Die Blaufrau

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Malen, Zeichnen und Textilkunst haben mich mein Leben lang begleitet, je länger, desto intensiver. Ich bin gespannt, wo es noch hingeht!

Freitag, 4. November 2016

Schichten und Lagen


Die zweite Schablone für das Nuba-Gesicht. Auch hier reduziere ich rückwärts und füge wieder Details hinzu, die kantige Kopfform kommt heraus. Beide Schablonen übereinander...

Der zweite Durchgang mit schwarzer Gouache, mit dem kleinen Stückchen Naturschwamm durch die Schablone gestupft. Faßt das Ganze zusammen, auch durch die Sichel, mit der der Schädel jetzt abschließt. 

 
 Schablonendruck mit Acryl - ausgeschnittene Papierformen drübergeklebt nach Schablone 1 - Schablonendruck mit Gouache in Blau über allem. Etwas verzerrt, mit Tiefe, er guckt nach rechts unten. Die kleinen Augenhalbkreise sind wichtig.
Etwas Zartes passiert zwischen diesen beiden Gesichtern - zwei Köpfe liegen gegeneinader im Gras?


Die drei sind jedenfalls fertig. Ich möchte sie am liebsten jetzt schon in die Umschläge stecken - drei A5 Umschläge für diese Blätter sind vorgesehen..

















Auf der Suche nach einer weiteren Möglichkeit für die Tlingit-Maske: Vieles von dem, was ich bisher im Kurs gemacht hab, hab ich schon wieder vergessen. Zum Beispiel die Technik, durch mehrere Lagen Papier in unterschiedlichen Farben eine Form zu schneiden und sie dann wie ein Puzzle farbig zusammen zu setzen. 


 


Grade geschnitten, drei Farben und das Deckblatt mit den Umrissen auf schwarzem Grund, der stellenweise stehenbleiben wird. Das wird eine schöne Puzzelei morgen!

Noch ein Mond ... für Barbara

Ein Auftrag ... Ich bin sehr geschmeichelt. Ein Untersetzer für Barbaras Bürotasse. 





Mir schwebt ein Kreis in der Mitte vor, in den die Tasse reinpaßt Oder auch nicht. Ein Tassenlandeplatz. 

Der Scan ist ein bißchen blaß geworden. Eine grüne Ranke um den Kreis, es kommen noch rote Punkte dazu (grün und rot, Barbaras Farben), aber ich weiß noch nicht, wie die genau aussehen sollen.


Für die Streustiche hab ich endlich mal etwas von den Seidenfäden der Weberinnen in Berlin genommen. Ich bin bisher geizig gewesen mit diesen Fäden, sie sind was besonderes, die schönen leuchtenden Farben, und nicht wieder zu beschaffen. Auch das ein Wert.
Ist der Kreis ein Mond? Eine Frucht mit grünen Stacheln, Kastanie? Das Herz einer Pflanze? 


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 Noch ein Mond, gesehen vorgestern abend, die schmalsten Sichel mit dem Gesicht nach Westen zur untergegangenen Sonne




Manchmal die Entscheidung, ein Foto zu machen oder schnell eine Skizze, wenn es um ein kleines Detail geht, herausgelöst aus allen anderen Zusammenhängen wie z.B. einer nicht allzu sauberen Spüle. Meistens greife ich fast automatisch zur Kamera, das Zeichnen fühlt sich so prätentiös an. DAbei ist es mitunter das Einfachste.

 

Dienstag, 1. November 2016

Druckwerkstatt

Erstmal Schneidwerkstatt. Nach langem Ausprobieren auf dem Blatt aus Modul 3, mit den Streifen aus dem Kalender mit den leuchtenden Acrylbildern. Einige von den Vereinfachungen wollten wieder detaillierter gemacht werden: die Ornamente über der Stirn, die Dreiecke am Kinn, der Schlängel zur Nase und der gelbe auf der Wange. Und die Augenpartie einmal in Rot und einmal in Schwarz mit allen Linien ausgeschnitten. Sieht mit den türkisfarbenen Pupillen sehr dämonisch aus. Keine Angst vor Übertreibung. - Was ist es für ein Tier?
Die Linien (Streifen!) könnten jetzt wieder rauskopiert werden ... und so ad infinitum. Warum nicht? Everything worth doing is worth overdoing.

Jetzt aber

Druckwerkstatt


Der Druckstock nach der ersten Benutzung. Hat fast was Ägyptisches, Türkis und Gold. Dann das Auge. Die Strahlen in der Iris wollten rein. Ein reines Vergnügenmal wieder, in diese kleine Vinylplatte zu schneiden, so weich und fest.





Meine Gelli-Plate mit der Schablone der Augenpartie und einem Scheherazade-Schlenker ... Hat tatsächlich was von Schleier, über dem ersten Druck, ich glaube, das war ein Zwiebelnetz und ein Kartoffelnetz. 




Das kommt vor, wenn man die Zeit als Unterlage hat. Ein Probedruck durch die Schablone, aufgeklebt. Meet the expert! 

 

 Beide Schablonen auf einerm Blatt, auch das vor-gedruckt. Sieht etwas verwirrend aus, vielleicht muß ich mich noch drauf "einsehen". Prinzip: schmeiß alles übereinander und guck mal, ob es irgendwann gut aussieht.





Dagegen hat das direkt was Sparsames. Durch den Rahmen und die Spuren durch die Schablone (ich kann sie auf der Gelli-Plate nur zum Reservieren benutzen, sie ist zu dick) kommen die ursprünglichen Muster scheinbar deutlicher raus. Gefällt mir besser als der erste Druck allein.


  Ein Gudrun-Sjödern-Katalog aus dem Altpapier gefischt: Winterweiß. Oder Graublau.

















Plötzlich gucken sich zwei Köpfe an ... In den Halbrund unter den Profilen der nächste Kopf, ein Muster, allerdings brauch ich dazu A3. Der rechte Kopf ist mit fast trockenem Pinsel durch die Schablone gestupft, ganz schön. Weiter probieren.





Die find ich richtig richtig schön! Eine gute Idee mit der Iris. Aus dem Ornament, das in der Mitte entstanden ist, kann ich direkt direkt wieder ein Muster basteln. Es hat was Folkloristisches, ist aber nicht naiv. 


Umschläge

 

 Eine Mappe aus A4 Umschlägen, quer genommen, auf einen Ziehharmonikarücken geklebt, ergibt ein Buch, das man gut umblättern kann. Eingriff an der Seite, etwas zurückgeschnitten, damit ein Stückchen Inhalt sichtbar ist. Aber es gibt ja auch die Sichtfenster - bei manchen Umschlägen. 

Erster Durchgang. Da kommt noch mehr Farbe drauf. Und mehr Ornament. Und wer weiß. 

Wer weiß, wann ich da wieder was machen kann. Drucken dauert lange, ist umständlich. Alles aufbauen, reinkommen, zwischendurch saubermachen.



 Überraschung: ich rolle die Walze über die Acrylfarbe, rolle sie über den Druckstock, und auf der Walze bleibt das Muster wie auf einem Rollstempel stehen. Nochmal gaanz langsam, einmal drüberrollen, nicht hin und her ... üben! Ein Schmuckband.
 Eine Reihe orientalischer Damen sieht mich fragend-zweifelnd an.


 Schmuckband siehe oben.
 Ein letzter Abzug vor einer neuen Charge, der letzte Rest Farbe mit Wasser angelöst. Plötzlich etwas wie eine Landschaft zu ahnen. Schön, daß die Adreßaufkleber meistens nicht zugedeckt werden. 

Auch hier müssen Augen her. Von Druck zu Druck die Farbe leicht verändern. Welche Kombinationen gibt das Auge noch her?











Zum Drucken ist ein Rhythmus nötig, eine gewissen Geschwindigkeit, ein Fluß. Jede Unterbrechung ist noch schlimmer als bei den anderen Techniken, ich komme nicht mehr rein.

Als nächstes: Aquarellfarben über die Acrylfarben und ein neuer Druckdurchgang. Und die Umschläge brauchen auch eine Rückseite. 

Nachdenken über das Taschentuch


Ich mag es neben den grünen Tomaten, den letzten, die ich vorgestern von den Pflanzen abgeschnitten habe. Die sind jetzt raus, die Stäbe abgeräumt, nur noch ein paar Puschel Kapuzinerkresse stehen da. Bis ich auch dieses Stück "umstechen" werde - aber wahrscheinlich lasse ich die Kapuzinerkresse dann stehen, auch den rotgrünen Mangold.

Das Taschentuch: Eine Variation über Quadrate und Rechtecke. Aber viel mehr noch über Streifen. Die eingewebten Streifen auf dem Taschentuch, die leinenfarbenen in dem früheren Geschirrtuch, die Vorstiche/Wanderstiche bilden Streifen in Farbe und Textur in alle Richtungen. Die Anordnung formt die Rechtecke und Quadrate. Die Streifen am Rand sind sehr stark und bestimmend. Ich weiß nicht, ob mich das stört oder nicht. Das leuchtende Hellblau müßte im Tuch nochmal auftauchen, ja. Als Stickgarn oder als appliziertes Stückchen Stoff? (Die kleinen Wanderstiche und ihre Textur liegen wie ein Flimmern über dem Tuch. Im Tuch.)

Den Saum habe ich gestern abgeschnitten, um den Rand für die Überlegung offener zu machen. Eher eine Sache des Gefühls als des Aussehens. 

Bei der Stichelei ist es so leicht, nur den kleinen Bereich zu sehen, an dem ich grade sticke, und den Blick auf das ganze Tuch zu verlieren. 



November

 



Die Sonne leuchtet schon durch den Nebel. Anders als der Nebel auf dem Kahlen Asten bei der Sauerlandwanderung. 




Sonntag, 30. Oktober 2016

Nachricht an mich selbst

Ich mache noch. Bin dabei. Müde heute, nachdem ich das erste Viertel des Gartens umgegraben habe (umgestochen, wie Micha sagt), in goldenem Oktober. 


"mein" roter Weinberg
 

Eine von Wolfgangs Sonnenblumen, sie lassen immer so schwer die Köpfe hängen.

 

Die Erde ist locker, nach dem Regen gut durchfeuchet, krümelig. Ein Haufen Regenwürmer, und die Engerlinge, (die ich mal gezeichnet hab aus der Erinnerung). Ein Engerlinggesicht.
 

Außer Regenwürmern, Engerlingen und noch einer schönen Portion verirrter Kartoffeln gab es im Unkraut auch einige Fingermöhren, köstlich.
 
 

Montag, 24. Oktober 2016

Welches Tier?

Weiter überlegen, welches Tier wohl mit dieser Schamanenmaske gemeint war. Welches Tier hat so eine Nase? Bär? Die geschlängelten Formen auf den Wangen hab ich in anderen Masken gefunden, und an Totempfählen, waren Flügel. Der Rabe. Weiter überlegen. - Erstmal Farbe ins Gesicht, mit Pastellstiften. Auch eine Art Ausmalen. Warme Farben gegen das Petrol der dunklen Linien und Formen. 




Ein bißchen Picasa. Farbumkehrung ist mal wieder attraktiv, die kühlen Blautöne. Die Schwarzweiß-Variante sehr archaisch, unten rechts unheimlich, geisterhaft. In der extremen Vereinfachung ein Druckstock.





Eine Kopie der durchgepausten Linienzeichnung, in die Bereiche des Gesichts zerschnitten. Die Augenpartie wie eine Maske mit Handgriff. Was kann alles weggelassen werden?


 


Ausgeschnittene Formen sind fertig und fast arrangiert, aber das poste ich, wenns fertig ist. - Die übrigen vier Gesichtsbereiche sind jetzt vier einfache Umrisse - die jetzt in ihre Formen zerlegen und etwas auseinanderziehen, Zahnzwischenräume auch ausschneiden. Ja, gute Idee. Arbeit für die nächsten Abende.

Das rechte Auge im Detail. Ich mag die Linien, die nach rechts runter zur Wange gehen und den petrolfarbenen Streifen kreuzen. Die Augenpartie ist sowieso die interessanteste, das Linienspiel um die Augen. Die ganze Partie groß und farbig? Noch mehr Arbeit für die nächsten Abende. 
 



 Unerwartete Symmetrien ...

 


Das Herbstprojekt. Die Anordnung ist sicher inspiriert von dem Buch über Wegkreuze, das ich im modernen Antiquariat gefunden habe. Ein Wegstein mit aufgehendem dunklem Mond. Herbstfarben, so grau wie die Tage jetzt sind. Laubfarbe muß noch rein - farbiger Sticktwist für die Linien, golden und rot und rotbraun. Ist das eine Nische mit zwei Türen, die geschlossen sind?

 

Samstag, 22. Oktober 2016

Gesicht eines Tages


 Regen, endlich. Die Ahr hat schon wieder ein bißchen mehr Wasser - leider nur ein bißchen. Der Rhein ist immer noch so niedrig, dass die Kiesbänke freiliegen. - Der Wanderstich, diesmal mit dem Lieblingsfüller auf teilweise noch feuchtem Grund. 


 Frühstück mit Aquarell. Ein Farbfleck, zwei, ein paar Striche mit dem Füller.  - Auf dem Küchentisch liegen die Nüsse in den stacheligen Hülsen - das richtige Wort? Sie sehen aus wie explodierte Schalen, wie zerfetzte Hände. Liegen auf der Nussallee auf dem Bürgersteig. Sie gehören in mein Pflanzentagebuch.



Schwarze Tusche über Gouache, ein Papier aus dem ersten Modul, liegt schon seit vorgestern hier und wartet. Eins aus dem Stapel der gelungenen Papiere. Schön, wie die Farbe durch das Schwarz scheint (erinnert an das große Bild in der Ausstellung zum heutigen Zeichnen - war das in Brühl? nein, Leverkusen), die Kontur des Gesichts rechts wird damit angedeutet, es ist mehr als nur ein Muster.