Die Blaufrau

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Malen, Zeichnen und Textilkunst haben mich mein Leben lang begleitet, je länger, desto intensiver. Ich bin gespannt, wo es noch hingeht!

Sonntag, 28. Januar 2018

Januarwald

Ein kleiner Rundgang ausgehend vom Bopparder Ruhewald, an der Autobahn entlang, runter in Richtung Kreuzberg, dort stehen jetzt ein paar Häuser auf der Terrasse, eine kleine Nachbarschaft, wo früher nur eine alte Scheune stand (Expeditionen mit meiner Pentax vor fast vierzig Jahren, selbst entwickelte Negative und Abzüge von Schneebildern, viel zu grau). An Konsulsruh wieder talaufwärts. Alles feucht vom Regen in den letzten Tagen, kleine Wasserläufe fließen über den Weg ins Tal, an einem liegt der Unterkiefer eines Wildschweins mit grün angelaufenen Knochen und Zähnen, ein weißer Hauer. Nebel in den Bäumen und im Tal, auf der Höhe später Sonne.










Im Ruhewald












 Der Weg führt recht steil den Hang runter zum Kreuzberg.




Die ersten Immergrünblüten am Hang. Die einzige Stelle mit offenen Blüten, die wir gesehen haben.

 


 Wir sind hangabwärts in den Nebel gegangen.



Im Bruder-Michels-Tal oberhalb der Konsulsruh. 


 



Über dem Nebel.




 Noch einmal im Ruhewald






Im Café am Markt in Boppard - ein bezauberndes kleines Karussell drehte sich neben meinem Platz.

Montag, 1. Januar 2018

Sitzung

Im Gartenschuppen bei sieben bis acht Grad am Nachmittag, ein windgeschütztes Plätzchen, etwa anderthalb Stunden. Dann waren die Finger steif. Die Kälte hat sich in mir festgesetzt, nicht mal nach dem Essen ist mir warm geworden. Also: eine Zeichnung pro Tag, und wahrscheinlich eine Erkältung als Ergebnis.



Art Pen auf dem Gerstäcker Universalpapier. Zwischendurch dachte ich, das wird nie was. Dann ließ ich das Nachdenken hinter mir, Stricheln und gucken, langsam schälte sich doch etwas heraus. Erste Annäherung. Die Badewanne ist zu klein im Vergleich zu den großen Eimern. Mit dem schwarzen Strich formen wie mit dem Bleistift, die Angst vor dem Strich, der sich nicht mehr radieren läßt, verschwindet während des Zeichnens.  

Ein paar letzte Probefelder:

auf dem Stellfeld-Papier, über die alte Schrift drüber




Mit Nußbeize und dem neuen schwarzen Pitt Pen auf dem Universalpapier
 


 

Montag, 25. Dezember 2017

Stift und Pinsel

Der Schwung des Anfangs - mit dem neuen Modul, dem letzten des Kurses - trägt noch. Allerdings hänge ich am Post vom Kapitel 2, kann rückblickend meine Gedanken nicht gut formulieren. Damit das bei Kapitel 3 nicht passiert, hier eine Art Protokoll.

Erstmal stricheln auf dem Universalpapier von Gerstäcker. Wie Warmlaufen fürs Zeichnen, Fingerübungen.




Die Krönchenfeder sieht gar nicht so aus, als würde sie so viel Tusche halten können, aber einmal eintunken läuft lang, länger als die Glasfeder, die ich immer wieder drehen muß.
 

 Der Füller, fast mein liebstes Zeichengerät. - Das Stippling (welches deutsche Wort wäre da passend? Tüpfeln?) erinnert mich an die Zeichen für Wald und Moor auf Karten.



Nochmal die Krönchenfeder. Die werde ich nehmen. 

 


 Das Gittermuster ist auch eine Art Kreuzschraffur. - Wenn ich mit Kuli zeichne, fühlt sich das an wie im Urlaub, Reisetagebuch. - Der Rotring Art Pen gibt unheimlich viel Tinte ab, keine Angst vor Schwärze. 

 





Den Pitt Artist Pen sollte ich mir in Schwarz zulegen. Dicker weicher Strich. 


Mein Book of Scribbles aus dem zweiten Modul bekommt jetzt auch ein paar Scribbles.









Der zweite Schritt: verwaschen. Erst mit Wasser, dann mit Tusche, Nußbeize, Bister, Aquarell. Nußbeize und Bister sind ziemlich gleich in ihrer Wirkung.


Die Tinte im Art Pen wäscht dramatisch dunkel aus.  



 Überraschenderweise ist die Rohrer & Klingner Ausziehtusche nicht ganz wasserdicht, ein feiner Grauschleier bleibt. - Ich mag die etwas verschmutzten, gedämpften Farbtöne, denke an die alte Gartenhütte und ihre von Wetter und Zeit verwitterten Farben und Strukturen. Das müßte eigentlich gut passen.

 



 Den Art Pen werde ich auf jeden Fall fürs Zeichnen benutzen und die Zeichnung auch verwaschen.


Das macht überraschend viel Spaß! Ich probiere noch weiteres Papier aus (den Lana Zeichenblock, das Kraft-Papier). Und eine Probe mit Bister. - Nachgeschaut bei Rembrandt und Leonardo da Vinci: wie machen die ihre Schraffuren, Striche, wie füllen die einen Hintergrund? (Ich hab immer noch kein Buch mit Zeichnungen von van Gogh.)

Hoffentlich bleibt während der Urlaubstage noch Zeit, am Gartenschuppen mit dem Zeichnen anzufangen - und passendes Wetter, trocken und nicht allzu kalt.  

Samstag, 25. November 2017

Rhythmus

Des Stiches und der Abende, an denen ich auf der Couch sitze und zu einem Hörbuch weitersticke. Tut gut. 



 Herbstblätter lassen sich nieder. Ein Feldahornblatt, unten rechts soll noch ein Gingkoblatt hin. Die eingewebten Pflanzenornamente im Damast sehe ich nicht gut, die Konturen des einen Blatts rechts von dem Kreis waren sehr mühsam zu entdecken.



Mit zunehmender "Bedeckung" entsteht ein Fluß in der Oberfläche. Die Richtungen könnten sich kreuzen, über- und untereinander fließen. Die Grenzen der Stoffstücke überschreiten. Farbflächen überlappen. Da dieses Stück wohl ein Tischset wird und sowas nicht allein bleibt, ist noch viel Raum zum Ausprobieren da.

Sonntag, 19. November 2017

Ein anderes Wort für Abschluß




Das Stück ist jetzt in Potsdam, zusammen mit der Schale verschenkt. - Ist es fertig? Es hat einen Rahmen. Der Rahmen sagt: Fertig. Abschluß. Aber ich hätte gern ein anderes Wort. Das ausdrückt, daß ich es so gut gemacht habe, wie ich konnte und es losgelassen habe. Vielleicht gibt es dieses Wort noch nicht. 

Betrachtung

Ein schönes Wort, Zeit und Ruhe schwingen darin mit. Eine Betrachtung auf dem Weg in den Supermarkt, Alltäglichkeit hoch drei, auch kein besonders schöner Weg zwischen Parkhaus und Parkplatz. Aber Bäume gibt es, und Stare, die in den Bäumen sitzen wie schwarze Früchte.

Es fühlt sich merkwürdig an, einfach stehen zu bleiben und zu schauen. Aber mit diesem Innehalten erlebe ich eine andere Zeit.


 Und mich hinterher hinzusetzen und aus der Erinnerung die Stare in den Bäumen und den Schwarm nach den Auffliegen zu zeichnen.



Die Schwärme scheinen eine Tendenz zu einer Form zu haben, mit Übergängen von der einen zur anderen Form. Darüber hab ich mal einen Artikel in einer Wissenschaftszeitschrift gesehen, aber ich erinnere mich nur an die (simulierten) Bilder der Schwärme.