Die Blaufrau

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Malen, Zeichnen und Textilkunst haben mich mein Leben lang begleitet, je länger, desto intensiver. Ich bin gespannt, wo es noch hingeht!

Dienstag, 17. Juli 2018

Ruhe und Schnelligkeit

Morgen







Abend:  Wolken bauen sich auf, eine ganze Architektur. Wolken haben sowas Ruhiges, aber sie verändern sich sehr schnell. Nach ein paar Minuten habe ich nur noch an der Skizze gezeichnet, die ich grade eingefangen hatte, die Wolken waren weitergezogen.



 Eigentlich wollte ich eine Bleistiftzeichnung machen. Auf halbem Weg hab ich umgeschwenkt, Buntstifte dazugenommen, und mich dann über mich geärgert, daß ich nicht beim Bleistift geblieben bin - nicht unterwegs vom Weg abgehen und so. Regel um der Regel willen? Ich kann (noch) nicht beurteilen, ob es gut war oder nicht. Vielleicht später mal wieder gucken. (Vielleicht ist die Frage nicht relevant.)



Endlich ein bißchen Regen, hastig und heftig, etwas Abkühlung. Die Wolken ziehen schnell durch, beeilen sich mit dem Abregnen, und es wird wieder hell - gerade Zeit genug für ein paar Striche mit dem Füller und ein bißchen Grafit mit dem Pinsel. Nicht nachdenken. Schon wird es wieder hell. 




Und nun ist das Skizzenbuch tatsächlich voll. Fühlt sich an wie eine Leistung, ein Werk, mehr als nur eine Ansammlung zufälliger Zeichnungen und Notizen, unregelmäßig gefüllt, mit langen Zeiträumen dazwischen. Viele Vorsätze, die Umsetzung läßt zu wünschen übrig. Und doch ... es ist voll!

Samstag, 14. Juli 2018

Sonntag morgen

Um fünf Uhr wach. Zeit zum Zeichnen, bevor es wieder ans Schrankaufbauen geht. 

Ein Stengel aus dem Bienenweiden-Balkonkasten, eine Rosenknospe aus dem Strauß vom Freitag, mit flammenförmigen Hüllblättern, schöne Bewegung. Von der Knospe ist gar nicht viel zu sehen.




Es fällt mir schwer, die Tonwerte zu sehen und nicht primär die Farben. Sind wir so sehr darauf geeicht, Farben zu sehen? Vielleicht, tagsüber. Und dann kommt die Frage: ist Rot dunkler als Grün? Für mein Gefühl ja. Ein Foto in SW umwandeln und gucken.




Die nächste Zeichnung für den Kurs: Tonwerte. Vor Jahren (!) im zweiten Modul war das mal dran, ich hatte es vergessen, Sarah Simblet (The Drawing Book) hat mich dran erinnert. 
Also ein Blatt mit einem mittleren Tonwert einfärben. Aber ich reibe nicht Grafit -  abgeschabte Bleistiftspäne - aufs Papier, sondern strichle den Untergrund. Erst mit HB, das zweite mit B3. Die Lust am Stricheln, das Beruhigende.




 Auf dem Stück Hahnemühle Nostalgie ist noch die Spur der Schottland-Fotos, hing lange in der Küche. Die Bearbeitung macht da noch viel mehr draus. (Ich denke immer, PC-Bearbeitung "gilt" nicht. Ist aber ein gutes Werkzeug für neue Ideen.) 




Wie ein Tuch.  Ich mag die Transparenz. - Collagen mit unterschiedlichen Papieren machen und dann zustricheln. Alte Briefe, Bilder, Farben. Noch viel dunkler machen. Und was freilegen.

  
Noch einmal Zug-Zeichnungen vom Freitag dem 13. Baustellennutzung. Die Muster der Oberleitungen.




Das vorletzte Blatt im kleinen Skizzenbuch. Ein neues binden.
Nächstes Wochenende.

Freitag, 6. Juli 2018

Angesammelt

Die Zugfahrten sind dieser Tage sehr lang: Baustellen, Verspätungen, Zugausfall. Bisher hab ich dagegen angelesen. Heute hab ich gezeichnet. 

Die Zeit nicht mit Ärger vertun. Lebendiger. Der Zug steht: ich hab mehr Zeit zum Gucken, die Zeichnung weiter zu führen, detaillierter zu werden.    
 




Wenn ich schon das kleine Skizzenbuch in der Hand hab: da gab es doch noch anderes in den letzen Wochen. 

Das unglaubliche goldene Gelb von den Staubgefäßen der Riesen-Lilien im Blumenstrauß, auf das Papier gerieben. Der Käfer, der sich vom Bahnhof aus zu mir ins Badezimmer verirrt hat und mit all seinen schwarzen Flecken gezeichnet werden konnte. (Die Käfer waren im Mai auf den Blättern eines Baums am Bahnsteig und haben sie zerfressen. Anfang Juni waren sie innerhalb von drei Tagen komplett verschwunden. Ich hab die Art im Insektenführer nicht gefunden.) 




Eine Kohle- und Pastellzeichnung von meinem Blumenkasten mit der Bienenweide-Mischung, und ein Abdruck davon.




Noch etwas aus dem Pflanzen-Tagebuch, mit den farbigen Grafit-Stiften und Inktense.

 

Freitag, 29. Juni 2018

Hildegard

Wie setzt man Visionen von Hildegard von Bingen in einem Bild um? Wenn ich mich das so trocken gefragt hätte, wäre ich sehr ratlos gewesen, und mir wäre genau nichts eingefallen, eingeschüchtert von den wunderbaren Malereien, die es dazu schon gibt.

Ich glaube, der Schlüssel ist, mit einem Detail anzufangen, das mich anspricht, ein Bild zu einem Bruchteil dieser All-umfassenden Visionen. Weitere Bilddetails kommen ganz von selbst. Vertrauen in den Prozeß.











Selbst wenn es schiefgeht. Alles um diesen "Engel" herum hatte ich totgemalt aus lauter Ratlosigkeit. Bevor ich es sagte, meinte Eva: "Ausschneiden?" Und das war natürlich genau das Richtige. Nun suche ich noch nach dem All, in dem dieser grüne Engel sich bewegt in seiner ganzen "Grünkraft".

Vollmondwanderung

Ich habe keine Kamera mitgenommen bei der Vollmondwanderung - am Vorabend des Vollmonds gestern früh. Es hätte nicht gepaßt Die Bilder hab ich aber im Kopf, das weite Land um Dedenbach in der Abenddämmerung, der Mond gerade auf- und die Sonne gerade untergegangen. Auf dem Scheitelpunkt des Sommers. Und nun in Ruhe zuhause eine Kritzelei in meinem Wander-Skizzen-Notizbuch.






Eine Erinnerung an die Baum-Tore, aus dem dunklen Wald die Blicke in den noch hellen Himmel. 

Recollected in tranquillity. Und es mußte nicht "richtig" sein. Ich wage nicht zu hoffen, daß ich das tatsächlich gelernt habe. Aber ich war wenigstens schon mal da. Also kann ich auch wieder hinfinden.

Gouache-Farben auf dem Blatt, mit Rapidograph gekritzelt und mit PanPastel und Pastellkreiden eingefärbt. 

Sonntag, 3. Juni 2018

Zwei Pfadfinderinnen mit Bauchkompass unterwegs

Ein ziemlich neuer Traumpfad, der Vulkan- und Panoramaweg mit Start in Burgbrohl, in der Brohltalaue. Wanderung in der Sonne mit Patricia und Blue, die absolut eifelsteigtauglich ist.


 Im neuen Park von Burgbrohl, den wir mit besagtem Bauchkompass ohne jede Beschilderung zielsicher gefunden haben.



Am Brohlbach bachabwärts entlang an hohen Trasswänden.

 





Eine Trasskanzel über dem Brohlbach
 


 Alter Fabrikteil am Rhodiuswerk, die Schornsteine wie asiatische Mönche.





Der Teufelsknochen - Ellbogengelenk?

 



Schöne Pfade durch den Eichenwald auf dem Weg in die Höhe.



 Hart erarbeitetes und wohlverdientes Panorama - der Anstieg bei den Trasshöhlen hat es in sich.




 Das Weinbergshäuschen. Mit ungefähr zehn Weinstöcken.



Noch mehr wohlverdientes Panorama vom Weinbergshäuschen aus.


 

  Details im Panorama




 Bei Weiler



 Es ist erst Anfang Juni - die Wiesen und Felder fühlen sich schon an wie tiefer Sommer. Hoher Sommer?



Blick in den Vulkankrater Herchenberg.



 Verlockende schattige Waldwege









 Alte Propstei Buchholz - eine Klosterruine



 Ornament am Dach des alten Hauses neben der Kirche.



Ein bezaubernder Wegtunnel zwischen Böschung und Wald, mit Brombeeren, Schlehen, Weißdorn, Walnußbäumen ..., wohltuendem Schatten.



 Ich finde das nicht in meinem Bestimmungsbuch. Nur ein einziges Exemplar dieser Pflanze am Weg.



 Ganze Hecken von Vogelwicken



Am Weg einige Meter Brennnesseln voller daumenlanger Raupen (Tagpfauenaugen vermutet, im Insektenführer bestätigt). Ein fruchtbares Jahr anscheinend nicht nur für die Pflanzen und Bäume.
Später sahen wir noch eine einzelne im Gras, vielleicht schon auf dem Weg zur Verpuppung.



Blick zum Herchenberg. Eine riesige Narbe im Plateau, wir haben nur in den Abschnitt ganz links geschaut. 

 



Auf der Schloßterrasse in Burgbrohl, nach einem erfrischenden Kaffee im Schatten.



 Der Brunnen an der Schloßterrasse



Ganz schön hochherrschaftlich ...

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Ein wunderschöner Weg! Bestimmt gibt es da zu jeder Jahreszeit viel zu entdecken.