die Entscheidung, welche Linien dünn und welche dick gestickt werden, ist jedesmal neu.



 Rückseite






 Detail - leicht unscharf -  auf gemustertem (gestreiftem?) Stoff probieren. Oder auf strukturiertem Stoff in der gleichen Farbe.





 Ein schöner Morgen auf dem Dach für Tieger.




Auf meiner Küchenwand. Etwa 2 cm Spannweite. Müßte eine Art Spanner sein, auch wenn ich genau die Sorte nicht in meinem Insektenführer gefunden habe.

Samstag, 14. Juli 2018

Sonntag morgen

Um fünf Uhr wach. Zeit zum Zeichnen, bevor es wieder ans Schrankaufbauen geht. 

Ein Stengel aus dem Bienenweiden-Balkonkasten, eine Rosenknospe aus dem Strauß vom Freitag, mit flammenförmigen Hüllblättern, schöne Bewegung. Von der Knospe ist gar nicht viel zu sehen.




Es fällt mir schwer, die Tonwerte zu sehen und nicht primär die Farben. Sind wir so sehr darauf geeicht, Farben zu sehen? Vielleicht, tagsüber. Und dann kommt die Frage: ist Rot dunkler als Grün? Für mein Gefühl ja. Ein Foto in SW umwandeln und gucken.




Die nächste Zeichnung für den Kurs: Tonwerte. Vor Jahren (!) im zweiten Modul war das mal dran, ich hatte es vergessen, Sarah Simblet (The Drawing Book) hat mich dran erinnert. 
Also ein Blatt mit einem mittleren Tonwert einfärben. Aber ich reibe nicht Grafit -  abgeschabte Bleistiftspäne - aufs Papier, sondern strichle den Untergrund. Erst mit HB, das zweite mit B3. Die Lust am Stricheln, das Beruhigende.




 Auf dem Stück Hahnemühle Nostalgie ist noch die Spur der Schottland-Fotos, hing lange in der Küche. Die Bearbeitung macht da noch viel mehr draus. (Ich denke immer, PC-Bearbeitung "gilt" nicht. Ist aber ein gutes Werkzeug für neue Ideen.) 




Wie ein Tuch.  Ich mag die Transparenz. - Collagen mit unterschiedlichen Papieren machen und dann zustricheln. Alte Briefe, Bilder, Farben. Noch viel dunkler machen. Und was freilegen.

  
Noch einmal Zug-Zeichnungen vom Freitag dem 13. Baustellennutzung. Die Muster der Oberleitungen.




Das vorletzte Blatt im kleinen Skizzenbuch. Ein neues binden.
Nächstes Wochenende.

Freitag, 6. Juli 2018

Angesammelt

Die Zugfahrten sind dieser Tage sehr lang: Baustellen, Verspätungen, Zugausfall. Bisher hab ich dagegen angelesen. Heute hab ich gezeichnet. 

Die Zeit nicht mit Ärger vertun. Lebendiger. Der Zug steht: ich hab mehr Zeit zum Gucken, die Zeichnung weiter zu führen, detaillierter zu werden.    
 




Wenn ich schon das kleine Skizzenbuch in der Hand hab: da gab es doch noch anderes in den letzen Wochen. 

Das unglaubliche goldene Gelb von den Staubgefäßen der Riesen-Lilien im Blumenstrauß, auf das Papier gerieben. Der Käfer, der sich vom Bahnhof aus zu mir ins Badezimmer verirrt hat und mit all seinen schwarzen Flecken gezeichnet werden konnte. (Die Käfer waren im Mai auf den Blättern eines Baums am Bahnsteig und haben sie zerfressen. Anfang Juni waren sie innerhalb von drei Tagen komplett verschwunden. Ich hab die Art im Insektenführer nicht gefunden.) 




Eine Kohle- und Pastellzeichnung von meinem Blumenkasten mit der Bienenweide-Mischung, und ein Abdruck davon.




Noch etwas aus dem Pflanzen-Tagebuch, mit den farbigen Grafit-Stiften und Inktense.

 

Montag, 28. Mai 2018

Nachmittag am Gartenschuppen

Der schönste Mai aller Zeiten. 

Pflanzentagebuch um den Gartenschuppen herum. Gehören auch dazu, Brennesseln, Gräser, Efeu, Brombeeren. Ob ich die in meinen Leporello einarbeiten kann?

Der Beinwell wuchert. - Der Rapidograph bildet in letzter Zeit Tropfen an der Spitze, die ich hier schwungvoll ausziehe, um die Blatt- und Blütenspitzen des Beinwell zu zeichnen. Muß schnell gehen. Ich wollte langsam und genau zeichnen, aber der Stift wollte es anders.




Beim Gras war es noch schlimmer mit dem Tuschetropfen. Wie macht man aus der Not eine Tugend? Per Zufall den Abdruck der eigentlich festen Tusche auf der gegenüberliegenden Seite entdeckt. Weiter durchgerieben. Vielleicht funktioniert das nur so auf dem Steinpapier, das ja erstaunliche Eigenschaften hat. Es gibt viele solche Abdrücke in dem Buch.

 


Brombeerblüte am Gartenschuppen, die Riesenbrombeeren. Also auch Riesenblüten. Winkt.

 


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Weiter mit der Aufgabe. Mit Art Pen auf einem bedruckten Papier - ein Nebenprodukt von einem Durchgang mit der Gelli Plate, ich hab das Blatt aufgehoben und rausgesucht, fand es so schön mit dem Türkis und den Grau- und Brauntönen. Ich habe das Motiv passend zu den Farben auf dem Papier ausgesucht. 




Teilweise laviert, sonst mit Pastell eingefärbt. Eigentlich nur betont. Ich wollte das bedruckte Blatt nicht ganz zudecken. Es gibt einen schönen Eindruck von Alter, Patina, Schichten. Hab ich noch mehr Blätter?


  

Lavierungen


 Nochmal mit dem Stift über die Lavierung drübergehen! Bei den Brettern vor allem, die Holzstruktur aufbauen. Die Badewanne wirkt ziemlich flach, nochmal versuchen.


Montag, 2. Oktober 2017

Perfekte Kugeln

Nochmal die Chinesischen Äpfel auf Steinpapier. Verwaschen sind die Grafitstifte blaß, darüber kann man gut noch eine Schicht trocken zeichnen. Zumindest auf diesem Papier.




Freitag, 7. Juli 2017

Wegränder und die weite Weld

Von ganz nah: Seifenkraut, Odermennig, Wilde Resede
Auf dem Weg von Bad Neuenahr nach Hause am Wegrand gepflückt.









Raum-Teiler: Habichtskraut, meine Korbblütlerin



Von ganz weit weg: Nach dem Titelfoto auf GrasArt von Ingo Arndt. Wachsstift mit Tinte drüber, Fingerspitze und Fingernagel

Sonntag, 25. Juni 2017

Die Freiheit des Krakelns

Am Frühstückstisch, Lust auf Striche, die nichts bedeuten müssen. 



 Und auf Farbe. Erinnert mich an das Buch mit den Märchen von Hans Christian Andersen, das wir als Kinder hatten. Ich weiß nicht den Illustrator nicht mehr. Und auch nicht, wo es jetzt ist.



 Eine frische Patrone im Rapidographen, ein Stengel im Glas auf dem Tisch. Wer sagt, daß auf einem Blatt nicht Gegenständliches und Freies zusammen sein dürfen?





 Kondensstreifen am Morgenhimmel, nach fünf Minuten verschwunden. Ein Nach-Denken im Tagebuch mit Buntstift auf schwarzem Gesso.






Das Pflanzentagebuch gibt es auch noch. Und viele alltägliche, unauffällige Pflanzen, am Wegrand, am Bahndamm, überall, unbemerkt, ungesehen, ein weites Feld. Ich muß nur die Augen aufmachen.

Donnerstag, 17. November 2016

November


Blätter sammeln, auflegen und umranden, ausmalen. Nach den anstrengenden Tagen (Alexander-Technik nach der Arbeit hintereinander) das einzig Wahre. Bei der Gelegenheit: Linien mit Derwent-Buntstift, dann mit den weicheren Derwent-Drawing-Stiften drüberschraffieren. Die helleren Linien bleiben frei wie reserviert. Das funktioniert aber nur auf dem glatten Steinpapier.


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Noch ein Rest von der Druckwerkstatt: Auge auf der Linien-Landschaft bei Machynlleth aus dem dritten Modul.
 



Linien auf Linien, mit Paketschnur und Vinylstempel gedruckt, mit der Nähmaschine genäht. Der Streifen hängt schon lange an meinem Pappregal und wartet auf Inspiration. Oder eher auf Aufmerksamkeit, und daß ich mich damit beschäftige. - Jetzt sieht es aus wie eine Landkarte. Was spielt sich dort ab? Ein Auge über dem Land. DAs Auge hat mit seinen Strahlen in der Iris auch etwas von Sonne, etwas Göttliches. Das ägyptische Augensymbol.