Die Blaufrau

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Malen, Zeichnen und Textilkunst haben mich mein Leben lang begleitet, je länger, desto intensiver. Ich bin gespannt, wo es noch hingeht!
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Freitag, 21. August 2020

Striche ...

 Zeichnungen nach dem Kompositionskurs: sind mir plötzlich leichter gefallen. Als hätte mir das mehr Sicherheit gegeben, oder mehr Mut. Ein Nachlese.

Erstmal (endlich wieder) ein Künstlertreff! Zeichnungen aus Evas Atelier, wo es, wie überall im Haus, viel zu sehen und viel zu zeichnen gibt. Und Atelierbilder haben Tradition ...

Vor- bzw. Probezeichnung zur Orientierung - wie groß soll die Lampe sein, wo läuft das Kabel entlang. Im kleinen Skizzenbuch mit Zeichenfüller.

 

 

Auf A3 mit Tuschestift - ich brauche immer ein bißchen Mut für diesen Stift, denn es gibt keine Möglichkeit zur Korrektur. Ich hab mir Mühe gegeben, den Lampenschirm groß zu machen; könnte noch größer sein.

 

 

Nochmal mit Zeichenfüller im kleinen Skizzenbuch ein Blick ins Regal mit den schönen Apothekerfächern

 

 

 

Tagebuchzeichnung am Morgen (beste Zeit für spontane Zeichnunge!), Schatten an der Wand über der Spüle, Füller und Buntstift

 

 
 
Für Mini-Zeichnungen hab ich Blätter aus dem Stellfeld-Heften, die ich fürs Buchbinden mit Gesso übermalt hatte, klein geschnitten, ungefähr A7 (schön, daß diese Hefte nicht der DIN Norm entsprechen ;-)) 
 
Spülkram, mit Inktense-Stift, vermalt. 
 
 
Und eine Zug-Zeichnung aus dem Gedächtnis mit Bleistift und Buntstift. Ich hab seitdem noch mal geguckt, das Haus und der Garten sehen natürlich anders aus. Egal.









Sonntag, 22. März 2020

Zeit, um Bäume zu zeichnen

In diesem Ausnahmezustand - Urlaub in Zeiten von Corona - komme ich wieder darauf, was ich alles so machen könnte, wenn der Zeitdruck wegfällt. Der Druck in den Gedanken: ich habe begrenzte Zeit zur Verfügung, welche Wahl treffe ich, was kann ich in der Zeit unterbringen, was nicht. Ohne die Eingrenzung des normalen Rhythmus von Arbeit und Freizeit wird manches (wieder?) möglich. Ich habe nicht nur Pause (da Urlaub), sondern der Rhythmus ist insgesamt gestört, holpert, ist außer Betrieb. Und ich merke jetzt erst, wie tief der drinsteckt.

Also: Wandern in der Umgebung, möglichst ohne Zugbenutzung (heute doch). Es ist fast warm genug, um mich hinzusetzen und Bäume zu zeichnen. - Und danach energisch zu laufen, um wieder warm zu werden und die eisigen Finger aufzutauen.


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 Am Freitag am Weg oberhalb des Regierungsbunkers. Die tief gefurchte Rinde schwang sich so schön von einem Aststumpf zum nächsten. - 4b im Skizzenbuch. Den angedeuteten Hintergrund hab ich nachträglich gemacht, das fehlte mir, und wie üblich hab ich das erst zu Hause gemerkt. 

Bei Alan Lee und John Howe nachgucken, wie die beiden Bäume zeichnen. Wald zeichnen.

 


Heute strahlte die Sonne in einen eigentlich kalten Tag, klares Licht:  Schatten von Zweigen und Ästen auf einem Baumstamm.



Auf zwei Stämmen (bei der Mittagsrast). Die Kontur des Baumstamms hab ich eher aus Gründen der Ordnung gezeichnet. Eigentlich wollte ich die Schatten für sich stehenlassen (in Paint die Linien löschen!). Beide 6b (mehr Schwärze) im Skizzenbuch.

Eigentlich bin ich auf der Suche nach einer anderen Art von Linie: die nicht Gegenstände beschreibt, sondern für sich steht. Und doch nicht beliebig ist, sondern aus der realen Welt, von einem Motiv herrührt.


Und noch eine Frühstückszeichnung in Pastell:



Gut, daß ich den alten Briefumschlag aufbewahrt habe. Ich hab schon viele Äpfel gemalt und gezeichnet, aber noch keine Birnen. Diese Birnenhälfte war vom Frühstück übrig geblieben und strahlte mich mit ihrer klaren Form und ihrem hellen Fleisch so freundlich an ...

Donnerstag, 18. April 2019

Frühstück mit Freesien

Die übriggebliebenen Freesien (Tischschmuck der kleinen bctp-Geburtstagsfeier vor einer Woche): jeden Morgen Betrachtung. Ein unkomplizierter Anlaß für Blinde-Kontur-Zeichnungen, die ich eigentlich seit vielen Jahren liebe (und öfter machten könnte ;-))





Auf den kleinen Blättern (15x15, glaube ich) - die Tusche im Rapidographen braucht immer ein Weilchen, bis sie fließt. Die gebrochenen Striche haben auch was.



 Mit dem Zeichenfüller, gleich ein viel stärkerer Strich. Warum hab ich an einigen Stellen so gezittert? Alter?






 Beim Abtrennen der Blätter vom Block Schattenbilder vor dem morgensonnigen Küchenfenster.

Drei Schichten: Zeichnung, Blumenzweig, Farbe vom Küchenfenster.


 Von klein zu groß: auf meinem größten Zeichenblock, 42 x 59,4 -  das Schöne an einem freien Tag: ich kann gleich weitermachen, brauche die Ideen nicht zu verschieben.

Der dicke Grafitstift (mal mit Kohle!), unterschiedlich stark aufgedrückt, mehr Vielfalt im Strich. Ganz andere Gesten möglich. Gut platziert auf dem Bogen. 

 Ich glaube, ich bin auf der Suche nach meinem Strich. Nicht die genaue Wiedergabe des Gesehenen, das steht auf einem anderen Blatt (ha!), sondern etwas Ungeplantes, weniger Festgelegtes ("die Spur, nicht die Leistung", gerade bei Erhart Kästner gelesen in "Ölberge, Weinberge").


"Das hat sie natürlich nur für mich gemacht!"

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Gesammeltes Wochenende

Zu müde, um was Kreatives zu machen, also nur ein Bericht, um den blauen Faden nicht zu verlieren. 


Für den Kurs: Ta Moko für Männer, ein Schema. Gestern gezeichnet. Darauf kann ich die Einteilung klarer sehen als auf der großen Skulptur mit den vielen Details. Bleistift und Tinte. Und ein Haufen Ideen, was ich damit weiter mache.

Das große Walnußfärbeglas am Sonntag ausgeräumt. Die Stoffstücke sind wie mit einem sehr willkürlich-wilden Shibori-Falt- und Knittermuster bearbeitet. Besonders schön über der blauen Färbung.
Das rote Garn hat einen schönen Herbstlaubton bekommen, und der blaumelierte Sticktwist ist grünlichbraun.
 





 Spaziergang an der neuen Umgehungsstraße entlang Richtung Ahrweiler. "Mein" Birnbaum im abgeernteten Feld.



Am Wegrand die Samenkapseln von Disteln, daumenlang, mit fein ziselierten Flügeln gefüllt, die die Samenkörner halten. Sie streuen bei der kleinsten Bewegung. Die Kapsel wie der Kopf eines sehr stachligen Fischs.



Windrädchen-Blume und Schatten vor dem Küchenfenster heute morgen. 


Manchmal reicht Sammeln, um den Kontakt nicht zu verlieren, selbst wenn sonst nichts anderes möglich ist. 

Sonntag, 2. Oktober 2016

Mond Licht Augen

Mond


Nun ist er fertig, oder es ist ein Zwischenstand. Wenn ich das Stück nicht verschenken würde, könnte es sein, daß ich irgendwann weiter mache. Wann ist überhaupt was fertig? Wirklich fertig,  und nicht nur mit der Entscheidung, hier hör ich jetzt mal auf?





 Die offene Kante unten ist mir wichtig. Der Rahmen macht das Stück "ordentlich", ein Zwang. ("Wenn du es verschenken willst, muß das ordentlich aussehen." Auch ein alter Rest.) Aber ohne Rahmen und umgenähten Saum ist es offen nach außen, keine feste Grenze, nichts Abgeschnittenes. Der Blick, die Fantasie geht darüber hinaus. Der Reiz einer ausgefransten Stoffkante. Der Reiz eines zerrissenen Stücks Stoff, wie das alte Kissen von Eva mit dem Rosenmuster, von dem ich jetzt kein Foto habe.

Der kleine gestickte Kreis ist auch wichtig, ein Echo des großen Mondes. Und eine Erinnerung an die ganze Form, oben ist ja nur ein Ausschnitt. Ich seh das erst, nachdem ich es gemacht habe. Beim Sticken erschien es mir nur wie "ach, könnt ich machen, gute Idee". Ich hätte nicht sagen können, warum mir das so vorkam. Und ich mach es dann, weil die Idee flüchtig erscheint und nicht zerdacht werden möchte. Vielleicht geht es nur so. Größenordnungen von Ideen: planbar: Material, Layout; nicht planbar: die Kleinigkeiten auf dem Weg, die beim Machen auftauchen. Wie Wandern. Das Ganze seh ich erst hinterher.

Licht







 Lichtmalerei im Schlafzimmer. Nach dem Regen gestern (endlich Regen!) kommt heute die Sonne wieder hinauf in einen klaren Himmel.

Augen


Stöbern in der Bonner Bibliothek am Freitag hat ein wunderbares Buch für den Kurs zu Tage gebracht: Geschmückte Haut. Körper- und Gesichtsbemalung aus aller Welt, angefangen bei Höhlenzeichnungen und alten Skulpturen bis zum Fußballfan. Bevor ich mich daran mache, für das Kapitel 6 ein Gesicht, eine Maske detailliert zu zeichnen: Skizzen der Augen. Angestoßen auch von Jude Hill und den Augen ihrer strays und beasts. Wie viele Möglichkeiten, Augen darzustellen. Und wie ausdrucksvoll.


Nicht nur die Augen, sondern auch die Brauen und die Nase. Zusammenhang ist wichtig.
 


Die Kachina ist faszinierend, eine so zeitlose Form. Das auf/aus Stoff, verschiedene Augen rein, der Körper: tausend Möglichkeiten. Wie ein Ur-Muster, das auf viele viele Arten ausgeführt werden kann.

 



Das Spiral-Auge: Eine Skizze von Ben Nicholsons Bild in der Hepworth-Ausstellung, schnell und verhuscht gezeichnet, damit mich nur ja niemand sieht ... Gesichter, Profile, die sich überlagern und neue Formen bilden, und Spiralaugen. Die Spirale zieht mich an, ich laufe hinein und hinaus. Eine definierte und doch offene Form. Grenze, Kante, siehe oben. Etwas definitiv machen, so daß es nicht im Ungefähren bleibt, und damit trotzdem nicht abschließen.