Die Blaufrau

Mein Bild
Malen, Zeichnen und Textilkunst haben mich mein Leben lang begleitet, je länger, desto intensiver. Ich bin gespannt, wo es noch hingeht!

Samstag, 22. August 2020

Sollen und Dürfen

Im Moment sieht es so aus, als hätte ich mich übernommen. Der Stitch Club mit den wöchentlichen Workshops, der Workshop im August Macke Haus (wird später gepostet), meine Faszination für Öl, alles will jetzt und sofort gemacht werden. Ich muß mich daran erinnern, daß ich das alles freiwillig mache, daß mir keiner im Nacken sitzt außer ich mit meinem Anspruch, in dieser Zeit, die mir etwas mehr Zeit läßt als sonst, so viel wie möglich zu machen und zu lernen... Ok. So viel wie MÖGLICH!!!

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Die kleinen Landschaften, die ich im Stitch Club Workshop von Cas Holmes gemacht, aber nicht gepostet habe - ich kann im Moment das Tempo nicht halten - Stoff und Momigami-Papier, weich geknetet, zusammengestellt und überstickt. Ich habe mich mit der Stickerei lange rumgequält, wieder mal zu sehr im Abbildungsgedanken verhaftet. 

Das erste Stück war besonders zäh. Nach dem Zerschneiden ging es.

 Eine kleine Häuserszene mit Skyline aus Butter-Papier. Das hat schon mehr Spaß gemacht.



Erst beim letzten Stück war ich soweit, zu denken: Ach, was solls, und schon wurde die Arbeit leichter und freier. Ein Stück Dschungel.


Das Papier wird weich beim Kneten, dem Stoff ähnlicher. Beschichtetes Papier wie Geschenkpapier verliert die Beschichtung ein bißchen, bekommt Patina. (Das kann ich bei dem aktuellen Wochen-Workshop gut anwenden! - Knoten ins Ohr) Läßt sich schön besticken, das hab ich bisher nur mit der Nähmaschine gemacht.

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Ein erster Sampler für den Workshop von Julie B. Booth: Variationen über den Knopflochstich. Das muß ich ein anderes Mal weitermachen. Auch nicht im Stitch Club gepostet. Zweiter und dritter Schritt fehlen noch.

 

 

 
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Und als Kontrastprogramm was Ruhiges heute morgen im Aquarellskizzenbuch, vom Frühstückstisch aus, beim Lieblingstee.



Freitag, 21. August 2020

... und Farben - alles noch sehr blau

 Wieso bin ich plötzlich wieder auf die Ölfarben gekommen? DIE Farbe- Ich nehme einen Pinsel voll, fange an und möchte nicht mehr aufhören, fasziniert von den Farbabstufungen, Schattierungen, von der Sattheit und Leuchtkraft der Farben.

Doch, ich weiß. Das Medium W, das Ölfarbe wasservermalbar macht. Drüber gestolpert, ausprobiert, und nun stecke ich drin. Man sollte die Farbe vielleicht nicht mit Wasser verdünnen, aber das Hantieren mit dem Terpentinersatz entfällt, und damit wird die Prozedur viel unkomplizierter. Und die Wohnung riecht nicht tagelang nach Terpentin. Die Farbe trocknet auch schneller und gleichmäßiger; tatsächlich besteht auch das Medium Rapid, das ich schon habe, überwiegend aus Alkydharz wie das Medium W, vielleicht geht es auch damit? Und was geht da eigentlich chemisch vor? Nachlesen.

Ein Probeblatt, vorher schon mit Farbresten bemalt, weiter übermalt, Linien mit dem Spachtel reingekratzt.

 

 
 
 
Zwischenstand: eins meiner Cornwall-Bilder (die Cornwall-Fotos sind wie eine Schatztruhe, die ich noch gar nicht angerührt habe). Die ersten beiden Schichten. Ich möchte das Foto nicht abmalen, es ist der Anstoß, ich möchte vereinfachen, in Streifen von Farbe auflösen. Farben aufbauen, die das Gefühl dieser Landschaft am Meer wiedergeben. Noch ist alles sehr blau.
  



Striche ...

 Zeichnungen nach dem Kompositionskurs: sind mir plötzlich leichter gefallen. Als hätte mir das mehr Sicherheit gegeben, oder mehr Mut. Ein Nachlese.

Erstmal (endlich wieder) ein Künstlertreff! Zeichnungen aus Evas Atelier, wo es, wie überall im Haus, viel zu sehen und viel zu zeichnen gibt. Und Atelierbilder haben Tradition ...

Vor- bzw. Probezeichnung zur Orientierung - wie groß soll die Lampe sein, wo läuft das Kabel entlang. Im kleinen Skizzenbuch mit Zeichenfüller.

 

 

Auf A3 mit Tuschestift - ich brauche immer ein bißchen Mut für diesen Stift, denn es gibt keine Möglichkeit zur Korrektur. Ich hab mir Mühe gegeben, den Lampenschirm groß zu machen; könnte noch größer sein.

 

 

Nochmal mit Zeichenfüller im kleinen Skizzenbuch ein Blick ins Regal mit den schönen Apothekerfächern

 

 

 

Tagebuchzeichnung am Morgen (beste Zeit für spontane Zeichnunge!), Schatten an der Wand über der Spüle, Füller und Buntstift

 

 
 
Für Mini-Zeichnungen hab ich Blätter aus dem Stellfeld-Heften, die ich fürs Buchbinden mit Gesso übermalt hatte, klein geschnitten, ungefähr A7 (schön, daß diese Hefte nicht der DIN Norm entsprechen ;-)) 
 
Spülkram, mit Inktense-Stift, vermalt. 
 
 
Und eine Zug-Zeichnung aus dem Gedächtnis mit Bleistift und Buntstift. Ich hab seitdem noch mal geguckt, das Haus und der Garten sehen natürlich anders aus. Egal.









Freitag, 31. Juli 2020

Juli-Strauß

Spaziergang letzten Sonntag: die Wegränder voll mit  wilder Möhre, weiße gewölbte Dolden, und Rainfarn. Ich habe einen Strauß geschnitten, gestern einen neuen, und mit Pastell und anderen Stiften gezeichnet. Mal wieder eine kleine Reihe.




Erste Skizze mit Ölpastell



Abdruck, durchgerieben




Der ganze Hintergrund, Tischplatte, Tischedecke mit Gouache, Strauß und Glas mit Pastell, später oben beschnitten, weil ich mal wieder so einen gleichmaßigen Rand gelassen hatte - das unbewußte Streben nach Harmonie. Ich habe mir angewöhnt, halbwegs blind zu zeichnen, merkwürdig. Dieses Blatt ist am nächsten am realen Motiv, aber ich spüre den Unterschied zwischen kleinem und größerem Format.





Farbfelder in Pastell angelegt, dann Kohlestift in blinder Kontur drüber, dann noch ein paar Akzente mit Pastell, vor allem das Fliederblau. Die Kohle vermischt sich mit der Pastellfarbe. Wirkt sehr massiv. Rauhes braunes Skizzenpapier, zum ersten Mal benutzt.


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Juli-Strauß 5

Der bisher letzte Versuch: Federzeichnung mit Bister in blinder Kontur, dann mit PanPastell  und weichen Pastellkreiden drüber. Das macht viel Spaß, ich möchte es mit Landschaft probieren. Von der Abbildung zum Eindruck.

Ich habe sehr lange eigentlich nur Skizzen gemacht, ausprobiert. Jetzt hab ich das Gefühl, ich kann gar nicht mehr so malen wie früher, vor dem Distant Stitch Kurs. Das war eine große Zäsur. Jetzt muß ich das Malen wieder neu finden.

Sonntag, 26. Juli 2020

Alles immer da ...

Nachlese vom Zoom-Kurs gestern, Zeichnerische Kompositionsübungen an der Alanus-Akademie. Eine Nacht späte, ein paar Stunden im Wald später, eine Eichelhäherfeder und einen Juli-Strauß aus Wilder Möhre und Rainfarn später ... nun ist der Kopf wieder freier.

In letzter Zeit scheint alles zusammen zu kommen. Und auch der Kurs paßte gut in diese Re-Vision. In der Besprechung der Kompositions-Prinzipien und -Möglichkeiten und in der Betrachtung der entstandenen Arbeiten bin ich auf so vieles gestoßen, was ich "irgendwie" schon wußte und schon sah, aber diesmal in einen Zusammenhang gebracht. Sehr reichhaltig!

Aufgabe 1: 5 Alltagsgegenstände auf einem A2 Format anordnen, die Variationen fotografieren, drei aussuchen und sagen, welche einem am besten gefällt. 









Das war meine Wahl. Ich mag die kompakte Form gegen die Linien, die durch die Schatten nochmal variiert werden. 


2. Aufgabe: aus gerissenem Papier Formen legen auf A3, dabei Kompositionskontraste beachten; mit vorgegebenen Begriffen assoziieren
 



 Flüstern


Stau


Geisterspiel



 Transzendenz


 Gefunden

Obwohl wir ausführlich über die Arbeiten sprachen, fällt mir erst jetzt auf, daß die letzten drei alle die Diagonale von unten links nach oben rechts betonen. Wie Martin sagen würde: Nicht falsch, aber nicht bewußt. Wie bei der Alexander-Technik: mir bewußt machen, was ich tue.


Aufgabe 3: Lineare Zeichnung der 5 Gegenstände auf A2 mit Aufmerksamkeit auf die Kontraste (Richtung, Größe, Form, Anordnung - ich kriege die Begriffe schon nicht mehr zusammen)  



 Mit Zeichenfüller, weil ich ja brav ein Medium mit gleichbleibendem Strich genommen habe, wie in der Versuchsanordnung vorgesehen - keine ausdrucksvollen Striche, keine Schraffierung oder Schummern oder sonstwas. Nur Linien. Das fiel schwer! Und die Größe war auch schwer hinzukriegen, ich hab alles etwas kleiner gemacht, als ich eigentlich vorgehabt hatte, die Gliederpuppe und der Krug sollten kräftig angeschnitten sein. Ich hätte die Gliederpuppe viiiiiiiel größer machen können, sehe ich jetzt, das wäre gut gekommen. Abstand bringt einiges.


4. Aufgabe: Blatt halbieren und eine Hälfte weiter bearbeiten und intensivieren, mit gleichem Mittel.




Auch hier hätte ich einen Teil der Gliederpuppe nehmen können. Das ist mir gar nicht eingefallen. Wollte den Krug einbauen, weil ich den so gern mag - habe dann überlegt, was das mit dem Bildganzen macht und dachte, ok. 
So könnte es gehen: die Ideen kommen lassen und dann gucken, wie ich sie einbauen kann, und dabei an die Komposition, an die ganzen Kontraste denken und was sich damit ausdrücken läßt. Kombination von Intuition und Nachdenken, wobei die Intuition zuerst kommen muß. Das allein ist schon ein wertvolles Ergebnis für mich. 

Wie schön es ist, sich mit anderen über das auszutauschen, was man gemacht hat, und die Arbeit der anderen zu sehen. Martin sagte, man lernt mehr aus den Arbeiten der anderen als aus den eigenen, weil man für die eigenen so betriebsblind ist. Das sei auch der Sinn von Kursen und Kunststudium. (Dieser Blog ist ja mein Versuch, meine Betriebsblindheit etwas auszugleichen.) Seine Aussprüche während des Tages haben bei mir jedes Mal Aha-Momente bewirkt. 

Welche gab es noch? Daß das beste Mittel bei der Arbeit an einem Bild das Reduzieren ist. Daß wir uns so gern auf ein Objekt stürzen und das liebevoll malen oder zeichnen, daß wir das Bildganze darüber vergessen. Daß wir unbewußt immer und sehr stark den Drang zum Harmonisieren haben - mittige Anordnung, gleiche Größe, Ausgewogenheit - und daß es gut sein kann, bewußt Spannung zu schaffen, um das auszudrücken, was wir wollen. - Das sind nur einige, mir fallen bestimmt noch ein paar ein ...

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Videokonferenz ist was Anstrengendes! Wir hatten nicht nur einen strammen Zeitplan (was essen und einen Tee trinken mußten wir zwischendurch einbauen), sondern es fehlt auch was Wichtiges, wenn man sich mitteilt, aber nicht zusammen im Raum ist. Und ich habe den Eindruck, daß wir ständig versuchen, dieses fehlende Element auszugleichen, vergeblich. Nach dem Kurs war ich so fertig wie lange nicht. Bereichert und erfüllt, aber total hinüber. 

Und jetzt ein Bild ... ich habe so lange nur Skizzen gemacht oder Studien, aber kein Bild (außer mit Textilien). Und ich denke, es sollte was Jetziges sein, keins der Urlaubsbilder, obwohl es da reichlich Anregung gibt.
 

 

Donnerstag, 23. Juli 2020

Tieger- und andere Übungen

Muß wieder lernen, Tieger zu zeichnen - habe so viele alte Zeichnungen von ihm gefunden, bei denen ich mir denke: das kann ich gar nicht mehr! Also wieder üben. Er muß nur lange genug stillhalten, das kann schwierig sein, besonders wenn dann soviel perspektivische Verkürzung reinkommt wie hier. Ich hab mich noch nicht entscheiden können, ob die hier gelungen ist oder nicht, das seh ich wahrscheinlich erst nach ein paar Tagen oder Wochen.




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Der neue Schablonierpinsel aus dem Knauber-Ausverkauf, mit Gouache durch zwei Schablonen in mein Wander-Tage-Buch mit den farbigen Papieren. Das Stupfen mit dem Pinsel ergibt eine matte, etwas körnige Farbstruktur, und man kann gut abtönen, aufhellen, eine neue Farbe reinmischen ... Das wäre was für Steine.





Das gleiche Verfahren im Aquarellskizzenbuch. Die Form ist mit klein gerissenem Malerband abgeklebt, ich wollte eine unregelmäßige Kante haben. Es ist etwas Gesicht-Ähnliches daraus geworden, vielleicht ein Wasserspeier - oder ein Erdteil ... 

Hier wirkt die körnige Struktur noch schöner. Und auf einer größeren Fläche lassen sich die Farben schön auf dem Papier mischen. Ein bißchen wie Modellieren. Die weißen Schlieren wollte ich ausprobieren für die Lichtlinien auf Wasser, aber so richtig gut kommt das hier nicht. Der blaue Hintergrund ist mit dem Fächerpinsel vermalt, dabei die 1 etwas verwischt - viele Möglichkeiten. Weiter probieren. (Und endlich mal wieder ein Bild machen nach den vielen Proben der letzten Jahre.)


 Siena, Ocker, Umbra, Aquamarinblau, Weiß
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Der Vollständigkeit halber ein Blick aus dem Schlafzimmerfenster mit dem Haus, das bei Sonnenauf- und -untergang so schöne Rosatöne hat und mit Pastell gemalt werden möchte. Und mein Klee. Und Tieger.




Füller und Filzstift auf Steinpapier.  Wirkt im Moment auf mich ungeschickt und langweilig, aber wenn ich bei der Rückschau in den letzten anderthalb Wochen etwas gelernt habe, dann: machen, machen, machen.













 

Sonntag, 19. Juli 2020

Ausflug

Eine kurze Runde mit dem Fahrrad; gemütliches Gleiten durch den warmen Spätnachmittag an der Ahr entlang. Leute sitzen zusammen an der Ahr auf den freigelegten Sandbänken, planschen in der Ahr. Die ersten gehen nach Hause, mit großen Taschen und nassen Haaren.

Neues kleines Skizzenbuch im üblichen Format, ich hab mich sehr daran gewöhnt.




 Von einer freundlichen Bank bei Ehlingen.



Bei der Reiterbrücke bei Lohrsdorf gibt es einen kleinen Aussichtsturm, von da aus Blick nach Lohrsdorf. Was ist das für ein Turm? Nachforschen. Ich wollte immer schon lernen, wie man eine Häusergruppe wiedergibt. Üben.

Nachdem ich eine Woche lang meine Sachen fotografiert und eingescannt habe (hätte nie gedacht, daß das so viele sind!), hab ich große Lust bekommen, draußen zu zeichnen! (Tiegers Beitrag: bhhhhhv vcccccc)